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8. September 2008, 16:02 Uhr

Scientology in Frankreich vor Gericht

Neuer Ärger für Scientology: Die Organisation muss sich vor einem französischen Gericht gegen den Vorwurf des "organisierten Bandenbetrugs" wehren. Zudem ermittelt die Justiz wegen "illegaler Ausübung des Apotheker-Berufs". Eine Verurteilung könnte offenbar weitreichende Folgen haben.

In Frankreich muss sich Scientology wegen des Verdachts auf Betrug vor Gericht verantworten© Clemens Bilan/DDP

Die Scientology-Organistation muss sich in Frankreich wegen "organisierten Bandenbetrugs" in einem Strafprozess verantworten. Eine Verurteilung könne die Auflösung der Organisation zur Folge haben, sagte ein Justizsprecher am Montag in Paris. In dem Verfahren geht es um den Fall einer Frau, die 1998 einen "Persönlichkeitstest" bei Scientology machte. Sie hatte für den Kauf von Büchern, Medikamenten und eines so genannten Elektrometers zur Messung des geistigen Wohlbefindens mehr als 30.000 Euro ausgegeben.

Einen Termin für den in Paris geplanten Strafprozess gibt es noch nicht. Als juristische Personen angeklagt sind das Celebrity Centre, die wichtigste Struktur der Scientology-Bewegung in Frankreich, sowie deren Buchhandlung Sel. Zudem ermittelt die Justiz gegen sieben französische Scientology-Mitglieder, unter ihnen den Leiter des Celebrity Centres, Alain Rosenberg. Einigen von ihnen wird unter anderem "illegale Ausübung des Apotheker-Berufs" zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft hatte eigentlich die Einstellung der Ermittlungen beantragt. Dies wies nun der zuständige Untersuchungsrichter Jean-Christophe Hullin zurück. Als Nebenkläger treten eine weitere Frau sowie der französische Apotheker-Verband auf.

In Frankreich, wo die Organisation seit 1995 als "Sekte" eingestuft wird, werfen die Behörden Scientology vor, Mitglieder psychisch zu destabilisieren. 1995 wurde eine erste Scientology-Vereinigung aufgelöst, weil sie sich weigerte, Steuern an den Fiskus zu zahlen, der ihr den Status als Kirche verweigerte. Im Februar sorgte die Kabinettschefin von Präsident Nicolas Sarkozy für Aufsehen, weil sie offen die Frage stellte, ob Scientology tatsächlich eine Gefahr darstelle. Sarkozy, der als Minister Scientology-Promi Tom Cruise empfing, versicherte darauf, der Staat werde "größtmögliche Härte" gegenüber Sekten zeigen.

Wie in Frankreich wird die 1954 in den USA vom Science-Fiction-Autor L. Ron Hubbard gegründete Organisation auch in mehreren anderen europäischen Ländern als "Sekte" angesehen - unter anderem in Belgien und Griechenland. In Deutschland wird Scientology seit 1997 vom Verfassungsschutz observiert. Eine Klage der Organisation gegen diese Praxis wies das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster im Februar ab.

In Belgien durchsuchte die Polizei im April das Scientology-Hauptquartier in Brüssel, wo Dokumente und Computer beschlagnahmt wurden. Auch dort wird gegen die Organisation wegen Betrugsverdachts ermittelt. Dagegen konnte Scientology in Spanien einen juristischen Sieg verbuchen: Im November 2007 wurde die Organisation von einem Madrider Gericht erneut als "religiöse Einheit" anerkannt. Zwei Jahre zuvor hatte ihr das spanische Justizministerium diesen Status aberkannt. Dagegen war die Bewegung, die in Madrid ein riesiges und luxuriöses Zentrum bertreibt, vor den Kadi gezogen.

AFP
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
heiner5362 (09.09.2008, 15:42 Uhr)
aha
endlich mal ein befürworter.
hat ja gedauert...
ich bastle euch in zwei minuten ein e-meter :
zwei alte konservendosen verkabelt mit einem widerstandsmesser.
schon kann man den hautwiderstand des probanden ablesen und daraus nach der kaffeesatz-theorie das universum herunterinterpretieren.
die unheilsschwangeren sprüche über die "testergebnisse" lassen jeden staubsaugervertreter vor neid erblassen.
der erwerb von agit-prop-material lindert alles, auch das gewicht in der ach so interessanten geldbörse.
danach telefonterror und hausbesuche, unangenehme beobachter vorm haus, weil man die nächste psycho-folter verpasst hat.
dieser verein schreckt auch vor rufmord nicht zurück.
die gehören dahin zurückgeschossen wo sie herkamen :
ins "gelobte land" verbrecherstaat usa. da können sie sich meinetwegen austoben, in konkurrenz zu den zahlreichen laienpredigern, die sich auch auf den privaten tv-kanälen hierzulande breitmachen.
weg mit dem gerezze weiss nicht was an diesem betrugsverein schützenswert sein sollte ausser deren opfern.
waru (09.09.2008, 10:38 Uhr)
Kriminalisierungsversuch wird scheitern
Der Versuch Scientology zu kriminalisieren ist nicht neu. Frau Caberta hat dies in Deutschland auch schon versucht und ist damit gescheitert. Vor Gericht zählen immer noch Fakten und nicht Gerüchte und Verleumdungsversuche. Ich bin mir sicher, dass der Kriminalisierungsversuch auch in Frankreich scheitern wird.
Enturbulation (08.09.2008, 19:28 Uhr)
Verbot der SO!
Wie lange dauert es noch, bis in Deutschland die SO verboten wird? Wer sich mit den Aussteigern unterhält, wird danach wissen, wie schnell gutgläubige Menschen in deren Fänge geraten können. Und meistens steht die SO mit ihren Ständen ganz bewußt ohne ihre Sektenzeichen in den Städten. Nicht alle wissen, dass "Stress-Teste" ihr Köder sind und dass sie Kinder in "Nachhilfeschulen" locken.
Auf www.diekartegefunden.com können Sie weitere Informationen finden.
Mindsplitting (08.09.2008, 18:08 Uhr)
wenn die...
Scientologyspinner bei mir klingeln oder mich anquatschen jag ich se mit den dicken Tritt innen Hintern weg! Wo ist das Problem? Wenn jemand so deppert ist und denen all sein Hab und Gut verschreibt tickt nicht mehr Sauber und sollte eingewiesen werden.
Was Kinder von solchen Sektenheinis angeht die ohne eigenschuld da rein geraten sind tun mir natürlich leid, sowas darf nicht sein. Aber genau sowas sollte den Bund aufrütteln diesen Sauhaufen zu verbieten.
Maria1000 (08.09.2008, 17:21 Uhr)
http://www.hamburg.de/ag-scientology/
n
Maria1000 (08.09.2008, 17:18 Uhr)
Warum gelingt es nicht, diesen dubiosen Verein, der
aussteigende Mitglieder in den Selbstmord trieb und vermutlich einige "Morde" auf dem nicht vorhandenen Gewissen hat, zur Verantwortung zu ziehen und zu verbieten?!?
Warum kein Urteil zum Status als menschenverachtenden "Kult" auf europäischer Ebene?
Ursula Caberta kämpft da wohl etwas alleine gegen diese maffiöse Struktur, die nur mit Drohungen gegen ihre Kritiker arbeitet und sowohl das Schulwesen als auch die Regierungsstellen und Wirtschaft und auch die PRESSEORGANE(!!!) seit Jahren versucht zu unterwandern.
Infos zu Scientology von der Hamburger Behörde, die sie leitet:
http://www.hamburg.de/ag-scientology/
wwwilly (08.09.2008, 17:12 Uhr)
Och...
Hoffentlich verlieren diese Sekten-Spinner vor Gericht.
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