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Die wichtigsten Fakten zum schweren Zugunglück

Nahezu ungebremst sollen die beiden Züge bei Bad Aibling ineinander gerast sein. Was wissen wir über den Unfallhergang? Was über die Ursache? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Rettungskräfte an der Unglücksstelle

Rettungskräfte an der Unglücksstelle. Die beiden Züge stießen frontal zusammen.

Das Unglück ereignet sich um 6.48 Uhr morgens: Auf einer Bahnstrecke etwa 50 Kilometer südöstlich von München rasen zwei Regionalzüge ineinander. Die Bergung der Verletzten und Toten dauert mehrere Stunden. Die Unfallursache ist laut ersten Ermittlungen menschliches Versagen.

Wie viele Menschen kamen ums Leben, wie viele wurden verletzt?

Die Zahl der Toten hat sich inzwischen auf zehn erhöht, darunter auch die beiden Zugführer. Nach Polizeiangaben wurden außerdem 17 Menschen schwer sowie 63 leicht verletzt. In den beiden Zügen saßen vermutlich rund 150 Menschen, darunter viele Pendler. An einem gewöhnlichen Dienstag wären um die Uhrzeit wohl noch mehr Personen unterwegs gewesen, vor allem auch viele Schüler. Wegen der Faschingsferien hatten die Kinder jedoch frei.

Was wissen wir über die Unglücksursache?

Die verhängnisvolle Fehlentscheidung eines Fahrdienstleiters im Stellwerk von Bad Aibling ist offenbar der Grund für das Zugunglück, berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Das Blatt beruft sich dabei auf das RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Demnach habe ein Bahnbediensteter das automatische Signalsystem ausnahmsweise außer Kraft gesetzt, um einen verspäteten Triebwagen noch "quasi von Hand durchzuwinken", schreibt die Zeitung. Um den entgegenkommenden Zug auszuweichen, hätte der Triebwagen rechtzeitig einen sogenannten Begegnungspunkt erreichen müssen, wo die eingleisige Strecke zweigleisig wird. Doch der Triebwagen schaffte es demnach nicht rechtzeitig bis zu diesem Punkt. Fatalerweise bekam der entgegenkommende Zug grünes Licht, obwohl das reguläre Signalsystem auf Rot stand. Nichtsahnend sei der Lokführer dann aus dem zwei- wieder in den eingleisigen Streckenabschnitt gefahren - und geradewegs in die Katastrophe gesteuert.

Wo geschah das Unglück?

Die Strecke, auf der die Züge sich trafen, führt eingleisig von Holzkirchen nach Rosenheim. Die beiden Meridian-Züge der Bayerischen Oberlandbahn kollidierten auf dem Abschnitt zwischen Kolbermoor und Bad Aibling in einer langgezogenen Kurve. Die Bergung gestaltete sich schwierig: Die Unfallstelle liegt in einem Waldstück und ist schwer zugänglich - auf der einen Seite ein Berghang, auf der anderen der Mangfallkanal. Die Rettungsfahrzeuge kommen hier nur auf einem schmalen Weg zum Unfallort. Viele Verletzte mussten mit Hubschraubern abtransportiert werden.

Was ist über den Hergang bekannt?

Beide Züge prallten frontal aufeinander. Eine Lok wurde dabei aus dem Gleis geworfen, die andere schlitzte einen Waggon des entgegenkommenden Zuges auf. Laut Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt waren die Züge vermutlich mit "sehr hoher Geschwindigkeit" unterwegs. Auf der Strecke gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometern in der Stunde. Wegen der Kurve sei davon auszugehen, dass die Zugführer sich nicht gesehen hätten und "weitestgehend ungebremst" aufeinandergeprallt seien. Man weiß aber noch nicht, wie schnell die Züge wirklich waren.

Es habe sich an der Unfallstelle ein "erschreckendes" Bild geboten, sagte Dobrindt. "Der eine Zug hat sich förmlich in den anderen hineingebohrt und die Kabine des zweiten Zugs komplett auseinander gerissen." 

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