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15. Mai 2011, 12:24 Uhr

Der große Stinker ist zurück

Im Botanischen Garten Berlin stinkt's gewaltig: Am Samstagmittag hat sich der Kelch der Titanenwurz entfaltet. Die Blüte der größten Blume der Welt verströmt einen stechenden Aasgeruch.

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Großer Stinker: Die Titanenwurz im Botanischen Garten Berlin blüht erstmals seit 2009 wieder© Rainer Jensen/DPA

Die größte Blume der Welt ist im Botanischen Garten Berlin nach langem Warten aufgeblüht und stinkt grässlich. Trotz der Zumutung für die Nasen freut sich das Publikum und strömte in Massen zu dem botanischen Ereignis. Rund um die Titanenwurz (Amorphophallus titanum) mit ihrem weit ausgebreiteten Hochblatt und dem bis auf 1,99 Meter Höhe gewachsenen Kolben hat sich am Wochenende im Tropenhaus in Berlin "ein unglaublicher Gestank verbreitet". Das sagte am Sonntag die Sprecherin des Botanischen Gartens, Gesche Hohlstein.

Naturfreunde, die sich das botanische Ereignis ohne Gestank ansehen wollten, hatten Pech. Wegen riesigen Interesses von Naturfreunden brach die Live-Übertragung einer Webcam im Internet zusammen. Der Botanische Garten stellte als Ersatz Zeitraffer-Aufnahmen der Blütenöffnung vom Samstag ins Netz.

Majestätisch und ganz langsam, Zentimeter für Zentimeter, hatte sich der Kelch am Samstag ab 12.00 Uhr mittags weit geöffnet. Aus Hunderten von Blüten im Inneren der exotischen Pflanze verströmte sofort ein bestialischer Verwesungsgeruch. Mit diesem Trick der Natur werden Fliegen angelockt, die für ihre Eiablage eigentlich einen verwesenden Tierkadaver suchen. Im Blütenstand der Titanenwurz finden die Fliegen keinen geeigneten Brutplatz - aber sie bestäuben die Blüten, teilte der Botanische Garten mit.

Das Blühspektakel ist nur drei Tage lang zu sehen. Die Experten im Botanischen Garten hatten die Blüte eigentlich schon in der vergangenen Woche erwartet. Doch die Pflanze ließ sich Zeit. Der Kelch, ein großes Hochblatt (Spatha), wird sich bis Montag wieder fest um den Kolben (Spadix) geschlossen haben.

Die Titanenwurz gehört zur Familie der Aronstabgewächse. Sie bildet eine unterirdische Knolle, die über 100 Kilogramm schwer werden kann. Erst nach mehreren Jahren kann aus der Knolle eine bis zu drei Meter hohe kolbenförmige Blüte hervorgehen. Nach dem Guinness Buch der Rekorde ist es die größte Blume der Welt.

Ihr Höchstmaß liegt bei 2,94 Meter, erreicht in der Wilhelma Stuttgart im Jahr 2005. In der Natur ist die 1878 von einem italienischen Botaniker auf Sumatra entdeckte Pflanze stark gefährdet.

jwi/DPA
 
 
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