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10. Dezember 2009, 11:55 Uhr

Kalinkas Vater bleibt in Frankreich

Andre Bamberski wird nicht nach Deutschland ausgeliefert. Ein Gericht in Toulouse lehnte jetzt einen entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft Kempten ab. Bamberski hatte zugegeben, die Entführung eines deutschen Arztes nach Frankreich organisiert zu haben, den er für den Mörder seiner Tochter Kalinka hält.

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Kalinkas Vater Andre Bamberski auf dem Weg zu einer Anhörung vor Gericht© Eric Cabanis/AFP

Schlappe für die die deutsche Justiz: Andre Bamberski, der leibliche Vater des vor 27 Jahren getöteten Mädchens Kalinka, wird nicht nach Deutschland ausgeliefert. Das Landgericht in Toulouse lehnte am Donnerstag den Auslieferungsantrag der Staatsanwaltschaft Kempten wegen des Verdachts der gemeinschaftlichen Freiheitsberaubung ab.

Der 72 Jahre alte Franzose hatte zugegeben, im Oktober die Entführung des deutschen Arztes und Stiefvaters Kalinkas, Dieter Krombach, nach Frankreich eingefädelt zu haben. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass in Frankreich ebenfalls in dem Entführungsfall ermittelt wird.

Bamberski hält den Arzt für den Mörder seiner Tochter. Der 72-Jährige wollte ihn der Justiz übergeben. Nach der Entführung leitete die französische Justiz ein Verfahren gegen Bamberski ein. Deutschland hatte die Auslieferung des 72-Jährigen beantragt.

Polizeibeamte hatten Krombach gefesselt und mit Kopfverletzungen im elsässischen Mülhausen gefunden. Seitdem ist der 74 Jahre alte Mediziner in Paris inhaftiert. Der Kardiologe hatte der damals 15-jährigen Kalinka 1982 am Bodensee eine Spritze gegeben, an der das Mädchen starb. Er soll beabsichtigt haben, Kalinka zu vergewaltigen.

1995 war Krombach in Frankreich in Abwesenheit wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte die Strafe jedoch nie verbüßt, weil Deutschland ihn nicht nach Frankreich ausgeliefert hatte. Das Verfahren soll demnächst in Paris neu aufgerollt werden.

DPA
 
 
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