Jahrzehntelang wurde das Endlager Asse II nur äußerst schlampig kontrolliert, über den dort gelagerten Atommüll gibt es nur unzureichende Informationen. Wer trägt die Verantwortung dafür? Welche Gefahren bestehen für die Umwelt und die Anwohner? stern.de gibt Antworten. Von Sebastian Jabbusch

Das Atommülllager Asse wurde über Jahre nur schlampig kontrolliert© Nigel Treblin/DDP
Das marode Atommülllager Asse wird künftig nach strengerem Atomrecht geführt und fällt damit auch unter die Zuständigkeit des Bundesumweltministeriums. Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) kündigte nach einem Krisentreffen in Berlin an, das niedersächsische Lager in der Nähe von Wolfenbüttel solle nun vom Bundesamt für Strahlenschutz (BFS) geführt werden: "Asse wird künftig wie ein Endlager behandelt."
Der jüngste Bericht über den Zustand des Lagers hatte zahlreiche Mängel und Verfahrensverstöße aufgezeigt. Im Endlager Asse sind rund 130.000 Fässer mit mittel- und schwachradioaktivem Müll eingelagert. Auch mehrere Kilo des hochgiftigen Plutoniums befinden sich dort. In den Salzstock fließt schon seit den 60er Jahren Salzlauge, die die Stabilität des Lagers bedroht. Auch eine Gefahr für das Grundwasser wird nicht ausgeschlossen. Umweltminister Gabriel bezeichnete Asse als "die problematischste kerntechnische Anlage in Europa".
Welche Fehler wurden in Asse gemacht? Wer trägt dafür die Verantwortung? Welche Gefahren bestehen für Umwelt und Bevölkerung? stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das problematische Endlager in Niedersachsen.