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7. Januar 2009, 17:44 Uhr

Hunderte gedenken Beata C.

Im österreichischen Riegersdorf haben hunderte Menschen der 41-Jahre alten Beata C. gedacht. Sie war am Neujahrstag nach einem Zusammenprall mit Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus auf der Skipiste tödlich verunglückt. Althaus selbst befindet sich auf dem Weg der Besserung.

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Tiefe Trauer: Auch Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus ließ sein Beileid bekunden© Oliver Lang/DDP

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung hat am Mittwochnachmittag im österreichischen Riegersdorf die Trauerfeier für die 41 Jahre alte Beata C. stattgefunden. Sie war am Neujahrstag bei einem schweren Skiunfall mit Thüringens Ministerpräsidenten Dieter Althaus ums Leben gekommen.

Zur Beisetzung war auch die stellvertretende Ministerpräsidentin Thüringens, Birgit Diezel, nach Riegersdorf in der Steiermark gereist, um der Familie der Getöteten zu kondolieren. Auch Katharina Althaus, die Ehefrau des CDU- Politikers, drückte der Familie ihr Beileid aus. Die Verstorbene hinterlässt einen einjährigen Sohn und drei Stiefkinder. Zuletzt hatte das Ehepaar in den USA gelebt und war für einen Urlaub in die Heimat des Mannes gekommen.

Die Beisetzungsfeierlichkeiten begannen mit einem Trauergottesdienst in der Pfarrkirche von Riegersdorf, von dem die zahlreichen TV-Kamerateams und Pressefotografen ausgeschlossen waren. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Apa hatten Fotografen und Kameraleute das Haus der Familie C. in der Gemeinde Riegersdorf in den vergangenen Tagen förmlich belagert. Beata C. war nach dem Zusammenprall mit Althaus auf einer Piste im Skigebiet Riesneralm so schwer am Kopf verletzt worden, dass sie auf dem Transport in ein Krankenhaus starb.

Althaus selbst befindet sich eine Woche nach seinem schweren Skiunfall weiter auf dem Weg der Besserung. Wann der Politiker, der bei dem Unfall am Neujahrstag ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte, in eine deutsche Klinik verlegt wird, könne man jedoch noch nicht sagen, erklärte der behandelnde Unfallchirurg, Franklin Genelin, nach Angaben der Nachrichtenagentur Apa: "Es verläuft alles so, wie wir uns es gewünscht haben." Althaus mache gesundheitliche Fortschritte.

Kliniksprecher Karl Söllhammer sagte: "Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Verlegung nicht vor dem Ende der Woche zu erwarten." Bisher gebe es noch keinen Termin für den Krankentransport. Auch eine Vernehmung des Politikers durch die Staatsanwaltschaft sei vorerst noch nicht möglich. Althaus habe an den Unfall noch immer keine Erinnerung, betonte Genelin. Die Staatsanwaltschaft Leoben ermittelt gegen ihn - wie betont wird "routinemäßig" - wegen fahrlässiger Tötung.

Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Leoben Presseberichte bestritten, wonach die beiden Skifahrer bei dem Aufprall meterhoch durch die Luft geflogen seien. Beide seien seitwärts voneinander weg auf die Piste geschleudert worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Walter Plöbst.

Vor allem in den deutschen Medien waren Spekulationen aufgetaucht, Althaus könnte sich bei der Abfahrt auf die Piste der bei dem Unfall getöteten Beata C. "verirrt" haben. Plöbst warnte jedoch nachdrücklich vor "Spekulationen". Der einzige Zeuge, der sich nach dem Unfall gemeldet hat, sah nach eigenen Angaben nur den unmittelbaren Zusammenprall der beiden Skiläufer. Die Sachverständigen würden ihre Gutachten über den Hergang des Unfalls "in etwa vier Wochen abschließen", so Plöbst.

DPA
KOMMENTARE (4 von 4)
 
e_lena (09.01.2009, 16:08 Uhr)
Gott wie peinlich !!
"In tiefer Trauer - Dieter Althaus Thüringer Ministerpräsident - " Wie kann ER denn in tiefer Trauer sein, wenn er zum Zeitpunkt der Beerdigung noch gar nichts vom Tod wusste?!? - War er nun als Privatmensch Althaus auf der Piste - oder als Ministerpräsident?? Eine etwas "bescheidenere" Formulierung auf dem Kranz wäre durchaus angebracht gewesen.....
maxx78 (07.01.2009, 18:10 Uhr)
Wir werden sehen...
...wer hier was bezahlt. Tragische Dinge, die da passiert sind. Allerdings stellt man sich als Thüringer trotzdem die Frage, wer die ganzen Reisen von Parteifreunden und sonstigen Spezis unseres Ministerpräsidenten nach Österreich zahlt. Und da ist ein Kranz für mich die kleinere Sorge.
Sternchen2020 (07.01.2009, 17:58 Uhr)
Kommentator21: natürlich kein Schuldeingeständnis
das ist natürlich kein Schuldeingeständnis, sondern eine Geste des Respekts. Das ist völlig in Ordnung, sofern es als Zeichen des Bedauerns auch der Bürger gemeint ist.
.
Ansonsten geschah das Unglück ausschließlich innerhalb des privaten Bereichs von D. Althaus und dies sollte vor allem bei den Aufklärungsarbeiten auch so gewertet werden. Boni aufgrund des Amtes sollte es nicht geben, kann man aber nicht ganz ausschließen, denn es gibt eine äußerst fragwürdige Weisungsbegundenheit der Staatsanwälte. Jedenfalls in Deutschland.
Kommentator21 (07.01.2009, 17:45 Uhr)
Kosten des Kranzes aus Thüringen
bezahlt das der Steuerzahler, oder Althaus persönlich? Ist dies als Schuldeingeständnis zu werten? Dann wird es wohl bei den Kosten für den Kranz nicht bleiben.
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