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3. November 2009, 11:38 Uhr
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Pendler lassen Bus und Bahn links liegen

Trotz hoher Spritpreise und aller Appelle von Umweltschützern: Für den Weg zur Arbeit nehmen die meisten Deutschen weiterhin das Auto. Mit Bus und Bahn fahren hingegen immer weniger.

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Stockender Berufsverkehr in München: Mehr als jeder zweite Deutsche fährt mit dem Auto zur Arbeit© Tobias Hase/DPA

Die Deutschen fahren nachwievor am liebsten mit dem Auto zur Arbeit. 60 Prozent der Berufstätigen benutzte 2008 den Wagen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Damit habe sich in den vergangenen zwölf Jahren trotz gegenteiliger Appelle kein Wandel hin zu anderen Verkehrsmitteln durchsetzen können, hoben die Statistiker hervor.

Bus und Bahn verloren den Zahlen zufolge in diesem Zeitraum sogar an Zuspruch bei den Pendlern. Den öffentlichen Personennahverkehr nutzten im vergangenen Jahr nur 10,8 Prozent der Menschen für den Weg zur Arbeit. 1996 waren es noch 11,5 Prozent gewesen.

An Popularität leicht gewonnen hat das Fahrrad: Der Anteil der Radfahrer stieg im Vergleichszeitraum um rund einen Prozentpunkt auf 8,3 Prozent. Zu Fuß gehen dagegen etwas weniger Menschen zur Arbeit, und zwar 9,5 statt 10,6 Prozent.

Weg zur Arbeit länger geworden

Die Frage nach der Ursache dieser Entwicklung konnten die Statistiker nicht abschließend beantworten. Allerdings habe sich gezeigt, dass der Weg zur Arbeit im Schnitt länger geworden ist: Nur noch 45,8 Prozent der Erwerbstätigen leben demnach weniger als zehn Kilometer von ihrer Arbeitsstelle entfernt, vor zwölf Jahren waren es noch mehr als die Hälfte. Dabei sind gut zwei Drittel weniger als 30 Minuten unterwegs, 1996 waren es annähernd drei Viertel.

Die Daten stammen aus einer im Rahmen des Mikrozensus durchgeführten Befragung.

AFP/Reuters
KOMMENTARE (10 von 32)
 
Eisenbaer (04.11.2009, 19:23 Uhr)
Sagen wir es mal so....
...ich wohne in A und arbeite in D. Mit dem Auto komme ich in knapp einer halben Stunde direkt nach D. Mit dem ÖPNV müsste ich erst zu Fuß zum Bahnhof latschen, dann mit der Bahn nach B fahren, umsteigen, dann weiter nach C und dann mit dem Bus nach D. Und das mitten in Rhein und Ruhr. Im besten Falle bin ich so eine satte 1 Stunde und vierzig Minuten unterwegs, im Schnitt eher 2 Stunden. Macht am Tag entweder eine Stunde Fahrt mit dem Pkw oder 4 Stunden Fahrt mit dem ÖPNV. Mit dem ÖPNV hätte ich eine Ausbleibezeit von mindestens 13 Stunden.

Außerdem fahre ich auf dem Heimweg von der Arbeit noch die Geschäfte des täglichen Bedarfs an. Bei der Benutzung des ÖPNV muss ich das anschließend machen. Mit dem Pkw kann ich täglich im Bauernmarkt direkt beim Erzeuger einkaufen, als Benutzer des ÖPNV wäre ich Stammgast im örtlichen Supermarkt.
phocs (04.11.2009, 08:57 Uhr)
künstliche Staus in Hannover
Hier in Hannover versucht der Rat der Stadt, die Autofahrer durch Nötigung auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu zwingen: künstliche Staus, rote Wellen, möglichst störende Vorrangschaltungen für Busse, ... Vorbild Ostberlin oder Pjöngjang.

Trotzdem oder eher deswegen wird der ÖPVN hier nicht beliebter, weil niemand sich gerne nötigen lässt oder davon abhängig sein möchte, ob Herr Bsirske morgens seine Busse aus dem Depot lässt. Der Bauch sagt richtigerweise "unabhängig bleiben". Freiheit und Selbstbestimmtheit sind ein Wert an sich.

Entsprechend fahre ich selbst meine 7 km mit dem Fahrrad oder dem Auto, je nach Wetter. Nur nicht mit dem Bus.
mister-mister (04.11.2009, 07:20 Uhr)
Zeit ............
............ist der wesentlich Faktor. Oder hat jemand irgend etwas Wertvolleres ?
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25 km in ca. 25-30 Minuten im Auto oder 1 1/4 STunden im ÖPNV - keine Frage wer hier das Rennen macht.
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Aber mir wär's durchaus recht wenn viele in die Bahn umsteigen würden - dann käme ich vielleicht noch'n bisschen besser durch ;-))))))))
eslipart (03.11.2009, 15:55 Uhr)
Pendler
Wenn ich als Pendler mit dem Auto 30-45 Minuten unterwegs bin, mit Öffentlichen 2,5 Std einfache Fahrt, ist es doch klar, wofür ich mich entscheide. Die wenigsten haben doch heutzutage noch ihren Arbeitsplatz vor Ort, und wenn ich bis zum Arbeitsplatz 4 mal umsteigen muß (Bus, Straßenbahn, Bahn, Bus, Bus) ist ein Auto (wenn man dieZeit einrechnet) immer günstiger.
Und irgendwann will man ja auch schlafen.
raskas (03.11.2009, 15:46 Uhr)
Fahrpreise runter
Für den, der ein Auto besitzt, sind Bus und Bahn beim Pendeln keine wirkliche Alternative. Das wird er erst, wenn die Schwelle, sie zu nutzen, deutlich abgesenkt wird: Und dazu gehört nun einmal die deutliche Reduzierung der Fahrpreise. Ein Tarifsystem, das auch ein Selten-Bahnfahrer auf Anhieb begreift, wäre auch nicht schlecht.
umseme (03.11.2009, 15:02 Uhr)
@vlcd
die frage ist wieviele haben einen zweitwagen nur damit die mami auch zuhause mobil ist und der papi gemütlich zur arbeit kommt. das sind bestimmt nicht wenige.
@ice-t wo leben sie eigentlich ein auto für 100?
@Nemesis666 die frage sei gestellt wie lange ist die luft noch sauber wenn sie weiterhin mit dem auto fahren. das sind mir die liebsten raus aus der stadt weil die luft so schlecht ist , aber dann mit dem auto in die stadt und die luft noch mehr verpesten. danke am besten bleiben sie ganz auf dem land.
Nemesis666 (03.11.2009, 14:39 Uhr)
Grossstadt?
Da lebe ich lieber im Randgebiet in der Naherholungszone.
13km zur Arbeit in 13min.
ÖPNV: nicht vorhanden.
Geschäfte? 3-5km entfernt
Umwelt: super!
Luft: super!
Bewohner: super!

Fazit: Ich möchte nicht mehr in der Grossstadt wohnen!
OL69 (03.11.2009, 13:37 Uhr)
Ballungszentrum oder JWD
@knilch_59:
Vollkommen richtig, ein Auto (auch der billige Gebrauchtwagen) kostet im Monat ca. 400 Euro. Wohlgemerkt: ein günstiger Kleinwagen, keine Angeberkiste, aus dem man im Stau genauso blöd rausguckt.
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@ice-t
Eine zuverlässige Karre für 100 Euro ? Was soll das sein ? Ein Handwagen aus dem Baumarkt oder wie ?
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Man muss sich doch mal überlegen, was man will: günstig auf dem Land wohnen, 30 bis 60 Kilometer zur Arbeit fahren in 60 bis 90 min. ohne die Alternative sinnvoll nutzen zu können im ÖPNV seine Fahrten zu erledigen, oder im Ballungszentrum mit allen Vorteilen. Der Wohnraum ist da natürlich teurer und holt den Verzicht auf's Auto damit wieder ein.
Ich wohne in der Großstadt, fahre jeden Tag mit dem Bus zu Arbeit, der nicht immer überfüllt ist, meistens pünktlich kommt und dazu noch im Zehn-Minuten-Takt fährt. Zur Bushaltestelle laufe ich in ca. drei Minuten, der Bus braucht 10 min. zu meinem Haltepunkt und dann gehe ich noch mal zwei Minuten. Mit dem Auto brauche ich etwa die gleiche Zeit für die Strecke, da ich den Wagen auch erst aus der Garage holen muss.
Einkaufen von kleinen Mengen entweder im teuren Supermarkt um die Ecke oder mit dem Bus in zehn Minuten zum Discounter, Handwagen dabei. Ins Kino mit der U-Bahn, zu Fuss ins Fitness-Studio. Große Einkäufe könnte ich mir liefern lassen, benutze aber das Auto, weil ich gerne die Produkte sehen will, die ich kaufe.
Ich lebe bewusst nicht auf dem Lande.
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Es müsste eben eine Verbesserung des Angebots geben, 10 min. Takt auf allen Linien überall. Sinnvolle Querverbindungen (siehe Beispiel München Flughafen von Molch66)
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@molch66
Nutz doch die Tageskarte Außenraum, dann kannst du damit auch wieder zurück fahren ... oder die Karte im Flughafen am Automaten weiterverkaufen. Außerdem gibt es in München Stadtteile und Vororte, die besser versorgt sind mit dem ÖPNV, zieh doch einfach um ;-)
bR4iNST0RM (03.11.2009, 13:12 Uhr)
Pro / Contra
Den Ärger mit den Öffentlichen kann ich gut nachvollziehen!
Ich spreche jetzt für Hamburg:
Pro:
- keine Parkplatzsorge
- wenn man nur die Bahn benötigt keine Stausorge
- recht flächendeckende Infrastruktur (kaum ein Ort, den man nicht erreicht)
Contra:
- lausiger Service
- hoher Preis
- oft überfüllt da zu Hauptzeiten gerne Kurzzüge eingesetzt werden
- die Bahn und Busse gleichen im Winter eher einer Sauna. Gerade in der Herbst- / Winterzeit sehr unangenehm, da Brutstätte für Krankheiten!
Was ich nicht der Bahn, sondern deren Nutzer ankreide, ist:
- Verschnupft oder gar Krank in die Bahn oder den Bus steigen und andere anstecken.
- Demolierte Sitzgelegenheiten und zerkratzte Scheiben.
Ich fahre daher die 12 km zur Arbeit lieber mit dem Roller oder Fahrrad.
knilch_59 (03.11.2009, 13:04 Uhr)
Zwei Milchmädchenrechnungen treffen aufeinander
Während der ÖPNV zu Vollkostenkonditionen eine ?schwarze Null? schreiben soll, rechnen die Nutzer des privaten PKW in der Regel nur die reinen Betriebskosten. Verschleiß und Wertverlust werden nicht in Ansatz gebracht, also sind Bus&Bahn teurer als PKW. Solange diese Betrachtung Gültigkeit hat, wird sich das Verhalten nicht ändern lassen!
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Individuelle Mobilität ist mittlerweile zum extrem wichtigen Kulturgut geworden. Man lässt sich sein Auto über 400 Euro im Monat kosten (alle 4 Jahre für 10.000 Euro den nächsten Wagen = 208 Euro, monatlich Sprit für 100 Euro plus Steuer und Versicherung, Inspektion, ?), da ist einfach kein finanzieller Spielraum mehr für eine Monatskarte. Andererseits basieren die Rechenmodelle immer auf der Basis entweder / oder. Natürlich würde man das Auto nicht verkaufen, weil man mit dem Bus auf die Arbeit fährt.
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Die gelegentliche Nutzung des ÖPNV ist ein Fall für sich: Die Linienführung deckt sich nicht mit den Erwartungen, der Takt- und Zeitplan ist ein kryptisches Gebilde: Für einmal mit dem Bus fahren braucht es generalstabsmäßige Vorbereitung und ein Übermaß an Planung! Hier wäre eine Handy-Lösung, bei der man sein Ticket online kauft und dafür auch die Routenführung auf Handy zurückbekommt, wichtige Voraussetzung.
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Es kann nur darum gehen Bus und Bahn leichter, nicht billiger zu machen und gleichzeitig das mit dem Auto zur Arbeit Fahren moderat zu verteuern. Aber Autovermeidung ist kein Thema, mit dem sich Betriebsräte und Geschäftsleitung auseinandersetzen wollen, wozu noch ein Fass aufmachen? Dabei liegt die Lösung in der Verteuerung des Parkraums: Abschaffen der kostenlosen Firmenparkplätze! Abschaffen der kostenlosen Dauer-Parkflächen im öffentlichen Straßenraum, außer Bewohnerparken. Verteuern von Falschparken. Kostenlos ist nur noch Kurzzeit-Parken bis zu 3 Stunden. Wenn die Firma es schafft, eine taggenaue Parkplatzmiete von 4-5 Euro zu erheben, werden sich viele auch den gelegentlichen Umstieg überlegen. Und wenn das so eingenommene Geld für Job-Tickets ausgegeben wird, kippt die Rechnung schon für einen Großteil der Leute. Genau hier könnte ein ordnungspolitischer Hebel ansetzen.
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