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19. Mai 2010, 10:05 Uhr

Schnittspuren am Hals des Opfers

Wegen schwerer Vergewaltigung wird sich Jörg Kachelmann vor Gericht verantworten müssen. Bei der Ex-Lebensgefährtin des TV-Moderators sind Blutergüsse und Schnittwunden festgestellt worden.

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Kachelmann vorm Amtsgericht: Die schweren Vorwürfe gegen ihn haben nun zu einer Anklage geführt© Ronald Wittek/DPA

Die Vorwürfe gegen Jörg Kachelmann wiegen offenbar so schwer, dass die Staatsanwaltschaft Mannheim nun Anklage gegen den TV-Moderator erhoben hat. Der Verdacht: Besonders schwere Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Demnächst soll dem 51-jährigen Schweizer vor dem Landgericht Mannheim der Prozess gemacht werden. Im Fall einer Verurteilung wegen dieses Vorwurfs drohen Kachelmann mindestens fünf, maximal 15 Jahre Haft.

Ihm wird vorgeworfen, in der Nacht des 9. Februar 2010 seine 36 Jahre alte langjährige Freundin, die sich von ihm trennen wollte, in deren Schwetzinger Wohnung unter Vorhalt eines Küchenmessers - die Klinge ist acht Zentimeter lang - zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben.

Er soll ihr das Messer an den Hals gedrückt haben

Kachelmann drückte laut Staatsanwaltschaft seiner Freundin das Messer gegen den Hals und verletzte sie damit. Während und nach der Tat soll er sie mit dem Tod bedroht haben. Die Anklage stützt sich nicht nur auf die Aussagen der Frau, sondern auch auf die Ergebnisse kriminaltechnischer sowie rechtsmedizinischer Untersuchungen. Danach wurden an dem Küchenmesser DNA- und Blutspuren der Frau sowie DNA-Spuren Kachelmanns gefunden. Die Rechtsmedizin Heidelberg habe zudem "erhebliche Hämatome" an den Oberschenkeln und leichte Schnittspuren am Hals der Frau festgestellt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Rechtsmedizin sehe keine Anhaltspunkte für eine Selbstverletzung der 36-Jährigen.

Zudem hat die Behörde ein aussagepsychologisches Gutachten veranlasst, mit dem die Glaubwürdigkeit des Opfers geprüft werden soll. Das sei zwar noch nicht endgültig fertig gestellt, doch eine "Kurzmitteilung" der Gutachterin lasse den Schluss zu, dass "der Tatverdacht gegen Kachelmann nicht entkräftet wurde", so die Staatsanwaltschaft. Dem Sprecher zufolge wurden auch "Frauen aus Kachelmanns Umfeld" als Zeuginnen benannt.

Kachelmann bestreitet die Vorwürfe

Kachelmann, der sich seit dem 20. März in Untersuchungshaft in Mannheim befindet, bestreitet die Vorwürfe, was seine Anwälte Reinhard Birkenstock und Ralf Höcker nun erneut bekräftigten. Die Staatsanwaltschaft hat allerdings schon beantragt, die Untersuchungshaft fortdauern zu lassen. Darüber und über die Eröffnung des Hauptverfahrens hat nun die Große Strafkammer des Landgerichts zu entscheiden; bis zu einer Entscheidung können Wochen vergehen. Der noch vom Haftrichter des Amtsgerichts für den 1. Juni anberaumte Haftprüfungstermin ist laut Justizbehörde hinfällig.

Laut "Bild"-Zeitung sagte der Anwalt des Opfers, Thomas Franz: "Meine Mandantin ist froh, dass das Ermittlungsverfahren abgeschlossen ist und sich der Sachverhalt nach den umfangreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bestätigt hat und damit entsprechend zur Anklageerhebung geführt hat."

Kachelmann produziert mit seiner Firma Meteomedia Wettersendungen in der ARD - seit 1994 vor der 20-Uhr-Ausgabe der "Tagesschau" und seit 2002 nach den "Tagesthemen". Die Moderatoren Claudia Kleinert und Sven Plöger haben seine Einsätze übernommen. Der WDR sagte dem auf Anfrage der Nachrichtenagentur DAPD, es bleibe beim Vertrag mit Meteomedia.

DPA/Reuters/APN/nik
 
 
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