21. März 2012, 06:01 Uhr

Polizei umstellt Verdächtigen in Toulouse

Schwerer Schusswechsel bei einem Polizeieinsatz in Toulouse: Der Mann, der für die Mordserie verantwortlich sein soll, hat sich in einem Haus verschanzt. Er gibt sich als Al-Kaida-Mitglied aus.

Nach der blutigen Mordserie in Toulouse hat die französische Polizei einen dringenden Tatverdächtigen gestellt. Der 24-Jährige hat sich in einem Haus verschanzt und mindestens zwei Polizisten verletzt, berichtete Innenminister Claude Guéant am Tatort in einem ruhigen Wohnviertel der südfranzösischen Stadt. "Als sich die Polizisten seiner Tür näherten, hat er sofort durch die Tür geschossen. Ein Polizist wurde verletzt, aber er schwebt nicht in Lebensgefahr", ergänzte Guéant. "Der Bruder des Verdächtigen wurde festgenommen (...) Die Mutter wurde zum Ort gebracht und gebeten, Kontakt zu ihrem Sohn aufzunehmen, was sie nicht gewollt hat."

Begonnen hatte der Einsatz kurz nach 3 Uhr in dem nur drei Kilometer Luftlinie von der jüdischen Schule entfernten Viertel, in dem am Montag vier Menschen gezielt erschossen worden waren. Der Mann erklärte der Polizei den Angaben zufolge, er habe palästinensische Kinder rächen wollen und auch ein Zeichen gegen den französischen Einsatz in Afghanistan setzen wollen. "Er spricht viel von seinem Engagement für (das Terrornetzwerk) al Kaida", sagte Guéant. Er sei bereits nach den Morden an drei Soldaten ins Visier der Fahnder geraten. "Diese Person war in Afghanistan und Pakistan. Er ist den Salafisten und Dschihadisten verbunden." Er stamme aber aus Toulouse und habe die französische Staatsangehörigkeit.

Justiz stuft die Mordserie als Terrorakte ein

Der Tatort ist weiträumig abgeriegelt, Sanitätsfahrzeuge sowie Polizisten mit Hunden sind vor Ort, Polizisten mit schusssicheren Westen und Helmen haben das Viertel abgeriegelt.

Beim Einsatz hat die Polizei nach Angaben von Augenzeugen bewusst auf eine Evakuierung des fünfstöckigen Mehrfamilienhauses verzichtet. Anwohner des ruhigen Wohnviertels im Osten der Stadt berichteten Journalisten telefonisch, sie seien im Haus blockiert. Kurz nach 3 Uhr seien sie durch Schreie und Schüsse geweckt worden. Der Verdächtige, der sich in seiner Wohnung verschanzt hat, sei im Gebäude nicht bekannt. "Hier sagt man sich "Bonjour", aber man kennt sich nicht", berichtete eine Anwohnerin dem TV-Sender BFM.

Die Polizei fahndet nach einem kaltblütigen Täter, der in Toulouse und im benachbarten Montauban insgesamt sieben Menschen erschossen hat, darunter an einer jüdischen Schule einen Lehrer und drei Kinder. Die französische Justiz stuft die Mordserie als Terrorakte ein. Der Täter habe seine Opfer mit Kopfschüssen getötet, hatte der zuständige Pariser Staatsanwalt François Molins am Dienstag weiter berichtet.

jar/DPA/AFP
 
 
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