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10. März 2010, 16:29 Uhr

Lebenslang für Mord an eigener Tochter

Die Richterin sprach von einer unfassbaren Tat: Weil ein Familienvater aus Schweinfurt es nicht ertragen konnte, dass sein Tochter gegen seinen Willen eine Liebesbeziehung einging, erstach er sie im Schlaf. Der Türke muss dafür lebenslang ins Gefängnis.

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Gekränkte Eitelkeit: Mehmet Ö. erstach seine schlafende Tochter© David Ebener/DPA

Weil er seine schlafende Tochter mit 68 Messerstichen regelrecht hingerichtet hat, muss ein Mann aus Nordbayern lebenslang hinter Gitter. Das Schwurgericht Schweinfurt verurteilte den 46-jährigen Mehmet Ö. am Mittwoch wegen Mordes. Der aus der Türkei stammende Mann hatte gestanden, die 15 Jahre alte Büsra im Juni 2009 getötet zu haben - aus Angst, sie an einen Mann zu verlieren.

"Ich habe sie getötet, um sie zu schützen", sagte der Angeklagte in seinem Schlusswort. Er habe Angst gehabt, dass sein ältestes Kind entführt werden oder ihm etwas zustoßen könne. Der Mann ist laut psychiatrischem Gutachten depressiv.

Vater zutiefst gekränkt

Die lebensfrohe Gymnasiastin hatte einen weltlichen Lebensstil und war überdies mit einem türkischstämmigen Jungen befreundet. "Er hat seine Tochter deshalb getötet, weil er es nicht ertragen hat, dass sie eine Beziehung zu einem jungen Mann eingegangen ist, die er nicht gebilligt hat", sagte die Vorsitzende Richterin Elisabeth Ott. Einen religiösen Hintergrund oder einen sogenannten Ehrenmord schloss sie aus.

Mehmet Ö. sei vielmehr zutiefst darüber gekränkt gewesen und in seiner persönlichen Eitelkeit verletzt worden, dass seine Tochter nicht seinem Willen gefolgt sei. Diese Familientragödie sei ein auch im Nachhinein unfassbares Ereignis, betonte Ott.

Mit ihrem Urteil folgte die Kammer dem Antrag der Oberstaatsanwaltschaft. Der Verteidiger von Ö. hatte indes eine "zeitige Strafe" gefordert. Sein Mandant sei aufgrund einer schweren Depression nur vermindert schuld- und steuerungsfähig gewesen, erklärte er. Er habe seine Tochter über alles geliebt und zunehmend unter irrationalen Wahn- und Angstvorstellungen um das Mädchen gelitten.

APN/DPA
 
 
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