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22. Mai 2009, 10:20 Uhr

Tim K. ging nicht gezielt gegen Mädchen vor

Es war eher Zufall, dass Tim K. während seines Amoklaufes in Winnenden fast nur Mädchen und Lehrerinnen tötete. Dies geht aus einem Bericht der Ermittler hervor. Darin steht auch, dass der Junge in seiner Schule nicht gemobbt wurde. Das Motiv des Täters ist weiterhin unklar.

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Die Schüler der Albertville Realschule werden derzeit in einem Containergebäude unterrichtet© Daniel Maurer/AP

Der Amokläufer von Winnenden hat sich nicht gezielt an den Mädchen und Lehrerinnen seiner ehemaligen Schule rächen wollen. Dies ergaben die Ermittlungen der 30-köpfigen Sonderkommission, die am Freitag eine Bilanz ihrer Arbeit zog. Demnach war es eher ein Zufall, dass im Kugelhagel am 11. März in einer Realschule acht Schülerinnen und drei Lehrerinnen, aber nur ein Schüler ums Leben kamen. Das Motiv des Täters ist weiter unklar. Tim K. sei in seiner Schule nicht gemobbt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Stuttgart am Freitag mit.

Vor dem Amoklauf habe sich der Todesschütze Tim K. über ähnliche Taten im Internet informiert. Eine Auswertung der Internetaktivitäten brachte Erkenntnisse, dass der Täter zu Amoktaten in den USA an der Columbine High School und in Deutschland am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt recherchiert hatte.

Tim K. verbrachte den Ermittlern zufolge viel Zeit am Computer. Dort spielte er unter anderem Ego-Shooter-Spiele. Aufgrund der Computerauswertung gehen die Ermittler davon aus, dass er zuletzt am 8. März ein Ego-Shooter-Spiel zu Hause spielte. Bei dem Amoklauf am 11. März erschoss der 17-jährige Tim K. dann an der Albertville-Realschule in Winnenden und in einem Autohaus in Wendlingen insgesamt 15 Menschen und sich selbst.

Nach Angaben der Ermittler stand Tim K. nicht unter Drogen-, Alkohol- oder Medikamenteneinfluss. Ob der Todesschütze psychisch krank war, steht noch nicht abschließend fest. Entsprechende Krankenunterlagen müssten noch ausgewertet werden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Weil die Waffe nicht ordnungsgemäß aufbewahrt wurde, ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen den Vater des Amokläufers. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Das Verfahren solle bis zum Herbst abgeschlossen werden, sagte Staatsanwältin Claudia Krauth.

DPA/AP
 
 
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