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13. Januar 2012, 11:28 Uhr

Todesschütze trank und redete sich in Rage

Bevor er den Staatsanwalt vor dem Amtsgericht Dachau erschoss, soll der 54-Jährige in einem Café durch sein aggressives Verhalten aufgefallen sein. Offenbar hatte er es auf den Richter abgesehen.

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"Laut, poltrig, aggressiv": Der Todesschütze zog kurz vor dem Gerichtstermin bereits die Blicke in einem Café auf sich© Christian Chymyn

Der Todesschütze aus dem Dachauer Amtsgericht ist kurz vor seiner Bluttat durch besonders aggressives Verhalten aufgefallen. Nach Medienberichten schimpfte der 54-Jährige am Mittwochnachmittag in einem Café in der Nähe des Gerichts auf die Justiz.

"Er schrie 'Scheiß Richter' durch den ganzen Raum, ich hatte den Eindruck, dass er nicht ganz dicht war", sagte die Pächterin des Cafés der "Augsburger Allgemeinen". Der Mann habe sich regelrecht in Rage geredet: "Er war sehr laut, poltrig, aggressiv."

Auch Alkohol im Spiel

Auch der "Münchner Merkur" berichtete von dem Ausrasten des Mannes im Schlosscafé. "Der Mann war von Anfang an sehr laut und hat gegenüber seiner Anwältin geschimpft", zitiert das Blatt die Wirtin. Gäste sollen sich beschwert haben, der 54-Jährige habe aber die Bitte ignoriert, sich mit seiner Verteidigerin an einen anderen Tisch zu setzen. Nach zwei Halben Bier habe der Mann mit seiner Anwältin das Café verlassen.

Nur eineinhalb Stunden später erschoss der nach einem Schlaganfall auf Krücken angewiesene unverheiratete Transportunternehmer während der Urteilsbegründung den Staatsanwalt. Zuvor hatte er mit seiner Pistole auf den Richter gezielt. Der 54-Jährige war unter anderem wegen nicht bezahlter Sozialversicherungsbeiträge zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Seit Donnerstag sitzt er in Untersuchungshaft. Ihm wird Mord vorgeworfen. Nach Medienberichten hatte sich der Mann in der Vergangenheit auch als Arbeitgeber seinen Mitarbeitern gegenüber herrisch aufgeführt.

Opfer beim Plädoyer nur eingesprungen?

Am Freitag wurde ein weiteres Detail bekannt, das den Tod des jungen Staatsanwalts noch tragischer erscheinen lässt: Der 31-Jährige, der erst vor Kurzem seinen Dienst als Ankläger aufgenommen hatte, war bei der verhängnisvollen Verhandlung offenbar nur eingesprungen. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, hatte bei den ersten beiden Prozessterminen ein anderer Staatsanwalt die Anklage geführt.

fw/DPA
 
 
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