Mauerstück weicht Luxuswohnungen

26. Februar 2013, 17:47 Uhr

Auf 22 Metern Länge sollen Mauerstücke der historischen Grenzmauer an der Berliner East Side Gallery für einen Neubau umgesetzt werden. Der Protest ist groß.

Die Mauer muss weg, der alte Slogan der Demokratiebewegung vor dem Mauerfall, inzwischen machen ihn sich Bauherren zu eigen. mehr...

Am Spreeufer soll gebaut werden, und dabei ist das Mauerdenkmal im Weg. Eins komma drei zusammenhängende Kilometer Mauer sind noch an der Spree verblieben und inzwischen ein Toursitenmagnet. In den neunziger Jahren von Künstlern zum Freiheitssymbol umgestaltet.

O-Ton Kani Alavi, Künstlerinitiative "East Side Gallery" e.V. "Nord-Süd-Korea, Palästina Israel, Zypern Türkei, Mexiko USA, das sind die erzwungenen Mauern, dass wir die Mauern abschaffen."

Doch bald schon sollen wieder einige Kunstwerke weichen und auch ein Mauerspaziergang entlang Spree ist inzwischen nicht mehr möglich. Direkt am Ufer soll stattdessen ein dreiundsechzig Meter hohes 13-Stöckiges Apartment-Hochhaus mit 39 Wohnungen im Luxussegment entstehen. Die Mauerkünstler fürchten um ihr Denkmal.

O-Ton Fluvio Pinna, Mauerkünstler "Wir haben vor zwei Jahren renoviert, ich hab total neu gemacht, das war total kaputt meine Stück und dann ist geworden Denkmalschutz, monumento national, ich versteh nicht warum kommt jetzt diese Idee, zu teilen zu bauen, dies und das."

Die geplante Öffnung der ehemaligen Grenzmauer erfolgt laut Projektentwicklungsfirma als Auflage des Senats auf einem Nachbargrundstück. Die Herausgenommenen Mauerstücke sollen nur umgesetzt werden. Ein Protestbündnis aus Künstlern, Clubbetreibern und Investorenkritikern macht trotzdem mobil.

O-Ton Robert Buschinsky, Initiative "Mediaspree versenken" "Es gibt natürlich auch einen sozialen Aspekt, es geht halt hier auch um Aufwertung, um entmischung der Gesellschaft, hier wird ein Gefahrenpotential geschaffen, dem wahrscheinlich der Senat hinterher selber nicht mehr Herr wird. Also das ist eine ganz gefährliche Geschichte, die hier läuft."

Weitere Proteste sind geplant. Es wäre indes nicht der erste Durchbruch der East Side Galery, vor ein paar Jahren wurde schon gegenüber einer neu gebauten Mehrzweckarena ein fünfzig Meter langer Mauerabschnitt herausgenommen und umgesetzt. Schließen