Die Rehabilitierung des umstrittenen Bischofs und Holocaust-Leugners Richard Williamson bringt dem Papst täglich neuen Ärger ein. Schon wird darüber spekuliert, ob Benedikt XVI. abdanken sollte. Doch geht das überhaupt? stern.de gibt Antworten. Von Manuela Pfohl

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Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat sich angesichts der umstrittenen Rehabilitierung von vier Priestern der traditionalistischen Pius-Bruderschaft durch den Papst besorgt um die Zukunft der Ökumene geäußert. Die Leugnung des Holocausts durch Bischof Richard Williamson, die man überhaupt nicht verharmlosen dürfe, sei "bei Weitem nicht das einzige Problem, das wir in diesem Zusammenhang zu bedenken haben", sagte der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber.
Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, erklärte, mit einer Kirche, der auch die Bruderschaft angehöre, könne es sonst keinen partnerschaftlichen Dialog mit den Juden geben. "Der Papst muss sich entscheiden, auf welcher Hochzeit er tanzen will", sagte der Zentralrats-Generalsekretär. Entweder er stehe mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil für die Kirche der Aufklärung oder mit den Pius-Brüdern für die Kirche des Traditionalismus. "Beides geht nicht", sagte Kramer. Dass Benedikt XVI. selbst zu Williamson schweige, lasse "nichts Gutes erahnen", so Kramer weiter. "Es riecht nach einem Bauernopfer, mit dem hier die Aufhebung der Exkommunikation legitimiert werden soll."