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22. April 2009, 10:51 Uhr

Eltern lassen drei kleine Kinder in Pizzeria zurück

In Italien verstehen drei kleine Kinder die Welt nicht mehr: Nachdem sie mit ihren Eltern in einer Pizzeria essen waren, sind die Erwachsenen spurlos verschwunden und haben das Trio im Alter von zwei Monaten, zwei und sechs Jahren allein zurückgelassen. Die italienische Polizei hat die Fahndung aufgenommen.

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Das Aosta-Tal ist ein beliebtes Urlaubsgebiet. Hier hat ein deutsches Paar seine drei kleinen Kinder allein in einer Pizzeria zurückgelassen© Picture-Alliance

Die italienischen Behörden sind auf der Suche nach einem deutschen Paar, das seine drei kleinen Kinder in einer Pizzeria im Aosta-Tal zurückgelassen hat. Die beiden wollten angeblich nur kurz eine Zigarette rauchen gehen, sind dann aber spurlos verschwunden. Die Kinder im Alter von etwa sechs Monate, zwei und sechs Jahren sind nach Angaben eines Polizeisprechers gesund, wirken aber verwahrlost.

Die Familie saß beim gemeinsamen Essen, als die 26-jährige Frau und ihr 24-jähriger Begleiter die Pizzeria verließen, um vor der Tür zu rauchen. Als sie nach längerer Zeit nicht zurückkehrten, schauten die Mitarbeiter der Pizzeria erst auf dem Parkplatz und auf der Toilette nach, weil sie sich nicht vorstellen konnten, dass die Erwachsenen einfach verschwinden. Die Kinder haben von alledem nichts mitbekommen und in aller Ruhe weitergegessen. Nach einer längeren Zeit informierten die Mitarbeiter die Polizei, die die Fahndung einleitete. Laut Pizzeria-Besitzer Carmelo Casella war für die Kinder unvorstellbar, dass ihre Eltern einfach verschwunden sind: "Die zwei älteren Kinder wussten von nichts. Sie glauben, ihre Mutter ist zur Toilette gegangen und hat nicht den Weg zurück gefunden", sagte er im italienischen Fernsehen.

Das Auto des Duos wurde später am Stadtrand von Aosta gefunden, laut einer Polizeimitteilung deuteten Hinweise darauf hin, dass die Mutter und ihr Lebensgefährte, der nicht der leibliche Vater der Kinder ist, "offenbar in Schwierigkeiten steckten". Neben finanzieller Not vermuten die italienischen Behörden außerdem Drogenprobleme.

Die Kinder sind noch am Sonntagabend ins Krankenhaus von Aosta gebracht und untersucht worden. Gesundheitlich seien sie fit. Jetzt kümmert sich der Sozialdienst um die Drei. Über Interpol wurde inzwischen die Großmutter ausfindig gemacht, ein Gericht in Turin muss entscheiden, ob die Kinder der Frau übergeben werden können.

Die Familie war den Angaben zufolge bereits am Samstag in der bei Touristen beliebten Stadt in den italienischen Alpen angekommen. Ihnen soll das Benzin in ihrem Kleinwagen ausgegangen sein. Sie hatten sich ohne Gepäck in einem nahe gelegenen kleinen Hotel einquartiert, in dem sie ursprünglich bis Montag bleiben wollten. Der Besitzer des Hotels sagte, die jungen Leute hätten einen "völlig normalen Eindruck gemacht". Erst später sei aufgefallen, dass die vorgelegte Kreditkarte bereits abgelaufen war.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP sollen die abgetauchten Eltern aus dem Kreis Olpe stammen. Ihnen sei inzwischen das Sorgerecht entzogen worden, wie eine Sprecherin des Landgerichts Siegen mitteilte. Demnach hat das Jugendamt des Kreises Olpe den Entzug des Sorgerechts am Dienstag vor dem Amtsgericht Lennestadt erwirkt.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 21)
 
sonnenschein1 (22.04.2009, 16:34 Uhr)
bei so einer Nachricht
kommen mir als Opa nur mehr die Tränen. Ich hätte mir nie gedacht, dass Menschen zu solchen Taten fähig sind. Ich wünschen den Kleinen, dass sie Eltern bekommen, die das zu schätzen wissen, was die drei Kleinen sind, nämlich das höchste Gut auf Erden.
derSchmu (22.04.2009, 16:14 Uhr)
nachtag....
hmm meine Kernaussage hab ich mal wieder vergessen, kann man so auslegen wie acitapple das gemacht hat:
Es geht nicht darum, wer Kinder verdient hat und wer nicht, es geht darum, dass man die Sache auch ernst nimmt und mit dem ihm anvertrauten Menschenleben auch "artgerecht" umgeht und nicht, weil es nicht passt diese auszusetzen oder umzubringen.
Weiterfuehrend koennte man das auch noch auf Tierleben uebertragen...wie Hunde zum Beispiel, aber im Gegensatz zu solchen Kindern koennen die sich einfacher durchbeissen...
acitapple (22.04.2009, 16:06 Uhr)
@sir didimus
natürlich ist leicht von "eltern von heute" die rede, jedoch aus gutem grund. die statistiken sind da eindeutig. es gibt immer mehr kinder mit verhaltensstörungen, mehr eltern, die zugeben, überfordert zu sein. man siehe sich nur mal die bücherverkäufe zum thema "erziehung" oder gar "problemkinder" an.
die leute werden von den eltern ein einer heilen welt aufgezogen, alle probleme werden von ihnen fern gehalten, denn kinder muss man ja schonen bis sie mind. volljährig sind. irgendwann kommt aber der punkt, an dem sie verantwortung übernehmen müssen oder durch schlechte zeiten durch müssen. das waren sie nie gewohnt, daher kommts zu kurzschlussreaktionen. ok, das war jetzt sehr kompakt und überspitzt.
was will man aber von einer gesellschaft erwarten, die kinder als existenzgefährdend ansieht, in der konsum und blingbling ganz oben stehen ?
ich hoffe die geschichte geht vor allem für die kinder gut aus !!!
derSchmu (22.04.2009, 16:06 Uhr)
@sininen
stimmt in der Tat, dass man "solche Leute" erkennen soll, ist schlichtweg unmoeglich, auch weil solch eine Katalogisierung ein Vorurteil ist, was zu vermeiden ist. In diesem Aspekt ist mein Kommentar wohl falsch ruebergekommen.
Auch was die Aufklaerung "solcher Menschen" (in diesem Bezug sollte man doch wohl besser im Nachhinein von nachweislich schlechten Eltern sprechen) ist es wohl nicht getan. Man sollte doch wohl meinen, dass unser Land doch recht gut aufgeklaert ist und Konsequenzen sollten weitreichend auch bekannt sein. So man Vorurteile (ob gewollt oder nicht) verurteilen oder zumindest bewerten soll, so sollte man aus der Sicht der Kinder mindestenst das Verhalten der Eltern beurteilen, was im hoechsten Grade asozial ist...nun Gut hier war es dann noch besser, dass die Eltern die Kinder quasi nur ausgesetzt haben, statt gleich zum Blumentopf zu greifen. Soetwas kann man dann natuerlich auch noch als Hilferuf ansehen, dass sie mit der Situation ueberfordert sind, aber selbst dann haette man das auch im eigenen Lande wesentlich einfacher haben koennen.
Dazu fehlt wohl der Mut, einen Miss-stand zuzugeben und auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.
Wenn man sich da mal die Medien betrachtet und sich so den Aufklaerungsstand in Deutschland anschaut, dann kann man eigentlich nur zu dem Schluss kommen, dass irgendwo die Selbstreflexion nicht weit genug reicht, um die einzuschaetzen, ob man dem gewachsen ist (ok Ausnahmen durch Behinderungen der Kinder koennen unerwartete Herausforderungen hervorbringen, durch die auch Mensch wieder wachsen kann).
Und wenn sich nun doch herausstellt, dass diese Eltern Probleme mit Drogen und aehnlichem haben, dann gehoeren die notgedrungen in eine Schublade mit anderen, die es nicht geschafft haben, auch wenn es nicht immer in ihrer eigenen Hand lag, das Schicksal zu aendern...die Gesellschaft haette natuerlich auch eingreifen muessen.
In allererster Linie sollte man natuerlich auch erst mal sowas ausser Acht lassen und, um es mit M. Simpsons Worten zu sagen: Um Himmels Willen denkt denn keiner an die Kinder!
Um die sollte es nun doch zuallererst mal gehen, die stehen in der Situation erstmal gaenzlich alleine da, egal ob ihnen geholfen wird oder nicht.
ToNovl (22.04.2009, 15:48 Uhr)
@ Pixelschubser
Auch wenn ich seine Aussagen meist lächerlich und selten durchdacht finde, seine Kommentare löschen zu wollen ist genauso arm.
Entweder man ist Demokrat und erträgt die Meinung anderer auch wenn sie einem nicht passt oder man ist genauso faschistisch wie die, die man anprangert!
wilmito (22.04.2009, 15:47 Uhr)
schließe mich Pixelschubser an.
So braune Wurstköppe mit 3 cm geistigem radius kann man nicht ertragen.
@sininen: genau das meine ich! und, haben sich die medien für ihre hetze gegen die "amoksäufer" bei irgendwem entschuldigt?? nein: Da werden jetzt sicherlich mitfühlend die hinterbliebenen zu stern-tv eingeladen. würg.
Pixelschubser (22.04.2009, 15:35 Uhr)
@ Admins / @ Vegefranz
@ Vegefranz: Solche dumm-nationalistischen und fremdenfeindlichen Äußerungen haben hier nichts zu suchen. gehen sie bitte auf www.bild.de und jammern sich dort aus!
@ Admin: Bitte löschen Sie Vegefranz's Kommentare - es ist leider immer wieder das selbe Leid mit solchen braungesinnten Stänkerern!
Haris_Pilton (22.04.2009, 15:27 Uhr)
Mein Tip ;-)
Die Eltern wollten wohl nur mal eben kurz nen Drogendeal abwickeln und der lief gründlich schief. Ob sie schon irgendwo vor sich hin gammeln oder noch in nem Keller auf die Mafiosi warten kann ich nicht beantworten. Allerdings muss es so etwas sein, da sonst niemand ein Baby von zwei Monaten nach Italien fährt und dort dann stehen lässt. Fast schon Filmreif die Geschichte...
SirDidimus (22.04.2009, 15:18 Uhr)
es ist immer erstaunlich
wie aus den "einzeltätern" immer "die eltern von heute" wird. sicher gibt es viele dramatische geschichten, die passieren, aber wir sollten nicht vergessen, dass es viele verantwortungsvolle und liebevolle eltern gibt, die alles für ihre kleinen machen würden, damit sie einen ordentlichen start ins leben bekommen.
turo (22.04.2009, 14:54 Uhr)
@Dialogus
Sie könnten recht haben, ist aber spekulativ.
Wir können aber dankbar sein und diese Kinder uns erhalten bleiben.
In letzter Zeit hörten wir ja immer fürchterlich Sachen, dass Kinder mit in den Tod gehen mussten.
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