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12. Mai 2009, 14:09 Uhr

Schülerin spielte mit Selbstmordgedanken

Die 16-jährige Schülerin, die in letzter Minute an einem Anschlag auf ihre Schule in Sankt Augustin bei Bonn gehindert wurde, hatte offenbar zuvor mit Selbstmord gedroht. Der schulpsychologische Dienst sei daher davon ausgegangen, dass keine Gefahr für andere Menschen bestünde, so die Leiterin des Gymnasiums, Annemarie Wähner.

Tanja, St. Augustin, Amokalarm, Albert-Einstein-Gymnasium

Tatverdächtige: Die 16-jährige Gymnasistin soll einen Brandanschlag auf ihre Schule geplant haben© Henning Kaiser/DDP

Vor den mutmaßlichen Anschlagsplanungen auf ihre Schule hat die 16-jährige Gymnasiastin aus St. Augustin bei Bonn offenbar mit Selbstmordgedanken gespielt. Darauf habe es in der vergangenen Woche vage Hinweise durch ihre Mitschüler gegeben, sagte die Leiterin des Gymnasiums, Annemarie Wähner, am Dienstag. Der schulpsychologische Dienst sei aber nicht von einer Gefahr für andere ausgegangen.

Das zur Fahndung ausgeschriebene Mädchen stellte sich am Montagabend gegen 23 Uhr am Kölner Hauptbahnhof und befindet sich seitdem in der Obhut der Polizei. Eine 17-jährige Mitschülerin hatte die Gymnasiastin am Montag anscheinend in letzter Sekunde daran gehindert, mit Brandbeschleunigern einen Anschlag auf ihre Schule zu verüben. Noch am Tattag hätte die 16-Jährige eigentlich ein Gespräch mit einer Vertrauenslehrerin führen sollen, erklärte das Schulministerium. Das Gespräch sei nicht sofort nach den angeblichen Selbstmordäußerungen angesetzt worden, da man bei diesem Thema sehr sensibel vorgehen müsse, sagte Schulministerin Barbara Sommer.

Über die Hintergründe für den offenbar geplanten Brandanschlag herrschte auch am Dienstag noch Unklarheit. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung handelt es sich bei der 16-Jährigen um eine Einserschülerin aus einer unauffälligen Familie. Auch die Schulleiterin erklärte, die Mädchen sei eine "an sich gute Schülerin". Sommer forderte, bei den bereits getroffenen Maßnahmen gegen Amokläufe an deutschen Schulen auch die Mädchen stärker im Blick zu halten. Hier müsste das Täterprofil erweitert werden.

Laut Staatsanwaltschaft wurde die Gymnasiastin weiter von der Polizei vernommen. Es werde Haftbefehl gegen sie wegen versuchten Mordes und Vorbereitung einer Sprengstoffexplosion beantragt. Zudem werde geprüft, ob die Jugendliche zu ihrem eigenen Schutz in der Jugendpsychiatrie untergebracht werden soll.

Bekannt wurde auch, dass nach der Messerattacke auf die 17-Jährige in der Schule zunächst Feuer- statt Amokalarm ausgelöst worden war. Die Schüler seien daraufhin erst einmal auf die Flure gerannt, statt sich in ihren Klassen zu verbarrikadieren, sagte Schülervertreter Christian von den Driesch. "Schließlich kam aber die Ansage, dass die Klassen abgeschlossen werden sollen", sagte der 18-Jährige. Panik habe es nicht gegeben, aber "es war eine Erfahrung, die ich hoffentlich nicht mehr wieder machen muss".

Spezialeinsatzkräfte hatten die rund 800 Schüler am Montag in einer Turnhalle in Sicherheit gebracht. Im zweiten Stock der Schule entdeckte die Polizei einen Rucksack mit mehreren Flaschen einer benzinhaltigen Flüssigkeit. Auch eine Gaspistole, eine Maske sowie ein Brief seien in dem Rucksack gewesen. Ob es sich dabei um einen Abschiedsbrief handelte, wollte die Staatsanwaltschaft nicht sagen. Um eine schnellstmögliche Rückkehr zur Normalität zu ermöglichen, hat der Unterricht an der Schule bereits wieder begonnen. 40 Schulpsychologen, Theologen und Notfallseelsorger stünden jedoch in den kommenden Tagen für Schüler, Eltern und Lehrer bereit, erklärte der Schuldezernent von St. Augustin, Markus Lübken.

Gekritzel auf Schultisch löst auf Fehmarn Polizeieinsatz aus

Derweil löste eine auf einen Schultisch gekritzelte Gewaltandrohung einen Polizeieinsatz in der Inselschule von Burg auf Fehmarn aus. Die Polizei habe noch in der Nacht die Schule durchsucht, aber nichts Verdächtiges gefunden, sagte der Sprecher der Polizei Lübeck, Detlef Riedel. Der Verfasser sei bislang nicht ermittelt. Die Schulleiterin hatte am Montag gegen 23 Uhr die Polizei über die Kritzelei informiert. Zur Sicherheit seien etwa ein Dutzend Beamte zu Schulbeginn vor Ort gewesen.

AP
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
florifantasy (12.05.2009, 16:22 Uhr)
Spielt die auch Killerspiele?
Das würde mich ja mal interessieren.... die sind ja sicher schuld... wie immer
chatahootchee (12.05.2009, 16:15 Uhr)
@STARBEITER
Stimmt schon, die Moeglichkeiten der sofortigen Information ist heute riesig. Die Sensationsgier der Medien heizt es noch an. So gibt es auch viel mehr Nachahmer und Trittbrettfahrer.
Blacky007 (12.05.2009, 16:09 Uhr)
Jawohl Frau Schulministerin
nur immer Rücksicht auf die armen Kinder/Menschen die solche Taten ankündigen, denn mit genau der selben Rücksicht bringen die dann ja auch die ganzen Unbeteiligten um!
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Was ein hirnrissiger Blödsinn! Sofort nach Äußerung der Drohung hätte man das Mädchen schnappen sollen und unter psychische Beobachtung stellen sollen - nicht erst noch einen Termin ein paar Tage später!
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Im Grunde sollte man die diejenige den gesamten Polizeieinsatz aus eigener Tasche bezahlen lassen, die hier soviel Rücksicht auf eine mögliche Täterin genommen hat und nicht auf die möglichen Opfer.
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Ich finde dieses Vorgehen massiv sträflich und verwerflich!
Starbeiter (12.05.2009, 15:43 Uhr)
@Malt:
Alter Spruch; stimmt trotzdem: Jede Gesellschaft bekommt die Kinder, die es verdient.
Wobei es auffällige Kinder schon immer gab und sie durch die Medien heutzutage einfach mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gezerrt werden.
Malt (12.05.2009, 15:25 Uhr)
Was für...
...eine traurige Gesellschaft, die vor Ihren eigenen Kindern Todesangst hat! Eigentlich lustig, wenn's nicht so traurig wäre...
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