Waffenlobby kommt aus der Deckung

19. Dezember 2012, 06:31 Uhr

Lange hat die NRA zum Massaker in Newtown geschwiegen. Jetzt meldet sich die amerikanische Waffenlobby mit einer kurzen Erklärung zu Wort. Dreht sich in den USA in Sachen Waffengesetze der Wind?

Connecticut, Newtown, Amokläufer, Obama, Waffen, Waffengesetze, Sturmgewehr

Die "National Rifle Association" (NRA) steht nicht zum ersten Mal massiv in der Kritik. Doch diesmal scheint selbst die Waffenlobby von ihren Positionen abzurücken.©

Vier Tage nach dem Amoklauf an einer amerikanischen Grundschule mit 27 Toten hat sich die US-Waffenlobby mit einer kurzen Stellungnahme zu Wort gemeldet. Sie sei "schockiert, traurig und todunglücklich" über die "schrecklichen und sinnlosen Morde", schrieb die National Rifle Association NRA.

Sie habe sich aus Respekt vor den Angehörigen der Toten und ihrer Trauer nicht zuvor äußern wollen, versuchte die NRA ihr langes Schweigen zu erklären.

Zugleich meinte die NRA, sie wolle dazu beitragen, dass sich solche Morde nicht wiederholten. Allerdings sagte die Organisation nicht, welche möglichen Schritte sie damit konkret im Auge habe. Wörtlich heißt es in der Erklärung: "Die NRA ist bereit, sinnvolle Beiträge zu leisten, um zu helfen, dass so etwas niemals mehr geschieht." Die NRA tritt seit Jahrzehnten strikt für das Recht auf Waffentragen in den USA ein. Sie kämpfte bisher auch energisch gegen alle Versuche, strengere Waffengesetze einzuführen.

Obama unterstützt Verbot von Sturmgewehren

Unterdessen wächst in den USA die Unterstützung für eine schärfere Waffenkontrolle. Präsident Barack Obama bekräftigte seine Forderung nach einem Verbot von Sturmgewehren. Die demokratische Senatorin Dianne Feinstein kündigte für Januar einen Gesetzesvorstoß für ein Verbot von Sturmgewehren an. Der Amokläufer von Newtown hatte eine solche Waffe benutzt.

Obama würde Feinsteins Gesetzesinitiative unterstützen, sagte sein Sprecher Jay Carney im Weißen Haus. Der Präsident befürworte eine striktere Überprüfung der Käufer beim Erwerb von Waffen. Nach Meinung Obamas ist es aber mit strengeren Gesetzen allein nicht getan, sagte Carney.

Michigan stoppt lascheres Waffengesetz

In Michigan stoppte der republikanische Gouverneur Rick Snyder ein Gesetz, welches das Tragen von Waffen in Schulen, Krankenhäusern, Kirchen und Stadien erlaubt hätte. Die öffentlichen Orte bräuchten klare Befugnisse, um selbst das Tragen von Waffen zu unterbinden, erklärte Snyder zur Begründung. Derzeit stehe dies nur privaten Orten wie Bars und Banken zu.

Unterdessen werden weitere Kinder in Newtown und Umgebung zu Grabe getragen. Das Rätselraten über die Motive des 20-jährigen Täters Adam Lanza hält an. Er hatte am Freitag in einer Schule 20 Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren sowie sechs Erwachsene erschossen. Danach tötete er nach Angaben der Polizei sich selbst. Auch die Mutter des Täters wurde umgebracht.

Schüler kommt mit Waffe zum Unterricht

In einem Vorort von Salt Lake City im Bundesstaat Utah brachte unterdessen am Dienstag ein elfjähriger Schüler eine kleinkalibrige Waffe mit in die Schule. Ein Sprecher der Schule in Kearns sagte am Ende des Schultags, der Junge habe die Waffe mitgebracht, um sich und seine Freunde vor einem ähnlichen Fall wie dem Amoklauf in Newtown zu beschützen. Aufmerksame Schulkameraden meldeten den Schüler, der die Waffe in seinem Rucksack trug. Er soll zudem mindestens drei andere Schüler bedroht haben und wurde von der Schule suspendiert.

In Newtown selbst waren die meisten Schüler am Dienstag erstmals nach der Tat vom Freitag wieder in ihre Schulen zurückgekehrt. Die Sandy-Hook-Grundschule, der Ort des Amoklaufs, blieb aber weiter abgesperrt. Für die Überlebenden der Bluttat soll erst Ende der Woche in einem Ersatzgebäude in der Nähe von Newtown der Unterricht wieder beginnen.

Zum Thema
Panorama
Extras & Ratgeber
Extra: Erfolgsmenschen - Wie man erfolgreich wird Extra Erfolgsmenschen - Wie man erfolgreich wird
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von Gast: WARUM FÜHREN MANCHE KAPSELN ZUR VERSTOPFUNG?

 

  von Gast 98746: Chiptuning Mercedes Benz E 200 T CDI Erstzulassung 06/13

 

  von BitteFreundlich: Welcher Körperteil ist am häufigsten von Osteochondrose betroffen?

 

  von Gast 98742: Altmietvertrag aus der ehemaligen DDR

 

  von Gast: Das iPhone meiner Freundin hat ne seltsame Macke. schwarzer Bildschirm. anrufe kommen rein, man...

 

  von Amos: Muß die Frage nochmal stellen: Überweisung per Online-Banking auf ein Unterkonto bei derselben...

 

  von Gast: Stern-Sudoku-Gewinnspiel

 

  von Gast: Kann man Handelsübliches Jodsalz in ein Fußsprudelbad geben wenn die Haut verletzt ist?

 

  von Gast: zerbrochene Fensterscheibe

 

  von Amos: Wenn zum Bau eines Hauses Wasser aus einem städtischen Hydranten entnommen wird: wie wird das...

 

  von Der_Denis: Kunststoff - warum so schlechtes Image

 

  von Gast 98682: Wenn ich ein Konto in der Schweiz eröffne, wie hoch ist die Mindesteinlage?

 

  von Gast 98680: Welche Programme gibt es für Zuschüsse an gemeinnützige vereine

 

  von Gast 98676: Führerschein vergleischen

 

  von Amos: Mineralwasser aus dem Schwarzwald nennt sich Black Forrest: ist das ein Gag, ein MIßgriff oder...

 

  von Gast 98669: können adoptierte ausländische erwachsene in Bayern studieren?

 

  von Gast 98667: Reisepass abgelaufen

 

  von Gast 98659: palmen in irland

 

  von Gast 98655: Kosten im Pflegefall

 

  von Amos: Maut: jetzt für Autobahnen und Bundesstraßen. Da die Bundesstraßen B 1, B 236 und B 54 mitten durch...