Startseite

Kein Herz für Kinder

In Berlin machen Anwohner mobil gegen Kinder aus einem Flüchtlingsheim, die auf ihrem privaten Spielplatz spielen. Eine peinliche Posse über deutsche Spießbürger – und Berührungsängste.

Von Katharina Grimm

  Wer darf auf die Schaukel? In Berlin Reinickendorf spielen Kinder aus einem Asylbewerberheim auf einem Spielplatz einer Wohnanlage. Die Anwohner wollen dies verhindern.

Wer darf auf die Schaukel? In Berlin Reinickendorf spielen Kinder aus einem Asylbewerberheim auf einem Spielplatz einer Wohnanlage. Die Anwohner wollen dies verhindern.

Eigentumswohnanlage. Hunde sind an der Leine zu führen." Die Ansage auf dem Schild vor den zart gelben Wohnblöcken ist unmissverständlich. Hier in Berlin Reinickendorf ist es gediegen, gepflegte Einfamilienhäuschen mit akkuraten Vorgärten und hübsche Anlagen mit Eigentumswohnungen. Und die haben natürlich einen privaten Parkplatz – und einen noch viel privateren Spielplatz. "Privatgrundstück. Betreten verboten."

Neben so viel deutscher Ordentlichkeit wirkte das einstige Altersheim nebenan irgendwie exzentrisch: Es gab früher Ziegen hinten auf der Wiese, damit die Senioren Tiere zum Füttern, Spielen und Angucken hatten. Aber im Vergleich zu der aktuellen Belästigung durchaus akzeptabel, mag manch Anwohner gedacht haben. Denn nachdem Anfang des Jahres alle Alten aus dem Heim raus waren, wurde aus dem Marie-Schlei-Haus ein Flüchtlingsheim – oh nein.

Nun haben die Anwohner einen Anwalt verpflichtet. Der soll für Ruhe und Ordnung sorgen. Denn der Spielplatz, der offiziell zu den Eigentumswohnungen gehört, wird seit Öffnung des Flüchtlingsheims von den dort wohnenden Kindern bespielt. Einfach so, ohne zu fragen, ohne dort zu wohnen, ohne Bausparvertrag oder Eigenheimzulage. Gut, der Spielplatz ist frei zugänglich. Es gibt keinen Zaun oder eine Mauer. Dass es sich um ein privates Grundstück handelt, weiß man nur, wenn man eines kann: Deutsch verstehen. Doch die Kinder der Flüchtlinge sprechen kein Deutsch. Sie kommen meist aus Russland, Tschetschenien oder Afghanistan.

Anwohner wehren sich juristisch

Und die Anwohner gehen noch weiter: Gegen die Baugenehmigung des Heims haben sie auch gleich Widerspruch eingelegt. Um als Heim für Asylsuchende vollständig anerkannt zu sein, müssten noch einige, kleine Umbauten durchgeführt werden. Die Genehmigung dazu liegt seit April vor, nun machen die Anwohner mobil.

"Meine Mandantschaft ist dagegen, dass rund 200 Menschen in einem Hochhaus auf engstem Raum zusammengepfercht werden. Dadurch besteht Seuchengefahr", sagt Rechtsanwalt Jens-Georg Morgenstern in einem Interview. So gab es kürzlich einige Windpocken-Erkrankungen in der Unterbringung. Außerdem habe es auch einen TBC-Fall dort gegeben. Der Betreiber, die Arbeiter Wohlfahrt (AWO), weist die Vorwürfe als "absoluten Unsinn" zurück. "Da entstehen keine Seuchen. Dort, wo viele Menschen zusammen sind – also auch in Kindertagesstätten, in der Schule oder im Altersheim – ist die Ansteckungsgefahr höher", sagt Franz Allert, Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Soziales. Siehe dazu: Läuse in der Kita, Grippe im Büro, Magen-Darm-Erkrankung in der Familie. Wenn’s einer hat, haben’s alle.

"Bitte nicht bei uns"

"Das Problem bleibt: Das Spielen der Kinder", sagt Allert. Dabei geht es nicht um Lärmbelästigung. Oder um Vandalismus. Es geht ums Prinzip. Hinter vorgehaltener Hand wird die Anwohnerinitiative gerne als "Bürgerwehr" betitelt. Nein, politisch rechts seien sie nicht, sagt einer, der die Gruppe kennt. Die Initiative wisse, dass man Unterkünfte bieten müsse. "Aber bitte nicht bei uns", das höre er immer wieder. "Flüchtlingsheime gehören grundsätzlich außerhalb von Wohngebieten", sagt auch der Rechtsanwalt Morgenstern.

Berlin hat zu wenige Unterkünfte für Flüchtlinge. Bis Ende des Jahres werden bis zu 5000 Asylbewerber erwartet, knapp 2000 sind bereits im ersten Halbjahr untergebracht worden, so das Amt für Soziales in Berlin. Insgesamt bekommen rund 14.000 Menschen Asylleistungen in der Hauptstadt. Daher entstehen in Berlin Notunterkünfte und neue Flüchtlingsheime in stillgelegten Schulen und Seniorenheimen, um drohende Obdachlosigkeit abzuwenden. "Es gibt Berührungsängste, das haben auch die Bezirke unterschätzt", sagt Allert. "Aber eigentlich ist die Berliner Bevölkerung sehr hilfsbereit." Doch nicht überall: Zuletzt hetzte die NPD in Berlin-Hellersdorf gegen ein Flüchtlingsheim. "Drogenhandel, Zwangsprostitution und schwerste Gewaltausbrüche" würden bald herrschen, hieß es auf Flugblättern.

Das Heim soll weg

"Kann ich abends meinen Mercedes überhaupt noch draußen parken", sind Fragen, die bei Infoveranstaltungen in Reinickendorf gestellt wurden. Über die Hälfte der Bewohner im Stadtteil ist über 45 Jahre alt, über 25 Prozent sogar älter als 60 Jahre, auch das Einkommen liegt knapp über dem Durchschnitt von Berlin. "Es ist ein Armutszeugnis, dass es Menschen gibt, die vor nichts zurückschrecken, um das Heim weg zu kriegen", sagt Gilbert Collé, Vorsitzender der SPD-Fraktion in Berlin-Reinickendorf.

Der Spielplatz wird nun auch morgen Abend auf einer Bürgerveranstaltung thematisiert werden. "Der Spielplatz kann verdrecken. Wir fürchten, dass weitere Personen hinzukommen. Sie wissen selbst, dass Spielplätze beliebte Treffs von Jugendlichen sind", sagt der Jurist Morgenstern. Für Franz Allert ist das unbegreiflich: "Gemeinsames Spielen ist doch der Inbegriff von Integration. So entwickeln Kinder gar nicht erst Vorurteile." Allerdings: Die Flüchtlingskinder würden dort weiter allein spielen müssen. Der Spielplatz liegt meist unbenutzt brach.

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Was tun gegen ständige Lärmbelästigung in der Straße durch Lokal
Hallo, was kann man dagegen unternehmen wenn jedes Wochenende eine große Afterwork Studenten Party in dem Tanzlokal nebenan stattfindet. Es findet jedes mal eine massive Ruhestörung vor. Es geht meistens von 23:00 bis 03:00 Morgens. Unsere Lebensqualität ist momentan arg eingeschränkt. Wir wussten schon als wir hierher gezogen sind das es ab und zu etwas lauter sein kann. Aber das es jetzt solche extremen Ausmaße nimmt konnten wir nicht ahnen. Bei der Polizei ist dieses Party/Lokal wegen Ruhestörung bekannt. Nur leider unternimmt niemand etwas dagegen. Wir wohnen jetzt 5 Jahre in der Wohnung neben dem Lokal. Aber wir sind jetzt am überlegen deshalb nächstes Jahr wenn es finanziell möglich ist umzuziehen. Was kann man solange tun? Fenster im Sommer geschlossen halten ist unzumutbar. Beschweren beim Lokal Besitzer sowie bei der örtlichen Stadt die sowas genehmigt bringt auch nichts. Wenn es heißt war um wir dort hin gezogen sind, leider ist Heilbronn momentan eine reine Studentenstadt , das heißt als wir hierher gezogen sind waren damals nicht viele für uns preiswerte Wohnungen verfügbar, außerdem wurden damals schon sehr viele Wohnung nur an Studenten vermietet. Das heißt , uns ist nichts anderes übrig geblieben die günstigste Wohnung zu nehmen. Wie oben beschrieben hatten wir kein Problem damit das ab und an eine Veranstaltung stattfindet. Nur , es findet jetzt jedes Wochenende etwas sehr lautstarkes statt.
Ionisiertes Wasser oder Osmosewasser ?
Klar
Liebe Sternchen Community. Vor kurzem war ich bei einem Arzt und er hatte Azidose bzw. eine latente Übersäuerung festgestellt. Daraufhin habe ich viel recherchiert und einige Bücher gelesen. Erst bin ich auf die basische Ernährung gestoßen, die sehr effektiv sein soll, allerdings auch schwierig immer im Alltag zu praktizieren ist. Dann habe ich zufällig einen guten Bericht über ionisiertes Wasser bzw. basisches Wasser gefunden und mir auch ein Buch gekauft, "trink dich basisch" und "jungbrunnenwasser" da wird sehr positiv davon gesprochen. Insbesondere soll es auch das stärkste Antioxidanz sein mit Wasserstoff. Außerdem soll es den Körper basischer und Wiederstandsfähiger machen. Darmmileu und Blutmileu werden günstig beinflusst, heißt es. Sogar Haarausfall soll verhindert werden, weil die Hauptursache davon ist wohl Mineralienmangel, wegen Übersäuerung (pH Wert im Blut und Körper), weniger wegen der Genetik. Und noch einige weitere Vorteile hat es wohl, wie Obst und Gemüse wieder zu erfrischen. Und der Kaffee und Tee schmeckt wohl besser. Und noch einiges mehr.. Stimmt das? Allerdings habe ich "ionisiertes Wasser" gegoogled und bin auf einige Berichte gestoßen, die negativ davon sprechen. Meistens scheinen es Umkehrosmose Wasser Verkäufer zu sein, die so schlecht davon schreiben. Ich habe mal gehört Umkehrosmosewasser ist schädlich, weil es die Osteoporose verstärkt. Einige nennen es auch Osteoporosewasser, weil es wie destilliertes Wasser keine Mineralien mehr hat und deshalb Mineralien aus dem Körper zieht. Also ist es bestimmt nicht gut Osmosewasser zu trinken. Ich würde gerne mal ionisiertes Wasser probieren. Naja, aber hat jetzt jemand echte Erfahrung damit gemacht? Hat wer so einen "Wasserionisierer" zu Hause? Welches Wasser trinkt Ihr? Würde mich interessieren, weil die schon recht teuer sind. Aber vielleicht kaufe ich mir einen mit Ratenzahlung, wenn ich mir sicher bin. Im Moment braucht es etwas Aufklärung... Bitte nur seriöse Kommentare. Liebe Grüße KLAR

Partner-Tools