Gegen den Widerstand der Atomkonzerne peilt die deutsche Energiewirtschaft einen Ausstieg aus der Kernenergie bis 2020 an. Die Energieriesen RWE und Eon trugen den Beschluss allerdings nicht mit. RWE sei gegen eine Festlegung auf konkrete Jahreszahlen, sagte ein Unternehmenssprecher in Essen.
Der Bundesverband der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) will einen vollständigen Atomausstieg bis etwa zum Jahr 2020. "Die im BDEW organisierte Energiewirtschaft spricht sich aus für den schnellen und vollständigen Ausstieg aus der Kernenergienutzung", sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagsausgabe). Ziel des Spitzenverbandes der Energiebranche sei dafür das Jahr 2020, wenn dies bei Sicherstellung von Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Bezahlbarkeit möglich sei, spätestens aber entsprechend den Vorgaben des rot-grünen Ausstiegsbeschlusses bis 2022 oder 2023.
"Wir haben uns am Freitag auf eine klare Position geeinigt", sagte Müller dazu weiter. Die Reaktorkatastrophe in Fukushima habe auch in der Energiebranche zu einer Neubewertung der Atomenergie geführt. Auf die Frage, ob dies auch von den vier großen Akw-Betreibern mitgetragen werde, bekräftigte die BDEW-Hauptgeschäftsführerin, der Beschluss sei nach intensiver Debatte gemeinsam gefallen. "Natürlich werden einzelne Unternehmen diesen Beschluss für sich gesondert bewerten. Das ist legitim, stellt aber den Branchenkompromiss insgesamt nicht in Frage", fügte Müller allerdings hinzu.