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Weltbevölkerung wächst auf sieben Milliarden Menschen

Sieben Milliarden Menschen leben ab kommendem Montag offiziell auf der Erde. Die Spitze des Wachstums ist noch nicht erreicht. Auch die Altersstruktur bereitet Kopfzerbrechen. In manchen Ländern werden Menschen immer älter. In anderen nimmt die Zahl der Jungen rapide zu.

  In Entwicklungsländern wie Burkina Faso sind die Geburtenraten um ein Vielfaches höher als in westlichen Staaten

In Entwicklungsländern wie Burkina Faso sind die Geburtenraten um ein Vielfaches höher als in westlichen Staaten

Die Weltbevölkerung wird immer größer und im Durchschnitt auch immer jünger. Wenn am kommenden Montag offiziell sieben Milliarden Menschen auf der Erde leben, ist die Spitze des Wachstums noch lange nicht erreicht. Das geht aus dem neuen Weltbevölkerungsbericht hervor, den die Vereinten Nationen am Mittwoch in New York vorgestellt haben. Allerdings wird die Bevölkerung in manchen Regionen immer jünger und in anderen immer älter. Außerdem wächst der Anteil von Menschen, die in Städten leben, weiter rasant.

Die durchschnittliche Lebenserwartung ist weltweit nach UN-Angaben im zurückliegenden halben Jahrhundert von 48 auf 68 Jahre gestiegen. Bemerkenswert sei die Altersstruktur, sagte der Direktor des UN-Bevölkerungsfonds UNFPA, Babatunde Osotimehin. "Heute sind 893 Millionen Menschen älter als 60. In der Mitte des Jahrhunderts wird diese Zahl auf 2,4 Milliarden steigen." Bei dieser Verdreifachung müsse sich jeder fragen, was er für Ältere tun könne, damit sie weiter eine aktive Rolle in der Gesellschaft spielten.

Gleichzeitig sind nach UN-Angaben weltweit 43 Prozent aller Menschen jünger als 25 Jahre alt, in einigen Ländern sogar 60 Prozent. Ein Grund dafür ist, dass die Kindersterblichkeit um knapp zwei Drittel zurückgegangen ist, von 133 Todesfällen pro 1000 Geburten auf jetzt 46.

Indien auf der Überholspur

"Im Laufe meines Lebens hat sich die Weltbevölkerung fast verdreifacht", sagte der 1949 geborene UN-Direktor Osotimehin. "Wir sind sieben Milliarden Menschen mit sieben Milliarden Chancen."

Fast zwei von drei Menschen sind heute Asiaten, die übrigen Erdteile teilen sich die übrigen 40 Prozent. Allerdings soll sich die Zahl der Afrikaner bis zum Ende des Jahrhunderts von heute 1 auf 3,6 Milliarden mehr als verdreifachen.

Die Bevölkerungszahl in Asien soll in der Mitte des Jahrhunderts bei 5,2 Milliarden - eine Milliarde mehr als jetzt - ihren Höhepunkt erreichen. Dann soll die Wachstumskurve langsam abnehmen. Sorgen bereitet den Demografen nach wie vor Indien: Im Jahr 2025 wird der Subkontinent China überholen und mit 1,46 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde sein.

Deutschland ist ein Einwanderungsland

Immer mehr Menschen zieht es nach UN-Angaben in Städte. In 40 Jahren sollen 90 Prozent aller Amerikaner, Nord wie Süd, in Städten leben. In Europa werden es den Prognosen zufolge 85 Prozent sein. Derzeit liegt der Anteil bei etwa 73 Prozent. In Elendsquartieren leben heute weltweit mehr Menschen als je zuvor. Allerdings: Der prozentuale Anteil der Slumbewohner sank innerhalb der vergangenen zwei Jahrzehnte von 46,1 auf 32,7 Prozent.

Auch die Wanderung haben die UN-Wissenschaftlern untersucht. Demnach haben die USA mit 42,8 Millionen die meisten Menschen aufgenommen. Erst weit danach kommen Russland mit 12,3 und an dritter Stelle Deutschland mit 10,8 Millionen Menschen. Allerdings kommen die in Russland gezählten Menschen vor allem aus den früheren Sowjetrepubliken. Das als Einwanderungsland bekannte Kanada kommt nach Saudi-Arabien nur auf Platz fünf mit 7,2 Millionen Einwanderern.

ono/DPA/DPA

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