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8. Juli 2010, 15:45 Uhr

Papst ernennt Mixa-Nachfolger

Es soll möglichst schnell wieder Ruhe einkehren: In der für Vatikan-Verhältnisse sehr kurzen Zeit von zwei Monaten hat der Papst einen Nachfolger für den zurückgetretenen Bischof Walter Mixa gefunden. Ab Oktober soll der Görlitzer Bischof Konrad Zdarsa das Bistum Augsburg führen.

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Ab Oktober neuer Bischof von Augsburg: Konrad Zdarsa wird Walter Mixas Nachfolger© apn Photo/Norbert Millauer, ddp

In einer ungewöhnlich raschen Entscheidung hat Papst Benedikt XVI. den Nachfolger des zurückgetretenen Augsburger Bischofs Walter Mixa bestimmt. Nur zwei Monate nach Mixas Rücktritt ernannte der Papst am Donnerstag den Görlitzer Bischof Konrad Zdarsa, 66, zum neuen Oberhirten in Augsburg. Die Berufung von Zdarsa wurde am Donnerstagmittag in Rom sowie in Görlitz und Augsburg bekanntgegeben. Zdarsa wird am 23. Oktober im Augsburger Dom in sein neues Amt eingeführt. In Kirchenkreisen wurde die Personalie mit großer Erleichterung aufgenommen.

Das schnelle Handeln des Vatikans dürfte auch mit der Hoffnung zusammenhängen, die katholische Kirche in Deutschland nach ihren Missbrauchsaffären und nach dem Wirbel um Mixa wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Mixa hatte nach Vorwürfen, er habe in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Heimkinder geschlagen und Stiftungsgelder zweckwidrig eingesetzt, am 21. April dem Papst seinen Rücktritt angeboten. Der Heilige Vater hatte diesen am 8. Mai angenommen.

"Eine hoffnungsvolle Perspektive für die Zukunft"

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, zeigte sich hocherfreut und gratulierte seinem Amtsbruder Zdarsa. In einem Brief an den 66-Jährigen schrieb Zollitsch, der künftige Augsburger Oberhirte werde ein Seelsorger sein, "zu dem die Gläubigen Vertrauen haben". Zdarsa werde "dem Bistum eine hoffnungsvolle Perspektive für die Zukunft geben". Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, CSU, sagte: "Ich freue mich für die Gläubigen des Bistums Augsburg, dass sie so schnell einen neuen Hirten bekommen."

"Abschied nehmen können, um auf dem Weg zu bleiben"

Zdarsa wurde 2007 Bischof im Bistum Görlitz, dem mit rund 30.000 Katholiken kleinsten Bistum in Deutschland. Bis dahin war der gebürtige Sachse Generalvikar und Domkapitular des Bistums Dresden-Meißen. Zdarsa sei auch für die Nachfolge Mixas als Militärbischof im Gespräch, berichtete die Tageszeitung "Augsburger Allgemeine" am Donnerstag. Sein selbstgewähltes Lebensmotto könnte treffender nicht sein für die gewaltigen Aufgaben, die Bischof Konrad Zdarsa in seinem neuen Bistum Augsburg antreffen wird: "Man muss Abschied nehmen können, um auf dem Weg zu bleiben", sagte er bereits vor drei Jahren nach seiner Ernennung zum Bischof von Görlitz.

DPA/gro
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
HenningHerbst110 (09.07.2010, 12:49 Uhr)
Die Scheinheiligen.
Unser lieber Papst hat einen neuen "Hirten" berufen, wie schön für die Schafe. Während der seelige Vater seine Predigten über Liebe und Glauben hält, verbietet er im aidsverseuchten Afrika Kondome zu benutzen. Die kleinen Kinder, deren Eltern an Aids bestorben sind, irren dann herrenlos herum. Amen lieber Papst.
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