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27. Januar 2012, 14:51 Uhr

Entführung eines Deutschen in Nigeria bestätigt

Jetzt ist es traurige Gewissheit: Das Auswärtige Amt hat bestätigt, dass ein deutscher Mitarbeiter einer Baufirma in Nigeria verschleppt worden ist. Die Hintergründe des Falles bleiben rätselhaft.

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Das Polizeihauptquartier in Kano. Der Deutsche wurde in einem Vorort der Millionenstadt entführt© Aminu Abubakar/AFP

Das Auswärtige Amt hat die Entführung eines Deutschen in Nigeria bestätigt. Weitere Einzelheiten wollte ein Sprecher am Freitag allerdings nicht nennen. Ministerium und Botschaft arbeiteten mit Hochdruck an der Aufklärung des Falles. Man sei "mit allen relevanten Stellen" in Kontakt.

Der Mannheimer Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger Berger hatte zuvor erklärt, dass es sich bei dem Verschleppten um einen nach Nigeria entsandten Mitarbeiter handelt.

Nach Informationen des US-Nachrichtensenders CNN wurde der Mann in der jüngst von Terroranschlägen erschütterten Millionenstadt Kano im Norden des Landes verschleppt. Es gebe bislang aber noch keine Hinweise darauf, ob die Entführung auf das Konto von Kriminellen oder der radikalislamischen Sekte Boko Haram gehe. Bei Anschlägen der Sekte waren zuletzt mehr als 190 Menschen getötet und viele andere verletzt worden.

Zuvor schon Bilfinger-Mitarbeiter in Nigeria verschleppt

Laut "Mannheimer Morgen" wurden schon in der Vergangenheit mehrere Bilfinger-Mitarbeiter in Nigeria entführt, zwischen 2005 und 2008 habe es allein vier Fälle gegeben. Alle seien unversehrt wieder freigelassen worden. Über den Ablauf der Freilassungen seien stets keine Angaben gemacht worden.

Der Norden Nigerias ist seit Wochen von Gewalt geprägt. Am Freitag vergangener Woche hatte es in der Millionenstadt Kano eine schwere Serie von Angriffen gegeben. Bei den Anschlägen mit Bombenexplosionen und Feuergefechten wurden mindestens 185 Menschen getötet, darunter dutzende Polizisten. Zu den Gewalttaten bekannte sich die Islamistengruppe Boko Haram.

Auswärtiges Amt bearbeitet mehrere Entführungsfälle

Das Auswärtige Amt ist derzeit mit mehreren Entführungsfällen befasst. In Pakistan soll ein deutscher Entwicklungshelfer verschleppt worden sein. In Äthiopien werden seit einem Überfall auf eine Reisegruppe in der vergangenen Woche zwei Deutsche vermisst. Der Sprecher des Auswärtigen Amts sprach diesbezüglich aber immer noch vom Verdacht einer Entführung.

kng/DPA/AFP
 
 
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