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26. September 2008, 08:32 Uhr

"Jetzt bringe ich mich um"

Unfassbare Kaltblütigkeit: Der 22-jährige Mann, der bei seinem Amoklauf in einer Schule im finnischen Kauhajoki zehn Schüler erschoss, rief kurz vor seinem Selbstmord noch bei einem Freund an. Dort verabschiedete er sich mit den Worten: "Ich habe gerade zehn Leute umgebracht. Jetzt bringe ich mich selbst um!"

Am Tatort in der Schule im finnischen Kauhajoki liegen noch die Glassplitter. Wie jetzt bekannt wurde, telefonierte der Amokläufer kurz vor seinem Selbstmord noch mit einem Freund am Handy© Reuters

Der Amokläufer von Kauhajoki hat nach einem Bericht des Wochenmagazins "Sieben Päiwää" vor seinem Selbstmord noch mit seinem Handy einen Freund angerufen. Dabei habe er gesagt: "Ich habe gerade zehn Leute umgebracht. Jetzt bringe ich mich selber um." Das Blatt nannte in dem Bericht vom Freitag nicht den Namen des Angerufenen.

Auch die finnische Polizei gab neue Details preis und beschrieb den Amoklauf vom Dienstag als "kaltblütige Hinrichtung". Der Amokläufer habe in dem Unterrichtsraum erst wild um sich geschossen und dann seine schwer verletzten Opfer durch gezielte Schüsse in den Kopf getötet. Nach Aussagen einer Überlebenden wirkte er dabei ruhig und sagte: "Aber ich liebe es, Leute bluten zu sehen."

Drei Tage nach dem Amoklauf sind inzwischen alle zehn Opfer des 22-jährigen Schützen identifiziert. Rechtsmediziner nutzten Unterlagen von Zahnärzten und DNA-Tests, um die Identität der acht Frauen und zwei Männer zu klären. Ob sie Schussverletzungen erlagen oder an Brandverletzungen starben, werde durch Autopsien ermittelt, sagte ein Polizeisprecher am Freitag.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
whitewatcher (26.09.2008, 13:29 Uhr)
@Sanjoaquin
Mit ein wenig Mathematik kannst du überall einen Zusammenhang herstellen. Auch zwischen den Schnapspreisen und den Pastorengehältern. Das läuft dann wieder unter: "Eine amerikanische Studie hat ergeben ...."
Interessant ist die Frage ob da ein tatsächlicher Zusammenhang besteht, nicht nur ein zufällig statistischer. Es liegt nahe, dass die Verfügbarkeit von Schusswaffen die Bereitschaft zum Amoklauf erhöht, aber leider hat wohl noch keiner einen Amokläufer interviewt.
Sanjoaquin (26.09.2008, 12:16 Uhr)
Psychologengeschwafel
Die normalen Delikte mit Schusswaffen führt Herr Pfeiffer auf die erhöhte Waffendichte zurück, die Amokläufe nicht. Realität ist aber, dass die Anzahl der Amokläufe positiv mit der leichten Erhältlichkeit von Schusswaffen korreliert. Nur mal so dahingesagt, aber ich schätze, dass ein Amoklauf mit einem Küchenmesser etwas weniger ergiebig sein wird als mit meinem Schnellfeuergewehr. Und dass der waffenstarrende Einfamilienhaushalt für Country Joe ein Kennzeichen der Demokratie ist, belegt einzig und allein nur, dass die Entgeistigungskampagne der BILD-Zeitung zumindest bei ihm schon Früchte trägt.
bR4iNST0RM (26.09.2008, 12:14 Uhr)
Wie bitte???
Jetzt bekomm ich echt einen zuviel! Christian Pfeiffer ist doch derjenige, der immer gerne auf die „Killerspiele“ drischt und sie als DAS Übel verurteilt!
Und nun haut der Möchtegernexperte den Schenkelklopfer schlechthin raus: „Ist es Zufall, dass die Tötungsrate in dem Land besonders hoch ist? Ja, glaubt der Kriminalpsychologe Christian Pfeiffer - Amokläufe aber, wie nun in Kauhajoki, ließen sich trotz strengerer Gesetze kaum verhindern.“
Ist der Mann denn noch zu Retten??? SPIELE verbieten, das soll was bringen. Aber das Erwerben der nötigen Mittel (Schußwaffen) zu erschweren, hält der Depp für unsinnig??? Sorry! Mit der Logik sind bei mir erst einmal meine Synapsen überlastet!
Wie kann man so naiv sein und dann als „Experte“ durch die Welt eiern und von einigen (scheinbar noch naiveren) auch noch für Voll genommen werden?
Countryjoe (26.09.2008, 11:47 Uhr)
Eurokraten
Den Eurokraten geht es doch nicht um die Prävention vor Amokläufen sondern um eine allgemneine Entwaffnung aller Europäer. Vielleicht fürchten sie ja ein bewaffnetes Volk? Die Volksentwaffnung war übrigens bislang immer ein Kennzeichen totalitärer Regimes.
susiwolf (26.09.2008, 11:35 Uhr)
Eigenbrötler....


Nachdem nun die parlamentarische Republik Finnland vom Politiker bis zum Angler einmal wieder wachgerüttelt worden ist, den Psychologen das Wort gegönnt wurde, und der Wohlfahrtsstaat seinen brachialen Dämpfer bekommen hat, geht es an das Eingemachte...Nämlich: Lösungen zu finden.....nur
in einem Land, in dem das Jedermannsrecht herrscht, jeder sich in der Natur also frei bewegen kann, die Seen blau und der Schnee weiß ist, wird es schwer fallen, Gewohnheiten abzulegen.....
Solche Wahnsinnstaten können nicht mit Krisensitzungen resp. 'verschärftem Waffengesetz' vermieden werden; schon garnicht mit 'Leistungsdruck' oder 'Dunkelheit' zu erklären sein. Ebensowenig kann eine PolizistIn vorausschauen, was in einem Kopf vor sich geht.
Die finnische Flagge wird hoffentlich sobald nicht wieder auf halbmast gesetzt werden müssen.
Eigenbrötler wird es immer und überall geben.......auch im skandinavischen Kreuz.
Wie mögen sich wohl die Eltern fühlen?
makira (26.09.2008, 11:02 Uhr)
oje
"Ein Amoklauf kann überall passieren, egal wie scharf die Gesetze sind", sagt er. Denn: "Wer einen Massenmord plant, kann sich die Waffe illegal beschaffen."
Genau! Mit solch einer Argumentation müssten konsequenterweise dann schärfere Gesetze auch in anderen Bereichen (Computerspiele, Tauschbörsen, Straßenverkehr, Chemiebaukästen, Drogen, etc.) ebenso sinnfrei sein...
...komisch nur, dass es meist die Waffengesetze sind, die lt. 'Expertenmeinung' absolut keiner verschärfenden Verschärfung bedürfen.
zaxxon (26.09.2008, 10:58 Uhr)
@manndernichtdaist
volle zustimmung, sie sprechen mir aus der seele!
manndernichtdaist (26.09.2008, 08:56 Uhr)
Warum wird Pfeiffer interviewt???
Hohe Tötungsrate mit Waffen in Finnland ist Zufall, weil die kein Counter-Strike spielen, nicht wahr, Pfeiffer?
Dass 1,6 Mio (!!!) Waffen in diesem Land offiziell getragen werden dürfen, jeder Achte, auch Minderjährige eine Waffe bei sich trägt und es somit (wie sie, Herr Pfeiffer selbst anmerkten: "Wer eine Waffe mit sich führe, greife schneller nach ihr") schneller zur Eskalation führen kann, das kann ja nicht der Grund sein! Nein, überhaupt nicht!
Pfeiffer, ihr Name ist Programm. Nichts als lauwarme Luft was sie ablassen. Sie drehen es sich wie sie wollen und haben selbst nur Computerspiele als Grund für solche Taten anzubieten. Jedoch macht sie das noch inkompetenter als viele sowieso schon glauben. Danke für ihre Aufmerksamkeit.
Beim Erfurt Amoklauf waren sie der Erste der nach einem Verbot für gewalttätige Computerspiele geschrieen hat - aber hier sagen sie, dass strengere Waffengesetze den Amoklauf nicht verhindert hätten - da stimmt doch in ihrer Logik irgendwie etwas ganz und gar nicht!
Ich bin auch ein Befürtworter für strengere Kontrolle bei Computerspielen, aber wenn ein Spiel ab 18 zu haben ist, dann ist das so geregelt und ab 18 ist man (auch das haben sie hier angemerkt: "In Kauhajoki hätten strengere Gesetze vermutlich nichts geändert. Matti Juhani Saari war volljährig und besaß rechtmäßig eine Kleinkaliberpistole") volljährig. Diese Gewaltspiele sind durch PEGI und durch USK klar gekennzeichnet.
Ich würde vorschlagen, Herr Pfeiffer überdenkt nochmal, was er zu diesem Amoklauf gesagt hat.
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