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17. Oktober 2011, 09:00 Uhr

Hochschulen sind "knüppeldickevoll"

Nach den Semesterferien starten die Vorlesungen an den deutschen Hochschulen und tausende Erstsemester beginnen ihr Studium. Doppelte Abiturjahrgänge und der Wegfall der Wehrpflicht führten zu einem Bewerberansturm bei den Bildungsstätten. Besonders ostdeutsche Universitäten sind beliebt.

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Medizinstudenten sitzen im Hörsaal Anatomie in einer Vorlesung an der Universität Leipzig. Ostdeutsche Universitäten stehen bei den Studenten hoch im Kurs© Jan Woitas/DPA

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat den Ansturm westdeutscher Studenten auf ostdeutsche Universitäten begrüßt. "Ich freue mich, dass sich herumspricht, wie attraktiv die Studienbedingungen an ostdeutschen Hochschulen sind", sagte die CDU-Politikerin der "Mitteldeutschen Zeitung". Bundespräsident Christian Wulff hob am Samstag bei einer Immatrikulationsfeier in Rostock die Arbeitsmarktchancen im Osten hervor. Vor allem hier würden künftig Arbeitskräfte gebraucht.

Doppelte Abiturjahrgänge und der Wegfall der Wehrpflicht haben zum Wintersemester einen Ansturm auf die Hochschulen in ganz Deutschland ausgelöst. Besonders beliebt sind die Universitäten in Ostdeutschland. So schrieben sich etwa bei der Technischen Universität Ilmenau in Thüringen fast 20 Prozent mehr Studenten ein als im Vorjahr, 60 Prozent der Erstsemester stammen nach Angaben der TU aus Westdeutschland.

An der Universität Magdeburg immatrikulierten sich für dieses Wintersemester erstmals mehr Studenten aus dem Westen als aus dem Osten. Nach Angaben von Rektor Klaus Erich Pollmann kommen 55 Prozent der rund 1200 Studienanfänger aus den alten Bundesländern. An der Universität Rostock stammen inzwischen schon zwei Drittel der Studenten aus dem Westen.

Hörsäle sind überfüllt

Damit gelingt es vielen Hochschulen im Osten, den demografisch bedingten Rückgang von Abiturienten in den neuen Ländern auszugleichen. In Mecklenburg-Vorpommern etwa hat sich die Zahl der Abiturienten seit 2005 nahezu halbiert. Gerade bei den beliebten Hochschulen ist der Ansturm so groß, dass Hörsäle und Bibliotheken aus allen Nähten platzen.

Dies gilt auch für westdeutsche Unis. "Wir sind knüppeldickevoll", sagte der Vizepräsident der Universität Hamburg, Holger Fischer, der Nachrichtenagentur dpa. Insgesamt erwartet er zum Vorlesungsbeginn an diesem Montag rund 40 000 Studenten, darunter etwa 6000 Studienanfänger. Für die Plätze seien 43 500 Erstsemester-Bewerbungen eingegangen, knapp 10 000 mehr als im Vorjahr.

kave/DPA
 
 
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