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"Frohes Fest, Mama. Dein versoffener Sohn"

Er solle ausnüchtern und ihr eine Weihnachtskarte schicken, fordert John Cessnas Mutter von ihrem Spross. Doch der macht sich darüber lustig und schickt ihr seither eigenwillige Weihachtskarten.

Die Mutter von John Cessna kann auf keinen Fall behaupten, dass ihr Sohn nicht auf sie hört oder keine Kreativität besitzt. Vor etwas mehr als fünf Jahren sagte die besorgte Mutter zu ihrem Sohn, er solle mal endlich "ausnüchtern" und ihr eine Weihnachtskarte schicken. Viele wären womöglich beleidigt gewesen angesichts einer derart burschikosen Bemutterung, doch nicht John.

Seitdem schickt der Fotograf aus dem Mittleren Westen der USA seiner Mutter jedes Jahr brav eine persönliche und wahrhaft einmalige Weihnachtskarte. Im vergangenen Jahr zeigten wir die Karten. Die diesjährige wollen wir Ihnen auf keinen Fall vorenthalten.

Schon kurz nach ihrer Forderung flatterte obige Postkarte in den Briefkasten seiner Mutter: John, komatös im Badezimmer, um ihn herum jede Menge Schnapsflaschen, ein Bild des Schreckens für jede Erziehungsberechtigte. Doch es war nicht das Ende, sondern erst der Anfang einer speziellen Weihnachtstradition.

Ein Jahr später hat John sich wieder scheinbar ins Koma gesoffen. Diesmal hat er es nicht einmal nach Hause geschafft, sondern blieb direkt am Tresen vom Pub an der Ecke liegen.

2010 und John legt noch mal eine Schippe drauf. Sprüche vom Schlage "Wer einnickt, wird angemalt" könnten die Inspiration für dieses Werk gewesen sein. Gestern zu viel getrunken, irgendwo aufgewacht und dann die Frage an Mutti: "Könnte ich Dein Weihnachtswunder sein?"

Im Folgejahr bricht John mit der Tradition und ist - munter. Zumindest der Eindruck soll entstehen, dass 2011 etwas anders wird. "Diesmal zum Fest ... ach sch**ß drauf".

"Manche Geschenke ... bleiben eingepackt und versteckt", schrieb John seiner Mutter 2012. Zu dem reizenden Spruch verscharrt er barfüßig eine Leiche auf einem Acker.

Im vergangenen Jahr sein Meisterstück: Blutend liegt er auf einem Pappkarton in einem Lagerhaus. Die Szene erinnert an Filme wie "Reservoir Dogs" von Quentin Tarantino oder David Finchers "Fight Club".

Ob 2014 Mutti glücklich stimmen wird? Der Weihnachtsmann als Anbetungsobjekt einer mörderischen, okkulten Sekte. John als dessen Opferlamm im Unterholz.

Na dann, frohes Fest, Mama John!

ono
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