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22. Januar 2008, 11:46 Uhr

Deutsche verdienen am italienischen Müll

Deutsche Müllentsorger verdienen kräftig am Abfallnotstand in Neapel. Bis zu 200.000 Euro täglich verdienen einem Zeitungsbericht zufolge Firmen aus Leipzig und Bremerhaven, die den Müll aus Italien verbrennen. Allerdings gibt es auch Kritik an dem Abfalltourismus.

Der Müll aus Neapel wird für viel Geld in Bremerhaven und Leipzig verbrannt© DPA

Täglich rollen zwei Züge aus Neapel nach Leipzig und Bremerhaven. Ihre stinkende Fracht besteht aus 1500 Tonnen Abfall, der in Italien nicht entsorgt werden kann. Die deutschen Entsorger Remondis in Bremerhaven und die Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft in Cröbern bei Leipzig haben Kapazitäten frei in ihren Müllverbrennunganlagen, und können auch noch die Säcke aus Italien verfeuern. Und sie verdienen auch gut daran. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge bekommen die Entsorger aus Bremerhaven und Leipzig dafür jeden Tag 200.000 Euro aus Italien.

Der Müll aus Italien ist nur ein kleiner Teil dessen, was in deutschen Verwertungsanlagen entsorgt wird. Im Jahr 2006 hat Deutschland insgesamt etwa 18 Millionen Tonnen Abfall aus dem Ausland entsorgt, berichtet die "SZ". Selbst produzieren die Deutschen jedes Jahr 340 Millionen Müll. "Wir haben in Deutschland die nachweislich modernsten Anlagen mit den höchsten Umweltstandards", sagte Stephan Harmening, Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Entsorgungswirtschaft, dem Blatt. Kritik am internationalen Mülltourismus kommt von den Umweltverbänden. So heißt es bei der Deutschen Umwelthilfe, Abfälle müssten dort getrennt, behandelt und entsorgt werden, wo sie entstünden.

bam
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
Midnight_74 (22.01.2008, 22:23 Uhr)
@ Vorredner
Schon mal darüber nachgedacht, dass wir eine der größten Exportnation der Erde sind und auch die Industrie, Handel und sonstiges Gewerbe ebenfalls eine Unmenge an Müll produziert. Müllverbrennung ist bei entsprechender Technik und strenger Kontrolle durch Aufsichtsbehörden (die ebenfalls streng kontrolliert werden müssen) kein Problem. Bevor wir Öl, Kohle, Gas zur Energieproduktion verheizen, verheizen wir doch lieber den Müll und schonen so Ressourcen. Mit entsprechender Kraft-Wärme-Kopplung haben wir geile Wirkungsgrade. Als Bonus für die Anwohner wäre vielleicht ein verbilligter Strompreis/Fernwärmepreis denkbar, je nach Nähe zur Anlage...
Ereichle (22.01.2008, 19:23 Uhr)
Irgendwie machen mich die Zahlen unsicher
Da jeder Deutsche vom Baby bis zum Greis - statistisch gesehen - pro Jahr 250 Kilo Hausmüll produziert
würde bei rund 80 Mio Deutschen etwa 20 Mio Tonnen Müll anfallen.
Wenn zusätzlich noch 14 Mio Tonnen aus dem Ausland verheizt werden würde das bedeuten daß wir den Müll von weiteren 56 Mio Europäern durch den Schornstein jagen.
Die Zahl 340 Mio Tonnen Müllanfall in D scheint wohl um eine Zehnerpoten zu hoch ausgefallen zu sein. Sie würde bedeuten dass jeder Deutsche pro Woche über 80 Kilo Müll produziert also eine komplette 120 l Großtonne füllt und übers Jahr mehr als 85 Zentner Abfall erzeugt. Welche Zahlen sind nun richtig?
unheilig (22.01.2008, 18:56 Uhr)
@Beppo1959
jo genau besser hier verbrennen den müll und wenn deutschland damit fertig ist,dann helfen wir schnell noch der usa bei ihren umweltproblem.man haben wir hier eigentlich keine eigenen probleme?kindesmisshandlung,kriminelle jugendliche,arbeitslosigkeit usw,wir sollten mal unsere eigenen probleme in den griff bekommen,bevor wir den müll von anderen verbrennen tztztztztztztz
unheilig (22.01.2008, 18:50 Uhr)
@Malt
na hör mal du kannst doch jetzt nicht verlangen,das die ihren müll nun auch noch trennen sollen,so viel zeit bleibt nicht,schlisslich mus der rubel rollen!!!!!
unheilig (22.01.2008, 18:47 Uhr)
mhhhhhhhh
deutsche verdienen daran?also ich bekomm nix!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Beppo1959 (22.01.2008, 17:22 Uhr)
Lieber bei uns geordnet verbrennen...
... (mit modernen Anlagen und Filtern), als in Neapel auf der Straße anzünden.
Malt (22.01.2008, 17:12 Uhr)
Ich frag mich eher...
... ob der Müll auch nach Plastik, Glas, Papier, Verbundstoffen, Blech, elektronischen Geräten, Bio, Batterien getrennt ist... oder ob das bei dem Müll dann plötzlich keinen Unterschied macht.
elenath (22.01.2008, 16:54 Uhr)
WTF @ Vorredner
Filteranlagen für Müllverbrennungsanlagen. Ist euch das geläufig? Man könnte ja echt meinen, dass hier einfach alles ungefiltert wieder in die Umwelt geblasen wird...
hubo (22.01.2008, 15:22 Uhr)
Super!
Privatfirmen machen schöne Gewinne mit diesem Müll, die Anwohner solcher Anlagen atmen den teils hochgiftigen Dreck ein. Oder will man das als Arbeitsplatzsicherung einiger gering bezahlter Jobs verkaufen?
AH.Maurer (22.01.2008, 15:14 Uhr)
Die Umwelt ist meistens ...
...scheissegal aber es ist ja zwischenzeitlich bekannt, daß unter dem Deckmäntelchen ganz gut zu verdienen ist. Ein kleiner Fehler hat sich dennoch im Artikel eingeschlichen: Die besagten Unternehmen machen einen täglichen Umsatz von offiziell € 200.000... Das ist nicht mit Verdienst gleichzusetzen.
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