Taliban bekennen sich zum Bergsteiger-Massaker

23. Juni 2013, 13:20 Uhr

Am Basislager des Nanga Parbat ist es zu einem Massaker an Bergsteigern gekommen. Eine Gruppe Bewaffneter erschoss neun Touristen und einen Pakistani. Gleich zwei Gruppen bekannten sich zu der Tat.

Bewaffnete haben am Sonntag ein Hotel im Norden Pakistans gestürmt und ausländische Touristen erschossen. Eine zu den islamistischen Taliban gehörende Gruppe namens Junood ul Hifa übernahm die Verantwortung für den Überfall. Der Talibansprecher Ehsanullah Ehsan sagte in einem Telefonat mit AFP, mit der Tat sollte die Tötung des Talibanführers Waliur Rehman durch eine US-Drohne Ende Mai gerächt werden.

Gegenüber der DPA hat sich eine sunnitische Extremistenorganisation zu der Ermordung bekannt. "Sie (die Ausländer) sind Ungläubige. Sie wollen dem Islam schaden und wir werden sie angreifen, wo immer wir können", sagte ein Sprecher der schiiten-feindlichen Gruppierung Jundullah.

Anschlag in einer der sichersten Provinzen

Der Angriff ereignete sich nach Angaben der Polizei in der Nähe des Basislagers des Nanga Parbat, dem neunthöchsten Berg der Welt (8125 Meter), der bei Bergsteigern auf der ganzen Welt beliebt ist. Neun Touristen aus der Ukraine, China und Russland sowie ihr pakistanischer Führer seien getötet worden, sagte ein Polizist. Nach Angaben der Polizei drangen die Täter in Uniformen paramilitärischer Einheiten gegen Mitternacht in das Basislager ein und töteten die Bergsteiger.

Hubschrauber wurden in die Gegend entsandt, um die Leichen zu bergen. Sie wurden inzwischen nach Islamabad überführt. Nach den Angreifern wird gefahndet.

Die Provinz Gilgit-Baltistan liegt an der Grenze zu China. Sie umfasst Teile des Himalaya-Gebirges und ist für die Schönheit ihrer Natur bekannt. Die Region gilt als eine der sichersten Provinzen Pakistans; in den vergangenen Jahren ist es aber immer wieder zu Angriffen auf Schiiten gekommen.

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