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30. April 2009, 06:33 Uhr

EU erwartet Todesopfer in Europa

Die WHO hat ihre Pandemie-Warnung erneut hochgestuft und die EU befürchtet schwerwiegende Folgen der Schweinegrippe auch in Europa: "Es ist nicht die Frage, ob Menschen sterben werden, sondern wie viele", warnt der Generaldirektor für Gesundheit, Robert Madelin.

Pandemie, WHO, Weltgesundheitsorganisation, Schweinegrippe

Ein Impfstoff gegen das neue Virus kann laut EU innerhalb von 100 Tagen in Europa zur Verfügung stehen© Thomas Lohnes/DDP

Die EU-Kommission rechnet mit Todesopfern durch die Schweinegrippe auch in Europa. "Menschen werden dadurch sterben, es ist nicht die Frage, ob Menschen sterben werden, sondern wie viele", sagte der EU-Generaldirektor für Gesundheit, Robert Madelin, der Nachrichtenagentur Reuters in Brüssel. "Werden es Hunderte, Tausende oder Zehntausende sein." Zugleich bemühte sich Madelin um Beruhigung: "Wir kennen nicht das Ausmaß der Pandemie. Aber Europa ist besser vorbereitet als jemals zuvor", versicherte er. Ein Impfstoff könne innerhalb von 100 Tagen in Europa zur Verfügung stehen.

Ungeachtet der Ausweitung der Schweinegrippe wird die Europäische Union Madelin zufolge keine Aussetzung des Flugverkehrs zwischen Europa und den USA und Mexiko vorschlagen. Stattdessen sollten Reisende zu Vorsicht aufgerufen werden. Wegen der rasanten Ausbreitung der Schweinegrippe kommen die EU-Gesundheitsminister heute zu einem Sondertreffen in Luxemburg zusammen. Die Minister der 27 EU-Mitgliedstaaten wollen ein gemeinsames Vorgehen bei der Bekämpfung der Krankheit und mögliche Reisewarnungen beraten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Mittwochabend ihre Pandemie-Warnung um einen Rang auf die zweithöchste Stufe fünf angehoben. Es war bereits die zweite Verschärfung seit Anfang der Woche. Die Ausrufung der Phase 5 sei ein starkes Signal, dass eine Pandemie bevorstehe und die Zeit für einen Abschluss der Organisation und Umsetzung der geplanten Schutzmaßnahmen kurz sei, heißt es in den Erläuterungen der UN-Organisation. Das Europäische Seuchenkontrollzentrum (ECDC) in Stockholm nannte die Erhöhung der Alarmstufe eine angemessene Antwort auf die Entwicklung der Lage. Grund seien die anhaltenden Übertragungen des Erregers von Mensch zu Mensch in Mexiko und den USA.

Unterdessen erhöhte sich in Mexiko die Zahl der Schweinegrippe-Todesopfer auf acht. Auch die Zahl der mit dem mutierten H1N1-Virus Infizierten habe sich von bisher 49 auf 91 erhöht, teilte Gesundheitsminister José Ángel Córdova am Mittwochabend mit. 84 Verdachtsfälle würden derzeit noch untersucht. Die mexikanische Regierung ordnete eine mehrtägige Schließung aller Unternehmen an, deren Waren oder Dienstleistungen für die Versorgung der Allgemeinheit nicht unbedingt nötig sind. Die auf fünf Tage angesetzte Maßnahme solle dazu dienen, Menschenansammlungen zu vermeiden, bei denen der Schweinegrippe-Erreger sich weiter ausbreiten könnte. Ausgenommen seien Lebensmittel- und Verkehrsbetriebe sowie die öffentliche Gesundheitsversorgung und der Finanzsektor.

Nach Angaben des Nationalen Epidemiologischen Zentrums ist es inzwischen gelungen, den Ursprung der Infektionskette in Mexiko ausfindig zu machen. Der erste Fall sei Anfang April in der Ortschaft Perote im Staat Veracruz aufgetreten. Medienberichten zufolge handelte es sich um einen fünf Jahre alten Jungen, der sich ohne ärztliche Behandlung wieder vollständig erholt habe.

US-Präsident Barack Obama sprach sich am Mittwochabend gegen eine Schließung der Grenze zu Mexiko wegen der Schweinegrippe aus. "Das wäre, als schließt man das Scheunentor, nachdem die Pferde ausgerissen sind", sagte er. Das Virus sei bereits in den USA. Deshalb mache eine Schließung der Grenzen keinen Sinn.

Auch in Peru und in der Schweiz wurde mittlerweile je ein Fall von Schweinegrippe gemeldet In der Schweiz handelt es sich um einen jungen Mann, der am Montag wegen Verdachts auf eine Erkrankung im Kantonsspital Baden auf eine Isolierstation gebracht worden war, wie die Klinik am Donnerstag mitteilte. Die Gesundheitsbehörden hatten am Mittwochnachmittag zunächst Entwarnung gegeben und den Mann nach Hause entlassen. Später bestätigte sich jedoch die Infektion mit der Schweinegrippe. Unmittelbar nach Eintreffen eines zweiten, positiven Laborergebnisses sei der Patient erneut in die Klinik eingewiesen worden.

In Spanien wurde das Virus erstmals in Europa auch bei einem Patienten nachgewiesen, der nicht in Mexiko gewesen war. Er habe sich vermutlich bei seiner ebenfalls erkrankten Lebensgefährtin angesteckt, die das Virus aus Mexiko eingeschleppt habe, teilten die Behörden mit. Spanien hat derzeit 10 Schweinegrippefälle nachgewiesen. Großbritannien hat fünf Fälle gemeldet, Deutschland drei und Österreich einen.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) bestätigte in der ARD neue Verdachtsfälle in Deutschland. "Wir haben drei neue Verdachtsfälle, so dass insgesamt im Moment zehn Verdachtsfälle überprüft werden", so die Ministerin.

Fragen und Antworten zum Thema Wie schützen Sie sich am besten vor Viren? Wie stärken Sie ihr Immunsystem? Welche Hausmittel gibt es? Mehr zum Thema Grippe finden Sie im stern.de-Ratgeber Grippe und Erkältung Dort beantworten Ihnen Experten auch Ihre Fragen zum aktuellen Ausbruch der Schweinegrippe.

Reuters/DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 29)
 
jetrabbit (01.05.2009, 01:56 Uhr)
schaut euch mal
"The Illuminati Card Game - 1995" auf youtube an. das spiel kam 1995 raus... alle ereignisse trafen ein, genau wie die karten es vorausgesagt haben. da stimmt was nicht. für alle kritiker, ja die karten sind echt.
felice4711 (30.04.2009, 16:15 Uhr)
und sie wütet weiter...
die Schweinegrippe. Wen kann sie eigentlich noch dahinraffen? Sind wir nicht längst alle Untote? Hinweggerafft von der Vogelpest vor 2-3 Jahren? Auch da Tag für Tag Brennpunkte, Sondersendungen "auf Rügen wurde ein toter Vogel gesichtet" usw. Also liebe Leute, lieber mal wieder auf die Rubriken Wirtschaft und Politik konzentrieren. Bei dem Hype um die Schweinepest kann es sich doch nur um ne neue Sauerei aus ner ganz anderen Ecke handeln, die still und heimlich durchgezogen werden soll. Wisst ihr noch? 2006 als ihr singend in der Fan-Meile standet, wurde schnell die MwSt-Erhöhung durchgedrückt. Da hatte keiner Zeit zum Aufmucken, da ja König Fußball gefeiert werden musste.
chaos123 (30.04.2009, 15:12 Uhr)
tausende von tote
auf dem wiener zentralfriedhof wurden tausende tote entdeckt!!!!
Heute abend 20.15h - ARD Brennpunkt berichtet live. BILD titelt: Jetzt sind wir alle dran!!!!!! Bundesgesundheitsministerin Schmidt: Hilfe!! Ich habe gestern auch schon gehustet.
Schwaebin (30.04.2009, 15:11 Uhr)
lächerlich das alles
aber wenigstens retten mir eure ganzen Kommentare die Laune an diesem verregneten Nachmittag, ha ha....köstlich!
RDUKE7777777 (30.04.2009, 14:29 Uhr)
Bisher 8 Tote
ACHT. ACHT bestätigte Tote. Und Pandemie-Stuge 5? Reiseverbote nach Mexiko??
Alles klar, das ist bestimmt alles GANZ NORMAL.
Wacht mal auf Leute, es sterben mehr Menschen durch die normale Grippe als durch H1N1. Aber Hauptsache PANDEMIE-ALARM. PANIK. Menschenmengen Meiden (1. Mai) URLAUB ABSAGEN!! (Und das Geld in D ausgeben um die Banken zu finanzieren)
chatahootchee (30.04.2009, 14:17 Uhr)
EU ERWARTET TODESOPFER ...
... wenn es nicht so traurig ware: Ja, wo warten sie denn? Steht H.P. dort mit einem Empfangskommitee?
Ich glaube, wir sind schon im verfruehten Sommerloch, wohl auch als Folge der Klimaaenderung.
Henning100 (30.04.2009, 13:28 Uhr)
Schwachkoepfe
Mann oh Mann, diese Schwachkoepfe bei der WHO, denen sollte man das Reden verbieten. Hinter dieser Aktion steht doch nur die Pharma-Industrie. Bis jetzt sind 7 Menschen in Mexico und ein Baby in USA angeblich gestorben Ja, und? In einer Woche spricht kein Schwein mehr darueber.
goldenapple (30.04.2009, 12:58 Uhr)
Der Tamiflu -Umsatz...
... wird 2009 um 531% (!!!) steigen. Das wussten die Herren von CHUGAI PHARMACEUTICAL anscheinend schon im März 2008.
http://www.chugai-pharm.co.jp/pdf/annual_report/2009/eAR2009_12_04.pdf
goldenapple (30.04.2009, 11:57 Uhr)
Hat eigentlich..
schon mal jemand in der deutschen Presse erwähnt, dass das in den USA gestorbene Kind aus Mexiko kam und nur zur Behandlung in den USA war!?
"So far, 159 people have died in Mexico, where the outbreak of the virus began, seven of them confirmed as swine flu deaths, and the remainder suspected. A 23-month-old baby also died in a confirmed swine flu infection in Texas. The child was Mexican, and had been brought to the U.S. for treatment."
http://www.haaretz.com/hasen/spages/1081862.html
skeptiker23 (30.04.2009, 11:33 Uhr)
don't panic, aber vorsichtig sein
Ganz so ungefährlich ist die Sache meiner Meinung nach nicht. Selbst wenn die Sterblichkeitsquote geringer ist als bei einer "herkömmlichen" Grippe. Das menschliche Immunsystem kennt diesen Typ der Grippe nicht und muß sich erstmal daran anpassen. Deshalb könnte es passieren, dass sich ein großer Teil der Bevölkerung infiziert. Falls es Erkrankungszahlen um die 20% geben sollte, wären auch bei einer geringen Sterblichkeitsrate sehr viele Tote zu erwarten. Soweit ich weiss kann heute niemand sagen ob das so kommen wird, aber die Gefahr besteht und deshalb ist es richtig auf das schlimmste Vorbereitet zu sein. Dennoch finde ich die Art der Bereichterstattung übertrieben, vernünftig wäre auf die Gefahr hinzuweisen, aber nicht den ganzen Tag damit bombardiert zu werden. Man sollte halt erst Feuer schreien wenn's wirklich brennt, sonst
werden Warnungen wenn es wirklich gefährlich wird nicht mehr Ernstgenommen.
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