. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
27. November 2007, 12:11 Uhr

Geständnis im Hannah-Mordprozess

Der mutmaßliche Mörder der 14-jährigen Hannah aus Königswinter hat alles zugegeben. In seinem umfassenden Geständnis zum Prozessauftakt in Bonn gab er sowohl den Mord als auch die Vergewaltigung des Mädchens zu. Sein Motiv ist bizarr.

Ein Holzkreuz, Plakate und Dutzende Blumensträuße und Kerzen mahnten am Fundort von Hannahs Leiche zum Gedenken© Bernd Thissen/DPA

Mit einem umfangreichen Geständnis des Angeklagten hat in Bonn der Prozess um die Vergewaltigung und Ermordung der 14-jährigen Hannah aus Königswinter begonnen. Der homosexuelle 25-jährige Zdenek H. sagte vor dem Bonner Landgericht, er habe das Mädchen vergewaltigt, weil er einmal Sex mit einer Frau ausprobieren wollte. Er gab zu, das Mädchen zur Verdeckung seiner Straftat ermordet zu haben: "Ich hatte Angst, dass sie mich wiedererkennt. Da habe ich spontan, beschlossen, dass ich sie töten muss."

Eine Idee beim Fernsehen

Bei seiner Aussage saß der Angeklagte zur eigenen Sicherheit hinter Panzerglaswänden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Fahrzeugreiniger Freiheitsberaubung, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung und Mord zur Verdeckung der anderen Straftaten vor. Nach Angaben eines Justizsprechers steht auch die Feststellung einer besonderen Schwere der Schuld zur Debatte. Damit wäre - bei einer Verurteilung zu lebenslanger Haft - eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen.

Der Angeklagte war 2004 aus Tschechien nach Deutschland gekommen. In Königswinter lebe er mit einem Freund zusammen. Am Tag des Verbrechens sei ihm plötzlich beim Fernsehen die Idee gekommen, dass er einmal Sex mit einer Frau ausprobieren wolle, sagte er vor Gericht. Eine andere Idee außer einer Vergewaltigung sei ihm dabei gar nicht in den Sinn gekommen. Er habe sich Klebeband und Kabelbinder besorgt und am Abend des 29. August an der Bahnhaltestelle in Königswinter-Oberdollendorf auf ein Opfer gewartet.

Hannah nur zufällig ausgewählt

Hannah, die nach einem Besuch bei ihrem Freund auf dem Heimweg war, habe er zufällig ausgewählt. Er drückte ihr nach eigenen Angaben ein Messer an die Kehle und drohte: "Wenn Du schreist, schneide ich Dir die Kehle durch." Dann knebelte und fesselte er sein Opfer und versteckte sich mit dem weinenden und zitternden Mädchen fast zwei Stunden lang auf einem nahe gelegenen Busparkplatz, bevor er sich dort an ihr verging. Zugang zu dem Gelände hatte er, weil er mit der Reinigung der Fahrzeuge betraut war.

Nach der Vergewaltigung habe er nicht mehr gewusst, was er mit ihr machen solle, und spontan beschlossen, sie zu töten, berichtete der Angeklagte. Zuerst stach er in Brust und Bauch. Danach habe er schon gedacht, sie sei tot. Doch als er das Klebeband entfernte, habe sie plötzlich aufgeschrien. Da habe er ihr noch mehrmals die Kehle durchgeschnitten. Nach der Tat sei er nach Hause gefahren und habe noch eine Fernsehserie aufgenommen, berichtete der Angeklagte. Am nächsten Tag sei es ihm so schlecht gegangen, dass er sich den ganzen Tag übergeben habe und nicht zur Arbeit gehen konnte.

Freiwillige Speichelprobe

"Ich habe keine Erklärung dafür, warum ich plötzlich eine Frau vergewaltigen wollte", sagte der Angeklagte. Die Leiche des Mädchens war erst nach tagelanger Suche unweit des Elternhauses in einem Gebüsch entdeckt worden. Die Mordkommission kam dem 26-Jährigen über eine freiwillig abgegebene Speichelprobe auf die Spur. Über 150 Proben hatten die Ermittler von Personen im Umfeld des Tatorts genommen. Nummer 21 ergab eine Übereinstimmung mit DNA-Material, das am Opfer gefunden worden war.

Rund zwei Wochen nach dem Verschwinden Hannahs wurde der 25-Jährige daraufhin in seiner Wohnung festgenommen. Für die Hauptverhandlung sind wegen des Geständnisses nur drei Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird für den 6. Dezember erwartet.

AP

 
 
KOMMENTARE (10 von 20)
 
simie (28.11.2007, 15:49 Uhr)
@ whismerh2
Ich frage mich gerade, wieso die Nazis nach dem 2.WK faire Prozesse bekommen haben und nicht einfach standrechtlich erschossen wurden, da ja zumindest ihrer Ansicht nach, díe Art des Verbrechens entscheidet ob ein Verbrecher noch Rechte besitzt.
Könnte es etwas damit zu tun haben, dass man sich von den Tätern distanzieren wollte und sich eben nicht auf die gleiche Stufe wie die Täter stellen wollte?
Es ist ganz schön harter Tobak was Sie und andere hier verbreiten.
So schwer es manchmal fällt, es zu akzeptieren: Jeder Mensch, auch der schlimmste Verbrecher, hat gewisse Rechte.
Um es klar zu stellen: Ich plädiere keineswegs dafür ihn nach ein paar Jahren wieder frei zu lassen, im Gegenteil. Wahrscheinlich wird er sogar zumindest einen Großteil, wenn nicht den gesamten Teil, seines weiteren Lebens hinter Gittern verbringen.
Mich schockiert jedoch, wie hier von einigen Personen fundamentale Rechtsgrundsätze mit den Füßen getreten werden.
sachsenwini (27.11.2007, 22:01 Uhr)
@ Paule5 Wo haben Sie denn gelesen,
dass jemand diesen Menschen in Schutz nimmt oder ihn auf die Menschheit loslassen möchte?
Neben denen, die Tötung oder Entmannung für geraten halten, sind sich alle anderen darüber einig, dass er Lebenslang verwahrt werden muss.
Paule5 (27.11.2007, 18:16 Uhr)
Gutmenschen
Allen, die hier wehement die Rechte des Täters einfordern empfehle ich, sich ganz ruhig zurückzulehnen, die Augen zu schließen, und sich die Situation vorzustellen, wie es wäre, wenn der Täter (entweder der, wenn ihn irgend ein Therapeut für gesund erklärt hat und er wieder auf freien Fuß gesetzt wird, was in der Regel früher oder später aus irgend einem Grund passiert, oder auch ein anderer)zufällig das eigene Kind, Patenkind, Kind vom Nachbarn etc. erwischt hätte.
Mal sehen, wie weit es da noch mit der Gutmenschlichkeit und Toleranz ist ???
Geht in Euch Gutmenschen und stellt Euch diese Frage ernsthaft.
sachsenwini (27.11.2007, 17:53 Uhr)
Man sollte sich allerdings einmal ernstlich Gedanken machen,
wie man die Kosten in den Vollzugsanstalten verringern könnte.
In der DDR haben Haftanstalten sogar einen Gewinn erwirtschaftet.
Es muss nicht sein, dass eine Haft teurer ist als eine Kreuzfahrt.
luke888 (27.11.2007, 17:38 Uhr)
kopfschütteln
Also teilweise sind die Beiträge hier wirklich unteres Stammtischniveau. Tötung eines Menschens offenbart immer eine Schäche desjenigen der mordet. Diese Blöße sollte man dem Täter überlassen und nicht selbst übernehmen. Mit Tötung beseitigt man keine Probleme, sondern gibt nur einem der niedersten und primitivsten Gefühle der Menschheit nach: der Rache.
h-p-t (27.11.2007, 17:01 Uhr)
100% richtig !
"es gibt Menschen die haben ihre
Rechte durch ihre Taten verwirkt,
allein der Opfer wegen."
sachsenwini (27.11.2007, 16:29 Uhr)
Wo bleiben denn eigentlich hier die Moralapostel,

die einen verliebten Teenager an den Galgen wünschen?
.
Ein wirklicher Vergewaltiger, Kinderschänder und Mörder ist wohl nicht so interessant wie ein Jugendlicher, der ohne eine bewiesene Schuld monatelang eingekerkert wird.
.
Auf einem tatsächlichen perversen hemmungslosen Triebtäter, der in einem gerechten Prozess seine angemessene Strafe erhalten soll, ihren Hass abzuladen macht wahrscheinlich diesen gerechten Gutmenschen keinen Spaß.
undjetztnochder (27.11.2007, 16:28 Uhr)
Verurteilung
Viele der hier abgegeben Kommentare sind sehr emotional - und auch nur emotional nachvollziehbar. Dennoch, auch wenn es schwer fällt: wir sich nicht auf eine Stufe stellen will mit solchen Schwerstverbrechern, wer die Menschenrechte gewahrt sehen will und die Rechtsstaatlichkeit, der muss es auch ertragen können, dass selbst solchen Typen Gerechtigkeit widerfährt, und zwar vor einem Gericht. Es gibt keinen andern Weg zu Gerechtigkeit, oder will jemand hier die Scharia einführen?
schoolar (27.11.2007, 16:15 Uhr)
Kastration des Täters...
...wäre absolut sinn- und zwecklos, da Sexualität in erster Linie im Kopf stattfindet und das Genital letztlich nur Mittel zum Zweck ist - die Triebe eines Sexualstraftäters bekommt man also damit nicht unter Kontrolle! Da wir die Todesstrafe seit einiger Zeit abgeschafft haben, wäre es vielleicht die größte Bestrafung, den Typen des nächtens mit einem entsprechenden Hinweis auf seine Taten um den Hals und an ausreichend "berüchtigter" Stelle (ich denke da an die sog. Großstadtghettos...) auszusetzen, wo er dann auf nicht aufzuklärende Weise zu großem Schaden kommt - dann würden wir noch die Kosten für Verpflegung und Unterkunft im Knast sparen!
sachsenwini (27.11.2007, 16:09 Uhr)
Weder Kastration noch Psychotherapie
können die Umwelt vor diesen Menschen künftig schützen. Da es aus gutem Grund bei uns keine Todesstrafe gibt, muss er ein Leben lang sicher verwahrt werden.
Man bedenke,
es ist ein Homosexueller, dem eben mal beim Fernsehen der Gedanke kommt, wie es wohl mit die anderen mit Frauen machen. Das nächstliegende wäre da gewesen, eine darin erfahrene Dienstleisterin in Anspruch zu nehmen. Stattdessen muss er sich ein Mädchen schnappen und es anschließend umbringen.
.
Vielleicht kommt ihm beim nächsten Fernsehfilm der Gedanke, wie es sein mag, wenn ein Haus brennt oder in die Luft fliegt.
MEHR ZUM ARTIKEL
Mordfall Hannah Nummer 21 war der Täter

Der Tatverdächtige, der im Fall der ermordeten 14-jährigen Hannah aus Königswinter festgenommen wurde, hat die Tat gestanden. Der 25-Jährige vergewaltigte Hannah demnach und erstach das Mädchen. Er wurde anhand einer Speichelprobe überführt. mehr...

Königswinter Ermordete Hannah beigesetzt

Zwei Tage nachdem ihr mutmaßlicher Mörder gefasst wurde, ist die 14-jährige Hannah unter Ausschluss der Öffentlichkeit beerdigt. Auf Wunsch der Familie sperrte die Polizei den Friedhof in Königswinter, damit die Eltern und Freunde in Ruhe Abschied nehmen konnten. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe