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Dieses Bild brach einer Mutter das Herz

Miles ist sieben Jahre alt und an den Rollstuhl gefesselt. Nun sorgt ein Klassenfoto des kleinen Kanadiers für Aufruhr: Das Bild zeigt den Jungen getrennt von seinen Mitschülern am äußersten Bildrand.

Von Christoph Fröhlich

  Dieses Klassenfoto sorgt für hitzige Diskussionen

Dieses Klassenfoto sorgt für hitzige Diskussionen

Die kleinen Kinder nach vorne, die großen nach hinten, und dann alle lächeln: Klassenfotos sind nicht nur für Schüler eine Erinnerung an ihre Jugend, sondern auch für deren Eltern. Sie vermitteln das Bild einer harmonischen Kindheit und Schulzeit. Doch als Anne Belanger, eine Mutter aus dem kanadischen New Westminster, das Klassenfoto ihres siebenjährigen Sohnes Miles sah, war sie geschockt: Während alle Kinder herausgeputzt und lächelnd in drei Reihen auf der Mitte des Bildes zu sehen sind, wurde ihr Sohn, der seit Jahren an den Rollstuhl gefesselt ist, an den rechten Bildrand geschoben. Er leidet an Spinaler Muskelatrophie, einer seltenen Art von Muskelschwund, bei der Impulse nicht mehr an die Muskeln weitergeleitet werden und in der Folge Lähmungen auftreten.

Belanger war beim Betrachten des Fotos nicht nur wütend, sondern auch traurig. "Ich konnte nicht verstehen, wie der Fotograf durch die Linse schauen und glauben konnte, das sei eine gute Bild-Komposition", sagte sie der kanadischen Zeitung "Toronto Star". Statt dem Jungen ein Gefühl der Zugehörigkeit zu vermitteln, wurde er von der Klasse getrennt und an den Bildrand verfrachtet. Es muss sich "entsetzlich" angefühlt haben, glaubt Belanger. "Er wurde ausgeschlossen. Dabei will er doch so gerne Teil der Gruppe sein", sagt sie dem Internetportal "The Province".

Wut und Trauer

Mit 13 Monaten hätten Miles' Eltern die Diagnose erhalten, dass ihr Sohn niemals laufen wird. Seitdem sitzt er im Rollstuhl und musste schon viele "Herausforderungen bewältigen", wie Miles' Vater Don Ambridge in einem Interview sagt. Umso frustrierender sei es gewesen, den Sohn von seinen Klassenkameraden getrennt sitzen zu sehen. Der Anblick des Fotos habe ihn beschämt.

Nicht nur in der kanadischen Presse zeigten sich die Eltern enttäuscht. Auch auf der Facebook-Seite des Unternehmens Lifetouch, das für die Klassenfotos verantwortlich war, schrieb die Mutter eine empörte Nachricht. Für Menschen mit Behinderungen sei es Alltag, diskriminiert zu werden. Doch Belanger räumt ein: "Das war kein bösartiges Vorgehen. Ich glaube nicht, dass es mit Absicht getan wurde. Ich glaube nur, dass sich in dieser Angelegenheit niemand vernünftige Gedanken gemacht hat."

Lifetouch reagierte auf die Kritik, indem sie das von der Mutter hochgeladene Klassenfoto wegen Verletzung der Privatsphäre von der Facebookseite entfernten. Unzufrieden mit der Reaktion des Unternehmens lud Belanger das Foto erneut hoch, diesmal wurden die Gesichter der übrigen Kinder verpixelt. Prompt verbreitete sich das Foto im Netz und löste eine weltweite Debatte über Diskriminierung aus.

"Erwachsene sollten es besser wissen"

"Aus irgendeinem Grund macht es mich umso trauriger, dass er auf dem Bild so glücklich aussieht", sagt Miles Vater, Don Ambridge dem Webportal "Yahoo". "Ich glaube das kommt daher, dass er immer noch so gutgläubig ist."

Lifetouch hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet und das Foto als einen "Fehler" bezeichnet. Das Bild werde zeitnah nachgeholt werden, verspricht das Unternehmen. Auf dem neuen Foto werde Miles neben seinen Klassenkameraden auf einer Bank sitzen. Tracy Fulton, Rektorin an der Herbert Spencer Elementary School, hat aus dem Vorfall bereits Konsequenzen gezogen: Künftig werde das Unternehmen an ihrer Schule keine Fotos mehr machen. "Kinder können grausam sein, aber dieses Verhalten kommt von Erwachsenen, das ist noch viel schlimmer", sagt Miles' Mutter. "Erwachsene sollten es besser wissen."

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