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15. Februar 2005, 11:46 Uhr

62.512 Jahre Haft gefordert

Dass die in Spanien angeklagten al-Kaida-Mitglieder sehr lange im Gefängnis sitzen werden, ist angesichts der Vorwürfe wenig überraschend. Das Ende der nun geforderten Haft allerdings werden sie kaum erleben.

"Abu Dahdah", Chef der spanischen al-Kaida-Zelle, wird in Madrid von der Polizei abgeführt© Juanjo Martin/Picture-Alliance/DPA

Wegen Beteiligung an den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA hat ein spanischer Staatsanwalt je 62.512 Jahre Haft für drei Angeklagte gefordert. Dies sind nach Presseberichten die längsten Strafen, die jemals in der spanischen Justizgeschichte von der Anklagebehörde verlangt wurden.

Staatsanwalt Pedro Rubira legt den aus Syrien und Marokko stammenden Männern zur Last, einer Zelle des Terrornetzes al Kaida in Spanien angehört und bei der Vorbereitung der Anschläge in den USA mitgeholfen zu haben. Sie sollen unter anderem al Kaida von Spanien aus finanziert und Terroristen des 11. September Unterschlupf gewährt haben.

Je 25 Jahre für 2500 Tote

Einer der drei Angeklagten, der Syrer Imad Eddin Barakat Yarkas alias "Abu Dahdah", gilt als der Chef der spanischen al-Kaida-Zelle. Der Staatsanwalt geht bei den Anschlägen in den USA von 2500 Toten aus und forderte für jeden "Terrormord" 25 Jahre Haft. Zudem legte er den Männern Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zur Last. Bei einer Verurteilung müssen die Angeklagten nach spanischem Recht höchstens 30 Jahre verbüßen.

Der Prozess soll in etwa einem Monat eröffnet werden. Für weitere 21 mutmaßliche Islamisten forderte der Ankläger Haftstrafen zwischen neun und 27 Jahren. Dazu gehört auch der frühere Starreporter des arabischen Fernsehsenders al Dschasira, Taisir Aluni, dem Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zur Last gelegt wird. Der 57-Jährige hatte nach den Anschlägen vom 11. September ein Interview mit dem Terrorchef Osama bin Laden geführt.

DPA
 
 
 
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