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22. Dezember 2011, 17:53 Uhr

Müll ist vermutlich nicht mehr rückholbar

Das Lager Asse II ist stark einsturzgefährdet. Dies könnte den Bestrebungen, den Atommüll zurückzuholen, einen Strich durch die Rechnung machen.

Atommüll, Asse, Radioaktiv, Strahlenschutzamt, Wolfenbüttel, 14521

Im maroden Atommülllager Asse in Niedersachsen ist in 750 Meter Tiefe die Cäsium-Aktivität deutlich gestiegen: Das Bundesamt für Strahlenschutz strebt daher die Rückholung der Atommüllfässer an© Peter Steffen/DPA (Archiv)

Bergbau-Experten des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) raten offenbar davon ab, den Atommüll aus dem einsturzgefährdeten Atommülllager Asse II bei Wolfenbüttel zu bergen. Das berichtet die "Braunschweiger Zeitung" (Freitagsausgabe) unter Berufung auf ein internes Schreiben der Behörde. Ein Sprecher des BfS erklärte dagegen, die gesamte Behörde favorisiere weiterhin die Rückholung des Mülls.

In dem Schreiben eines BfS-Abteilungsleiters an das Bundesumweltministerium heißt es dem Bericht zufolge, "alle dargestellten Indikatoren" deuteten darauf hin, "dass im Verlauf der nächsten Monate bis gegen Ende 2012 eine Sachlage eintreten wird, die eine weitere Verfolgung der Stilllegungsoption 'Rückholung' als sicherheitstechnisch nicht mehr vertretbar erscheinen lässt". Bisher hatte die Behörde stets die Rückholung aus der Asse als oberstes Ziel bezeichnet.

Sicherheit von Mensch und Umwelt als "oberstes Ziel"

"An dieser Einschätzung hat sich nichts geändert", erklärte der Sprecher des BfS, Florian Emrich, am Abend. Bei der Schließung der Asse sei die "langfristige Sicherheit von Mensch und Umwelt" das oberste Ziel. Dies sei nach derzeitigem Stand nur durch die Rückholung der eingelagerten radioaktiven Abfälle gewährleistet.

Bei dem von der "Braunschweiger Zeitung" zitierten Vermerk handelt es sich demnach um eine Berurteilung aus bergbaulicher Sicht. "Bei der Stellungnahme handelt es sich nicht um ein Positionspapier des BfS oder eine grundlegende Neubewertung der Gesamtsituation der Asse", erklärte BfS-Sprecher Emrich. Dazu bedürfe es Expertisen weiterer an der Sanierung der Asse beteiligter Fachleute der Behörde, beispielsweise des Strahlenschutzes. Sie nehmen die radiologische Bewertung für Bevölkerung, Personal und Umwelt vor.

In der Asse wird derzeit die Anbohrung der erste Atommüllkammer vorbereitet. Durch diese soll ermittelt werden, in welchem Zustand sich die Kammern und der Atommüll befinden und ob eine Rückholung möglich ist. Örtliche Bürgerinitiativen fordern die Bergung des Atommülls, weil sie angesichts des fortlaufenden Wassereinbruchs in den Schacht unter anderem eine Verseuchung des Grundwassers befürchten.

kgi/AFP
 
 
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