Polizeihund fällt spielende Kinder an

26. November 2012, 14:17 Uhr

Sie sollen aufs Wort gehorchen und nur auf Befehl ihres Hundeführers zupacken. Jetzt hat ein Polizeihund in Bayern mehrere Kinder gebissen und verletzt. Die Attacke ist kein Einzelfall.

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Polizeihunde in Ausbildung werden darauf trainiert, aufs Wort zu gehorchen und nur auf Anordnung ihrer Hundeführer hin anzugreifen (Archivbild)©

Im bayerischen Polsdorf hat ein Polizeihund in Ausbildung sechs spielende Kinder angegriffen und durch Bisse am ganzen Körper erheblich verletzt. Die Kinder im Alter von fünf bis neun Jahren mussten ins Krankenhaus, drei von ihnen wurden dort stationär aufgenommen, wie eine Polizeisprecherin in Nürnberg am Montag sagte. Über die Schwere der Verletzungen konnte die Polizei zunächst keine näheren Auskünfte geben.

Die Attacke ist in diesem Jahr bereits der zweite Fall in Bayern, bei dem ein freilaufender Diensthund Menschen heftig angefallen hat. Erst im Mai hatte ein Polizeihund im oberpfälzischen Waldmünchen eine Rentnerin gebissen.

Den Angaben zum aktuellen Fall zufolge lief der etwa zwei Jahre alte belgische Schäferhund frei herum - warum, war zunächst nicht klar. Das Tier war bei einer Diensthundeführerin des Polizeipräsidiums Mittelfranken in Ausbildung. Die Polizei geht inzwischen von einem Fehlverhalten der Diensthundeführerin aus, die nach bisherigem Kenntnisstand gegen Vorschriften verstoßen habe. Gegen sie werde wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt, hieß es Sonntag. Auch werde geprüft, ob gegen sie dienstrechtliche Maßnahmen eingeleitet würden. Der Hund kam in einen Zwinger der Diensthundestaffel in Nürnberg. Sachverständige prüften am Montag, ob das Tier eingeschläfert werden muss.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bedauerte den Angriff und entschuldigte sich bei den Eltern der Kinder. "Wir haben bei der Polizeihundeausbildung ganz klare Regeln, um solche Vorfälle zu verhindern", sagte Herrmann. "So etwas darf nicht passieren". Bis zur Aufklärung des Falles werde die 41-Jährige in einem anderen Bereich eingesetzt.

Bei dem Fall in Waldmünchen hatte ein Polizeihund eine 75 Jahre alte Frau in den Oberschenkel gebissen. Auch gegen den für diesen Hund verantwortlichen Beamten wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Der 50-Jährige hatte seinen Hund nach einer Übung ins Auto bringen wollen. Beim Überqueren der Straße biss der Diensthund plötzlich der vorbeilaufenden Frau ins Bein.

hw/DPA/AFP
 
 
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