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27. November 2008, 10:35 Uhr

Im "Kugelhagel geflohen"

Augenzeugen berichten von den blutigen Anschlägen in Mumbai: Ihre Flucht vor den Terroristen auf "abenteuerlichen Wegen" schildern die einen, andere versteckten sich in ihrer Panik in Schränken und Toilettenräumen. Eine australische Touristin traf eine Kugel in den Unterschenkel.

Bombay, Mumbai, Anschläge,  Augenzeugen, Terror

Das Entsetzen steht den Befreiten ins Gesicht geschrieben© Reuters

Mehrere Ausländer sind den Anschlägen in Bombay nur knapp entkommen. Sieben EU-Abgeordnete, unter ihnen der Karlsruher Daniel Caspary, erlebten den Anschlag im Hotel "Taj Mahal". Einige von ihnen seien "im Kugelhagel" aus dem Hotel geflohen, sagte Caspary. Alle seine Kollegen und Mitarbeiter seien in Sicherheit, einige seien auf "abenteuerlichen Wegen" aus dem Hotel entkommen. Die Menschen seien durch Küchen und Keller geflohen, in unmittelbarer Nähe habe es Schießereien gegeben. "Wir alle sind vom Ausmaß der Gewalt extrem überrascht", fügte er hinzu. Die Delegation wurde unterdessen ins französische Konsulat gebracht. Ob noch weitere Deutsche von den Anschlägen betroffen sind, war zunächst unklar.

Ein deutscher Augenzeuge beobachtete, wie schwer bewaffnete Terroristen "mit riesigen Gewehren und umgeschlungenen Patronengürteln" durch die Straße gestürmt sind. "Sie haben auf alles geschossen, was ihnen untergekommen ist", berichtete ein aus der Nähe von Stuttgart stammender Tourist, der seinen Namen nicht nennen wollte, dem Sender You FM. "Es war wie im Film", fügte er hinzu. Der Tourist beobachtete die Szene von seinem Hotel aus, das gegenüber dem "Taj Mahal"-Hotel liegt.

"Es gab jede Menge Schüsse und Explosionen", berichtete er. Mehrere Menschen hätten in seinem Hotel Zuflucht gesucht. Sie hätten tief unter Schock gestanden. "Wir haben uns alle geduckt und das Licht ausgemacht", sagte der Augenzeuge. Die Hotelgäste hätten sich gegenseitig ihre Mobiltelefone zur Verfügung gestellt, um die Angehörigen zu informieren.

Eine australische Schauspielerin hatte sich mit sechs anderen Gästen in den Toiletten eingeschlossen, als in der Lobby die Schießerei ausgebrochen war. "Es war schrecklich, da ist auf den Fluren auf die Leute geschossen worden, vor den Waschräumen lag eine Leiche", berichtete die 28-jährige Brooke Satchwell, die in der Serie "Neighbours" mitspielt. Sie selbst sei in einem kleinen Schrank gekrochen, berichtete sie.

Die australische Touristin Kate Anstee, 24, sei im Unterschenkel von einer Kugel getroffen, berichtete ihr Freund David Coker, 23, im australischen Fernsehen. Die jungen Attentäter hätten in einem Café mit Schnellfeuergewehren wahllos um sich geschossen. "Sie sahen aus wie kleine Jungs. Das war ein Amoklauf", sagte Coker. "Es hörte sich an, als würden Feuerwerkskörper losgehen, die Leute schrien", berichtete er.

Ein britischer Hotelgast sagte dem indischen Fernsehen, dass die Attentäter im "Taj Mahal" gezielt nach Gästen mit britischem oder amerikanischem Pass gesucht hätten. Er selbst habe entkommen können, ohne seine Nationalität preiszugeben. "Die Terroristen waren etwa 20 bis 25 Jahre alt. Sie trugen Jeans und T-Shirts und gaben sich sehr aggressiv", sagte er.

Eine indische Architektin erlebte den Anschlag auf das "Taj Mahal"-Hotel in Mumbai aus einem nahe gelegenen Café mit. "Wir haben gegen 22 Uhr das Café verlassen und eine Reihe von Schüssen gehört, es klang wie Feuerwerk", sagte die 33-jährige Perena Motwane am Donnerstag der dpa. "Es wurde immer lauter, wie Explosionen, aber er war nicht klar, aus welcher Richtung es kam", sagte sie. "Wir haben uns zunächst nichts dabei gedacht, in Mumbai ist immer was los", fügte sie hinzu. Dann seien Menschen gelaufen gekommen. Ein Mann in einem blutigen T-Shirt habe um Hilfe geschrien. "Dann kam ein junges Pärchen, vermutlich ausländische Touristen. Die Frau heulte, der Mann humpelte, es sah aus, als sei er angeschossen worden", berichtete Motwane. Sie sagten, sie seien in einem Café gewesen, als ein paar Männer wild um sich geschossen hätten. Überall sei Blut gewesen.

Bombay, Mumbai, Anschläge,  Augenzeugen, Terror

DPA
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
gmathol (27.11.2008, 21:14 Uhr)
Die meisten oder fast alle der Getoeteten gehen auf das Konto der "indischen" Befreiungsexperten.
...sorry, muss mal gesagt werden. Wer waren die "Terroristen"? Man wird nie die Wahrheit berichten. Vermutlich gab es sie nicht einmal.
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