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12. Juli 2010, 07:46 Uhr

Mindestens 74 Fußballfans von Bomben getötet

Die Sprengsätze explodierten während des WM-Endspiels: In Kampala hatten sich Hunderte von Fußballfans getroffen, als drei Bomben explodierten.

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Eine der Bomben explodierte in einem äthiopischen Restaurant, verletzte diese Frau© Marcv Hoafer/AP

Bei drei Bombenanschlägen auf Fußballfans in Vororten der ugandischen Hauptstadt Kampala sind am späten Sonntagabend mindestens 74 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 100 seien verletzt worden, hieß es in ugandischen Medienberichten. Unter den Toten sind mindestens 15 Ausländer, darunter ein US-Bürger. Die Fans verfolgten das Finale der Fußballweltmeisterschaft zwischen Spanien und den Niederlanden, als die Sprengsätze detonierten. Die somalische Extremistengruppe Al Schahab bekannte sich zu dem Doppelanschlag.

Die Sprengsätze explodierten während der Übertragung des WM-Finales in einem äthiopischen Restaurant und einem Rugby-Club in der Hauptstadt Kampala. An den beiden Anschlagsorten bot sich noch Stunden nach dem Blutbad ein Bild der Verwüstung. Auf dem Boden lagen Leichenteile, zwischen umgestürzten Stühlen waren Blutflecken zu sehen. Den größten Blutzoll forderte der Anschlag in dem Rugby-Club, in dem eine größere Menschenmenge das Finale zwischen Spanien und den Niederlanden auf einer Großleinwand verfolgte.

"Wir sind einfach nur froh, dass wir überlebt haben"

Überlebende des Blutbads zeigten sich fassungslos. "Wir hatten einen schönen Abend, als plötzlich ein sehr lauter Knall zu hören war", berichtete einer der Verletzten, Andrew Oketa. Er wisse nur noch, dass er gestürzt sei. "Als ich wieder zu Bewusstsein kam, wurde mir klar, dass ich in einem Krankenhausbett lag mit einer tiefen Wunde im Kopf." Der 18-jährige Amerikaner Kris S., der mit Mitgliedern einer Kirchengruppe aus den USA das äthiopische Restaurant besucht hatte, erklärte: "Momentan sind wir einfach nur froh, dass wir überlebt haben." Er wurde bei dem Attentat verletzt, sein Bein ist bandagiert, sein Gesicht verbrannt.

Der ugandische Präsident Yoweri Museveni erklärte bei einem Besuch am Tatort, die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden: "Wir werden sie verfolgen, wo immer sie auch herkommen mögen." Der somalische Präsident Sheik Sharif Sheik Ahmed sprach von einer "barbarischen" Tat. Sollten die Anschläge tatsächlich von Al Schabab verübt worden sein, so hätten die Islamisten erstmals außerhalb Somalias zugeschlagen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle verurteilte die Anschläge scharf. "Menschen anzugreifen, während sie ein friedliches Sportfest genießen, ist an Heimtücke kaum zu überbieten", erklärte Westerwelle in Berlin. Auch US-Präsident Barack Obama zeigte sich bestürzt. Die USA seien bereit, der ugandischen Regierung jede notwendige Unterstützung zu gewähren, sagte ein Regierungssprecher.

Sehr geehrte Leser, in einer früheren Fassung dieses Artikels war in der Bildunterschrift die Rede von einem "afghanischen Restaurant" - tatsächlich detonierte die Bombe in einem äthiopischen Restaurant. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen, d. Red.

AFP/DPA/APN/swd
 
 
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