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27. März 2009, 11:31 Uhr

Attentäter richtet Blutbad in Moschee an

Bei einem Anschlag auf eine Moschee in Pakistan sind mindestens 50 Menschen getötet worden, bis zu 125 wurden zum Teil schwer verletzt. Ein Selbstmordattentäter hatte sich während des Freitagsgebetes in die Luft gesprengt. Es werden weitere Opfer befürchtet.

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Der Anschlag in der Ortschaft Bagiari ereignete sich während des Freitagsgebets in einer Moschee© Hasham Ahmed/AFP

Ein Selbstmordattentäter hat sich beim Freitagsgebet in einer Moschee in Pakistan in die Luft gesprengt und dabei mindestens 50 Menschen mit in den Tod gerissen. Nach Angaben eines Behördensprechers wurden mehr als 125 Menschen zum Teil schwer verletzt. Der Anschlag ereignete sich nahe der Stadt Jamrud in der unruhigen Khyber-Stammesregion an der Grenze zu Afghanistan. Der Sprecher sagte, er rechne mit möglicherweise bis zu 70 Toten.

Es war einer der schwersten Anschläge in der Geschichte Pakistans. Staatschef Asif Ali Zardari und Regierungschef Yousaf Raza Gillani verurteilten die Tat "auf das Schärfste". Zu dem Blutbad bekannte sich zunächst niemand.

In dem Gotteshaus in dem Dorf Bagiari hatten sich rund 250 Gläubige zur Andacht versammelt, als der Attentäter zuschlug. "Der Täter sprengte sich in die Luft, als der Moscheevorsteher gerade mit dem Gebet begann", sagte der Chef der Regionalverwaltung, Tariq Hayat Khan. Anwohner und Polizisten gruben mit bloßen Händen in den Trümmern des durch die Wucht der Detonation eingestürzten zweistöckigen Gebäudes nach Überlebenden. Die Rettungskräfte hätten bislang 50 Leichen aus dem Schutt geborgen, sagte Khan.

Berichten zufolge sind unter den Toten und Verletzten auch Sicherheitskräfte. Direkt neben der Moschee befindet sich eine Polizeiwache. Beide Gebäude liegen an der Schnellstraße über den Khyber-Pass nach Afghanistan, der wichtigsten Nachschublinie für die Internationale Afghanistan-Schutztruppe Isaf. Extremisten haben in den vergangenen Monaten im Khyber-Stammesgebiet immer wieder Angriffe auf Nachschublieferungen für die ausländischen Soldaten in Afghanistan verübt. Pakistan hatte deshalb in jüngster Zeit besonders in der Gegend von Jamrud verstärkt Sicherheitskräfte zusammengezogen.

Khan machte indirekt die militanten Taliban für das Massaker verantwortlich. Die hätten nach der Offensive in der Khyber-Region gegen die Extremisten Vergeltung geschworen. Die pakistanischen Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan gelten allesamt als Hochburg der Extremisten und Rückzugsraum für im Nachbarland aktive Taliban-Kämpfer und Al-Kaida-Terroristen.

US-Präsident Obama hat die Befriedung Afghanistans zu einem Hauptziel seiner Regierung erhoben. Zu seiner neuen Strategie gehört unter anderem massive Hilfe für Pakistan, damit es sich aktiver an der Bekämpfung von islamistischen Aufständischen beteiligen kann.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 18)
 
SethusCalvisius (30.03.2009, 10:06 Uhr)
@stern.de
Da ist der Artikel ja wieder. Danke.
Noch ein Wunsch: Wie für viele andere sind die Hintergründe dieses Anschlags für mich ziemlich undurchsichtig. Warum richtet sich ein anscheinend muslimischer Anschlag gegen Moslems?
SethusCalvisius (28.03.2009, 11:14 Uhr)
@Dieter37
Sicher gibt es diese Reflexe: Kritik an Moslems = Rassismus. Trotzdem müssen Sie gestehen, dass Ihr Schlusssatz "alles Unheil geht z.Z. von Islamisten aus.", sofort gelöscht worden wäre, wenn da statt Islamisten Juden stände. Gerade solche Verallgemeinerungen "alles Unheil" machen es so schwer, sachlich über diese Themen zu diskutieren.
@stern.de
Dass dieser Artikel von der Startseite verschwunden ist und durch "Bilder des Anschlags" ersetzt wurde, rückt den Stern noch weiter in die Nähe von "BILD"
Dieter37 (27.03.2009, 19:07 Uhr)
Wird man -
bei der Kritik an Muslimen nicht auch gleich als Fascho bezeichnet ? Mir stehen Juden 1000 mal näher, als Muslime - schon allein deshalb, weil der Islam faschistischen Charakter hat!
Und alles Unheil geht z.Z. von Islamisten aus.
SethusCalvisius (27.03.2009, 15:41 Uhr)
Schade,
dass die Kommentare, auf die ich mich bezogen habe, nun doch gelöscht wurden. Ich hoffe, der Zusammenhang wird trotzdem klar.
@alwo (27.3.2009, 14:34 Uhr)
Dass es in islamistischen Staaten um die Menschenrechte nicht gut bestellt ist, ist eine Tatsache, hat aber mit der Sache hier nichts zu tun. Hier sind Menschen getötet worden, von denen wir nichts wissen, als dass sie zum Beten in eine Moschee gegangen sind. Wenn allein diese Tatsache zu Aussagen führt wie "Na und....ein Tag wie alle andere. Warum sich aufregen?", ist das an Zynismus nicht zu überbieten. Dass der Täter (wahrscheinlich) ebenfalls Moslem war, ändert doch überhaupt nichts oder ist es z.B. in Ordnung, wenn ein Christ andere Christen tötet oder ein Atheist andere Atheisten?
Auch die Toten von Bagiari haben Eltern, Ehepartner, Kinder, Freunde, die um sie trauern. Da ist jeder Zynismus fehl am Platz.
Im übrigen ist es mir egal, ob Sie ein "Judenfreund" sind oder nicht. Ich habe überhaupt nichts gegen Juden, wehre ich mich aber dagegen, bei der leisesten Kritik an der israelischen Politik als Antisemit bezeichnet zu werden.
Administrator (27.03.2009, 15:39 Uhr)
Liebe User
Liebe User
vielen Dank für Ihre Beiträge - wir schließen die Debatte an dieser Stelle.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
alwo (27.03.2009, 14:34 Uhr)
SethusCalvisius
Ich habe Ihren Kommentar sehr wohl verstanden....aber ist es nicht so dass in den meisten islamgeprägten Ländern nicht nur andere Rassen und Religionen noch mehr verachtet werden....sondern dort auch eine extreme Diskrepanz in Bezug auf Menschenrechte was die Frauen und Männer anbetrifft herrscht. Als Misanthrop kann man mich nicht unbedingt bezeichnen....aber mit meinen 50 Jahren hatte ich, beruflich und privat schon mit vielen Moslems zu tun....und glauben Sie mir...einige waren in Ordnung....aber die meisten waren jedoch von einem solchen Hass zerfressen den Sie nur aus Ihrer sogenannten Geschichte kennen. Ein Judenfreund bin ich auch nicht (aus Zensurgründen gebrauche ich Freund)....da ich Atheist bin, ziehe ich es vor wenn die Praktikanten solcher Religionen, die den Tod "Ungläubiger" fordern...es auf ihrem eigenen Terrain tun....sorry wenn das als menschenverachtet betrachtet wird.
SethusCalvisius (27.03.2009, 14:13 Uhr)
@alwo
Da Sie meinen Kommentar anscheinend nicht verstanden haben, melde ich mich noch einmal.
Ich habe nichts über eine "Erbschuld" geschrieben, sondern darüber, aus der Geschichte zu lernen. Da spielt Ihre Nationalität nur eine untergeordnete Rolle. Ihr Kommentar ist absolut menschenverachtend. Wenn Sie das nicht glauben, lesen Sie ihn einfach noch einmal. Und Sie könen sicher sein, dass dieser menschenverachtende Kommentar sofort gelöscht worden wäre, wenn er sich nicht auf Moslems, sondern auf Juden beziehen würde. Das ist es, was ich kritisiere, dass man bei den Menschenrechten immer noch Unterschiede nach Rasse oder Religion macht.
ch4K (27.03.2009, 13:57 Uhr)
Pakistan?
War das nicht das Land, in dem so überschwenglich die Wiedereinführung der Scharia gefeiert wurde? (SWAT-Tal)
Hm die Scharia wird den Täter sicherlich angemessen bestrafen (oder auch belohnen, wie mans sieht).
arniston (27.03.2009, 13:55 Uhr)
denke mal,
glaube muss ganz was besonderes sein, wenn man 45 menschen in den tod reisst.
alwo (27.03.2009, 13:51 Uhr)
SethusCalvisius
Weder heisse ich solche Selbstmordanschläge für gut noch freue ich mich darüber, ziehe es vor wenn solche religiös verseuchten Fanatiker es unter sich tun. Warum kommen Sie mit der in solchen Foren üblichen "Erbschuld"...drittes Reich und so Scheiss. Ich bin Franzose, wohne in Frankreich und glaube dass jedem seine Meinung respektiert werden sollte....und zu meiner Anonymität: meine Meinung zu Religionen äussere ich auch privat...hatte sogar über ein Jahr einige ominöse Karrikaturen in meinem Büro hängen....und lebe noch.
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