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Makler dürfen schummeln

9. November 2012, 16:48 Uhr

62 Quadratmeter Fläche maßen die Mieter in ihrer neuen Wohnung. Der Makler hatte in einer Annonce zuvor allerdings von 74 geschrieben. Zu Recht sagt das Amtsgericht Frankfurt.

Makler, Immobilienmakler, Wohnung, Größenangabe

Wohnungsanzeigen sehen oft erst mal verlockend aus. Doch es ist wohl besser, nicht immer alles zu glauben, was sie versprechen. In einem konkreten Fall jedenfalls gab das Amtsgericht einem Makler recht, der eine zu hohe Quadratmeterzahl in einer Annonce angegeben hatte.©

Makler dürfen bei der Quadratmeter-Angabe einer Mietwohnung lügen. In einem konkreten Fall in Frankfurt zumindest hat das dortige Amtsgericht so entschieden. Angaben von Immobilienmaklern zur Größe einer Mietwohnung sind nach diesem Urteil grundsätzlich nicht bindend. Die Richter erklärten damit die Mietminderung eines Wohnungsmieters für rechtswidrig und gaben der Zahlungsklage des Hauseigentümers statt.

In einer Internet-Annonce des Maklers hatte gestanden, dass die betroffene Wohnung eine Fläche von 74 Quadratmetern hat und 920 Euro Miete im Monat kosten soll. Nach dem Einzug stellten die Mieter jedoch fest, dass die Wohnung tatsächlich nur 62 Quadratmeter umfasst. Sie kürzten die Zahlungen entsprechend.

Der Wohnungseigentümer berief sich vor Gericht jedoch mit Erfolg auf den Mietvertrag, in dem keine konkrete Größe der Wohnung vereinbart worden war. Das Gericht stellte dazu fest: "Die alleinige Angabe der Wohnfläche in einer Annonce genügt nicht, wenn im Mietvertrag kein Hinweis auf die Wohnungsgröße enthalten ist." Die Mieter müssen die einbehaltene Miete nun nachzahlen.

pas/DPA

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