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17. Februar 2009, 11:52 Uhr

Achtjährige hungert sich zu Tode

Sie weigerte sich zu schlafen, zu sprechen und zu essen: Nachdem ihr acht Milchzähne gezogen worden waren, wollte die Tochter von Janet und Richard Waller den Mund nicht mehr öffnen. Als sie elf Kilo abgenommen hatte, starb Sophie. Ein Gericht hat jetzt die Ärzte für den Tod der achtjährigen Britin verantwortlich gemacht.

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"Ihr Tod wird hoffentlich einem anderen Kind das Leben retten": Sophies Eltern, Janet und Richard Waller nach der Verkündung des Urteils© Tom Palmer/AP

Ein britisches Mädchen hat sich aus Angst vor dem Zahnarzt zu Tode gehungert. Die acht Jahre alte Sophie Waller aus Cornwall hatte sich geweigert zu essen und zu trinken, nachdem ihr acht Zähne entfernt worden waren. Sie starb bereits Ende 2005. Eine gerichtliche Untersuchung in der westenglischen Stadt Truro hat jetzt Nierenversagen als Todesursache ergeben. Die Richterin machte das Versagen der Ärzte und Behörden für den Tod des Mädchens verantwortlich, sie hätten deren schwere psychische Störung nicht erkannt.

Nach Angaben der Eltern, Janet und Richard Waller, hatte Sophie Angst vor dem Zahnarzt. Sie habe sich geweigert zu schlafen, zu sprechen und zu essen, als bei ihr ein Milchzahn locker war. Daraufhin wurde sie am 7. November in ein Krankenhaus gebracht, um die acht Milchzähne unter Vollnarkose zu ziehen. Aber auch nach der Operation weigerte sich das Mädchen, seinen Mund zu öffnen und wurde auf der Station künstlich ernährt.

Dem Gericht zufolge wurde Sophie nach einer psychologischen Untersuchung knapp zwei Wochen nach der OP dennoch nach Hause entlassen. Dort verschlechterte sich ihr Zustand später wieder. Die Eltern wollten sie zurück ins Krankenhaus bringen, wurden dort aber an den lokalen Arzt verwiesen. Doch Warnungen über Sophies Gesundheitszustand gingen dann zum falschen Hausarzt. Nachdem Sophie elf Kilo Gewicht verloren hatte, starb sie am 2. Dezember 2005. "Wir bereuen, dass wir den Ratschlägen, die uns gegeben wurden, und nicht unseren eigenen Herzen gehorcht haben", teilten die Eltern mit.

Wie britische Medien am Dienstag berichteten, litt Sophie wahrscheinlich unter einer Verhaltensstörung, bei der sich Kinder - möglicherweise verursacht durch ein Trauma - weigern, zu essen, zu sprechen oder sogar zu gehen.

Die Ärzte hätten den Zustand des Mädchens nicht richtig eingeschätzt, sagte die Richterin. Sophies Leben hätte durch eine bessere Versorgung gerettet werden können. Sie verfasste ein sogenanntes narratives Urteil, wonach zwar die Todesursache festgestellt wird, aber niemand dafür belangt werden kann.

Das Krankenhaus entschuldigte sich am Montag bei den Eltern. Es habe "Mängel in der Kommunikation" gegeben. In einer Mitteilung erklärten die Eltern, die "einzige Rechtfertigung für Sophies Tod" sei, dass die Abläufe in den beteiligten Behörden verbessert worden seien. "Das wird hoffentlich einem anderen Kind das Leben retten."

DPA
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
n8g8 (18.02.2009, 22:59 Uhr)
Gesundheitsreform
Na, das entspricht doch genau den Zielvorgaben der Gesundheitsreform und von SPD-Ulla Schmidt für Träger "der Zweiten": Weil Zähne gezogen werden - da keine Kasse den Zahnerhalt finanziert - sterben jetzt sogar nicht mehr nur zahnschwache Rentner... Das spart für die Rentenkasse und auch für die Sozialkasse, wenn es sich um HartzIVler, ALG-I-Empfänger oder Rentner handelt. Die Selbständigen und aus purer Verzweiflung zur ICH-AG Getriebene
sind nach der Gesundheitsreform dank SPD ebenfalls zu einer Euthanasie per Gesetz verurteilt.
Ergebnis: Den Zustand eines Volkes erkennt man zuerst an seinen schmerzenden Zähnen.
CashCruiser (18.02.2009, 19:00 Uhr)
Sicherlich sind auch die Eltern mit schuldig
aber ganz so einfach kann man sich das so nicht machen. Eine Entlassung aus dem Krankenhaus oder weiterführende Behandlung eines Arztes ist sicherlich auch für die Eltern unsinnig und unverantwortlich.
Aber einigen Menschen sollte man helfen und nicht einfach den Vorwirf machen: wieso werfen Sie sich nicht auf den Boden, heulen rum, schreien Ärzte an usw.
Ich kenne selbst die Situation, wo Krankenhäuser Ihre Liebsten einfach nach Hause abschieben und mit Pflegefällen schlechter umgehen können als ambulante Pflegedienste und ein naher Verwandter/Ehemann/Ehefrau, die sich aufopfern und dabei selbst fast zu grunde gehen - es ist traurig, dass man den Eltern alleine hier den Vorwurf machen will.
Die Eltern haben sich nicht ausreichend eingesetzt und haben "alles" verloren - aber Ärzte, Nachbarn, Verwandte und Bekannte, die die Situation kannte, sind genauso "bescheuert" wie die schlafende Presse, die sich lieber um Sex, Drogen und Prominente kümmern. Die Schwachen gehen halt unter - das hat Darwin bereits erkannt - den fast jeder sieht weg und schreit dann im Anonymen Foren am Lautesten !
DonFuego (17.02.2009, 19:57 Uhr)
Armes Kind...
..dass es so bescheuerte Eltern hatte. Wer zu blöd ist sollte von vorne herein kinderlos bleiben!
Selbst denken ist wohl zuviel verlangt?
Blacky007 (17.02.2009, 17:18 Uhr)
Man kann nur noch den Kopf schütteln
über so saudumme Eltern! Trotz der Strafe, die die Eltern mit dem Verlust des Kindes erlitten haben, sollte man sie für das Leiden der Kleinen nochmal zusätzlich verurteilen.
-
Man muss schon mehr als bescheuert sein, so kampflos aufzugeben, wenn es um das Leben des eigenen Kindes geht. Ich würde Amoklaufen, wenn mir ein Arzt erzählen würde, es sei alles in Ordung, während ich sehe wie mein Kind zunehmend dürrer wird. Vielen Menschen heutzutage fehlt leider ein gesunder Kampfgeist und der Mut etwas rebellisch zu sein. Mir ist es schon öfter aufgefallen, dass Menschen dazu neigen etwas leichtfertig abzutun, wenn man denen im normalen Tonfall gegenüber tritt. Packt man die selben Typen aber etwas rauher und ruppiger an und unterlegt das noch mit einem leicht cholerischen Anfall und lauteren Worten, dann nehmen sie sich der Sache weit besser an, nur alleine um mich Choleriker wieder ruhig zu bekommen.
Skillet4 (17.02.2009, 16:06 Uhr)
Medizin am und vom Fliessband (angelsächsische Mustervorlage)
Mängel in der Kommunikation, Warnungen gehen an den falschen Hausarzt, Psychologen verkennen eine mutmaßliche Verhaltensstörung, ein traumatisiertes Kind verhungert und stirbt unter den Augen seiner Eltern, obwohl zuvor schon künstlich ernährt werden musste.
Leute passt auf und denkt mit, auf die Weißkittel könnt Ihr Euch nicht unbedingt verlassen!
Traurig, aber wahr.
Xiaolong (17.02.2009, 16:02 Uhr)
Beim Verhungern zugesehen ...
... aber die Ärzte sind alle Schuld. Wie beknackt muss man sein, seinem Kind beim Verhungern und Verdursten zuzusehen, nur weil ein einziger Arzt sagt "Is doch net so schlimm". Also nach 2-wöchiger künstlicher Ernährung, sollten die Eltern ja wohl spätestens beigebracht bekommen haben, daß ein Mensch doch tatsächlich verhungern und verdursten kann und wie schnell das geht! Keiner ist Schuld? Aha, schon mal was von Aufsichtspflicht gehört in England ... Kann ich fassungslos nicht verstehen sowas! Da muss ich nicht auf mein Herz hören, um zu sehen, daß mein Kind gerade stirbt...
NeuerMensch (17.02.2009, 15:42 Uhr)
@Siffhirn
Die Eltern dafür vors Gericht stellen, daß sie sich auf das Expertenurteil der Ärzte verlassen haben? Obwohl sie sogar versucht haben, daß Kind weiter behandeln zu lassen aber von den Ärzten abgewiesen wurden?
-
Dein Name ist wohl Programm bei dir...
Siffhirn (17.02.2009, 15:37 Uhr)
Wie bescheuert ...
... können die Eltern denn sein?
Wenn die Eltern nicht schon genug gesträft wären, den Tod Ihrer Tochter zu verantworten, sollte man Sie vor Gericht stellen und nicht die Ärzte!
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