Die ersten Auftritte von Benedikt und Franziskus nach ihrer Wahl zum Papst könnten unterschiedlicher nicht sein: Der Deutsche feierte das Amt, der Argentinier vor allem die Gläubigen. Ein Vergleich.
Noch nie hatte man Joseph Ratzinger (l.) so entspannt gesehen wie in dem Moment, als er sich als frischgewählter Papst auf dem Balkon des Petersdoms der jubelnden Menge zeigte - so war es damals zu lesen, am 19. April 2005, als aus Kardinal Ratzinger Papst Benedikt XVI. wurde. Die Menge auf dem Petersplatz spürte, dass dieser Deutsche vielleicht doch mehr kann, als nur der oberste Hardliner der katholischen Kirche zu sein.
Acht Jahre und einen Papst-Rücktritt später heißt der Pontifex Franziskus, ehemals Jorge Mario Bergoglio. Er betritt am Mittwoch, den 13. März gegen viertel nach acht die Loggia und der Unterschied zu seinem Vorgänger ist schon auf den ersten Blick zu sehen: Er präsentiert sich der Öffentliche ohne die übliche Mozzetta, dem roten Schulterumhang. Auch den Segensschal legt er erst später an. Nachdem er die ersten Worte an die Gläubigen gerichtet hat, wird klar, dass er damit ein Zeichen der Bescheidenheit an die Menge aussenden will.