Ihnen drohen bis zu sieben Jahre Haft. Ein Moskauer Gericht hat nun den Prozess gegen drei Frauen eröffnet, die mit einer Punkaktionen gegen Putin protestiert haben: Pussy Riot.
Der Prozess wegen Rowdytums gegen die Putingegnerinnen des Punkkollektivs Pussy Riot gilt in Russland als spektakulärstes Justizdrama seit den Verfahren gegen den ehemaligen Ölmanager Michail Chodorkowski. Der Beginn des Pussy-Riot-Prozesses am Montag wurde von einem heftigen Medienaufgebot und Unterstützerprotesten begleitet. Das Gericht glich einem Hochsicherheitstrakt. Die drei Frauen im Alter zwischen 22 und 29 Jahren stellten sich erneut hinter die Aktion, mit der sie den Kreml so sehr gegen sich aufgebracht haben. Ihr einminütiges Anti-Putin-Punkgebet in der Moskauer Christi-Erlöserkirche sei ein politischer Protest mit künstlerischen Mitteln gegen Putins chauvinistische Politik und die Einmischung der orthodoxen Kirche in die Politik gewesen, ließen sie das Gericht wissen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen dagegen "religiösen Hass" vor. Den Politpunkerinnen drohen bei einer Verurteilung bis zu sieben Jahre Straflager.