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2. Mai 2010, 10:11 Uhr

Times Square entgeht knapp einem Anschlag

Zehntausende Menschen sind auf dem New Yorker Times Square nur knapp einer Katastrophe entgangen. Die Polizei entdeckte in einem Auto einen Sprengsatz. Von Peter Meroth, New York

New York, Bombe, Anschlag, vereitelt, Geländeagen

Nichts geht mehr am Times Square in New York, die Polizei hat die Vergnügungsmeile gesperrt© Peter Foley/EPA

Die Aufregung ist schon in der U-Bahn zu spüren. Die U-Bahn rattert in dieser Nacht noch etwas ruckeliger als sonst Richtung Harlem. Und an der Haltestelle 42.Straße/Broadway gibt es fast kein Entrinnen. Im heißen Untergrund stauen sich Tausende, die in die Theater wollen. Doch oben hat die Polizei das Viertel weiträumig abgesperrt. Und dieser Bombenalarm ist ernst, sehr ernst.

Vergangenen Dezember noch wurde ein harmloser Van abgeschleppt. An diesem Samstag aber entpuppt sich die verdächtige Kiste als ein hoch gefährlicher Sprengsatz, wie er sonst nur von Anschlägen im Irak und in Afghanistan bekannt ist. Improvised explosive device, kurz IED, das steht für zusammengebastelte Bomben, deren Splitterwirkung oft durch Nägel und Metallkugeln verstärkt wird.

Die Heckscheibe des Geländwagens ist geborsten

Ein berittener New Yorker Polizist entdeckte die Kiste gegen 18.30 Uhr in einem Nissan Pathfinder, einem jener bulligen Geländewagen, mit denen New Yorker gern auch mitten ins Gedränge fahren. An diesem 1. Mai hat die New York Times gerade berichtet, wie viele Menschen sich in dem berühmten Theaterbezirk neben dem Times Square tummeln. Bis zu 123.000 Passanten wurden in einer Nacht allein in der 42. Straße gezählt. Von hier erstreckt sich das Vergnügungsviertel über zwölf Blocks nach Norden bis zur 54. Straße mit dem legendären "Studio 54".

Der Nissan Pathfinder steht in der 45. Straße, die Heckscheibe ist geborsten. Der Polizist sieht, dass aus der Box im Heck des Wagens Rauch aufsteigt. Er alarmiert die Feuerwehr und Entschärfungs-Trupps. Das verdächtige Objekt, so berichtet später ein Polizeisprecher, bestand aus Propangasflaschen, es enthielt "Explosivstoffe, Benzin und einen Zeitzünder".

Der Vorfall hätte "sehr tödlich" verlaufen können, sagt Bürgermeister Michael Bloomberg. "Wir haben keine Informationen, wer das warum gemacht hat." US-Präsident Barack Obama lobt den schnellen Einsatz der Sicherheitskräfte. Die Polizei habe hervorragende Arbeit geleistet, heißt es in einer vom Präsidialamt veröffentlichten Mitteilung.

Auch Broadway-Theater befinden sich in der 45. Straße

Während Bombenexperten den Fund untersuchen, drängen sich die Menschen an den Absperrungen. Die Polizei hat einige der großen Geschäfte im Zentrum Manhattans räumen lassen, einige Theater bleiben heute leer.

Von den 40 Broadway-Theatern liegen allein acht in der 45. Straße - mit insgesamt fast 9000 Plätzen. Mit ihren Handy-Kameras fotografieren die Schaulustigen das Spektakel der flackernden roten und blauen Lichter auf den Polizeiwagen, manche schneiden auch den Ton der heulenden Sirenen mit.

"Fast so gut wie die Show, für die wir 150 Dollar Eintritt bezahlt haben", trösteten sich etwa Gabrielle Zecha and Taj Heniser aus Seattle, die eigentlich "Next to Normal" sehen wollten, ein vielfach ausgezeichnetes Musical über die Probleme einer depressiven Mutter.

Von Peter Meroth, New York
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
manfredfenn (02.05.2010, 11:09 Uhr)
Schrecklich, entsetzlich ...
... noch weiß niemand, wer das war, wer das geplant hat.
Doch ... werden wir es je erfahren?

Es ist eben viel los, in dieser Welt. So demonstrieren täglich viele Menschen in den USA gegen die gerechten Kriege. Und viele demonstrieren gegen Ölbohrungen im Meer.

Da ist ein wenig Ablenkung und Lenkung in die "richtige" Richtung so manchem sehr lieb.
undueberhaupt (02.05.2010, 10:57 Uhr)
Dummer Jungenstreich!
In anderen Argenturmeldungen wurde dieses Geschehen harmlos beschrieben. Was soll man glauben? Ich denke, das war ein dummer Jungenstreich!
elllen (02.05.2010, 10:38 Uhr)
es ist schon ein bischen peinlich...
... dass ein Artikel mit so wichtigem Inhalt, der allerdings wenige Informationen enthält, mit so billigen Kommentaren aufgefüllt werden muss. Warum nicht bei einer Meldung belassen, solange es keine weiteren Informationen gibt? Bei terroristischen Anschlägen, mögen es auch vereitelte sein, interessiert es nun wirklich nicht, ob Menschen, mit ihren Handys Sirenen aufzeichnen......
dippegucker (02.05.2010, 10:30 Uhr)
Was, bitte, ist...
..."sehr tödlich" ?

Weiß Herr Bloomberg etwas, was wir nicht wissen ?

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