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1. Februar 2007, 09:23 Uhr

Junger Polizist erschießt Randalierer

Ein Berliner Polizeibeamter beobachtete drei junge Männer, die Glasscheiben von Bushaltestellen zerschlugen. Als er einschritt, wurde er vermutlich von den Randalierern angegriffen - und erschoss einen von ihnen aus Notwehr.

Ein Berliner Polizist hat vermutlich aus Notwehr im brandenburgischen Nauen einen jungen Mann erschossen© Gero Breloer/DPA

Offenbar aus Notwehr hat ein Berliner Polizist in Brandenburg einen Randalierer mit der Dienstwaffe erschossen. Erste Ermittlungen deuteten darauf hin, dass der 24-jährige Kommissar am Mittwochabend am Bahnhof Nauen westlich von Berlin von drei jungen Männern angegriffen worden sei, sagte Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann am Donnerstag in Potsdam. Die genauen Umstände seien aber noch unklar. Gegen den Polizisten wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Totschlag eingeleitet.

Auf dem Heimweg

Der bei Nauen wohnende Polizist war auf dem Heimweg und hatte den Angaben zufolge eingegriffen, weil die drei jungen Leute mit aus einem Zug entwendeten Notfallhämmern die Scheiben einer Bushaltestelle zertrümmerten. Als der Beamte die Randalierer zur Rede stellen wollte, seien sie geflüchtet und hätten sich versteckt, teilte die Potsdamer Polizei mit. "Aus derzeit noch nicht nachvollziehbaren Gründen eskalierte die Situation", erklärte Sprecher Rudi Sonntag.

Oberstaatsanwalt Lehmann sagte: "Wir haben Hinweise darauf, dass die Männer den Polizisten angegriffen haben." Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte der Berliner Beamte vor seinem Einsatz über den Notruf 110 die zuständigen Brandenburger Kollegen informiert. Er habe die Erlaubnis gehabt, auch auf dem Heimweg eine Waffe zu tragen. Auch der Brandenburger Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) bestätigte, der Berliner habe Kontakt zur zuständigen örtlichen Leitstelle gehalten. Weitere Angaben zu den Ermittlungen lehnte er ab. "Wenn ein Beamter zur Waffe greift, muss es einen ganz besonderen Hintergrund geben", erklärte er.

Identität des Toten unklar

Die Identität des Toten ist zunächst unklar. Seine Begleiter seien ein 20-Jähriger und ein 24-Jähriger aus der Region gewesen, sagte Lehmann. Beide seien bisher nicht als Straftäter registriert gewesen. Die Männer wurden als Zeugen des Vorfalles verhört und befinden sich auf freiem Fuß. Sie müssten sich aber wegen der Randale an der Haltestelle und möglicherweise wegen eines Angriffs auf einen Polizeibeamten rechtfertigen, kündigte der Staatsanwalt an.

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 37)
 
Gerd33 (03.02.2007, 00:53 Uhr)
ja die arme Polizei
@pennycounter geht es noch? wir reden über den tod eines menschen, der sicher auch nicht gut, scheiben zerstört hat! Hallo, scheiben kann man ersetzen, das leben nicht! 15 jahre für den cop das steht doch ausser frage oder?
pennycounter (02.02.2007, 20:53 Uhr)
Wieder einmal
Ich bin immer wieder überrascht wie in unserer Gesellschaft mit den Polizisten umgegangen wird. Hier in Deutschland habe ich als Bürger das Gefühl, jeder kann machen was er will ohne eine Bestrafung oder wenn erwischt nur mit minderer Bestrafung Freigängen sonstigen Großzügigkeiten die armen Verbrecher der arme Randalierer hatte bestimmt wieder ein asoziales Umfeld er mußnatürlich auf Allgemeinkosten resozialisiert werden. Ich sags wie´s ist
Mich stinkt das ganze Getue so dermaßen an. Keiner fragt nach dem Polizisten wie´s dem geht. Hauptsache irgent welche Linken oder Alternative können sich profilieren. Ich wünsche jedem der die Verteidigung eines solchen Randalierers übernimmt das gerade diese Bande mal bei ihm aufkreuzt. Mal sehn ob es dann immer noch die wohlmeinenden Sprüche gibt.
Sorry aber das mußte mal raus!!
Ich hoffe der Polizist wird rehabilitiert( von ganzem Herzen)
Skillet4 (02.02.2007, 19:16 Uhr)
Das alte Thema
Was soll eigentlich das Gerede von der Verstärkung ?
Ehe die Verstärkung vor Ort gewesen wäre, hätten die den entweder krankenhausreif geschlagen oder schlimmeres, oder / und wären getürmt. Also musste der die zunächst stellen, und zwar mit gezogener Schusswaffe, aus gebührendem Abstand.
Aber er hat womöglich gleich geschossen, und auch noch ziemlich schlecht.
Was Daniel24 als Fachmann hier schreibt, stimmt sehr bedenklich.
Es kommt nämlich dem Eingeständnis gleich, dass Polizeibeamte generell nicht mit tödlichen Schusswaffen ausgestattet werden dürften.
Daniel24 (02.02.2007, 17:58 Uhr)
Übung
Man kann alles üben und genau solche Situtationen werden auch geübt es gibt nur ein Problem. Es wird natürlich nicht mit scharfen Waffen geübt. Wenn du sowas dabei hast, verhälst du dich anders. Man wird nie den Stress simulieren können, der in solch einer Situation auf einen Beamten wirkt.
Was die Verstärkung angeht so stimmt ich zu, vielleicht hat er das auch gemacht, man weiß es ja scheinbar nicht.
davehaasters (02.02.2007, 17:12 Uhr)
richtig
also ich kann mir persönlich kein bild einer polizeiausbildung machen, aber ist es nicht notwendig, gerade solche extremsituationen zu trainieren, damit man sie im ernstfall richtig handhaben kann? ich finde die situation mit den 3 randalierern hört sich sogar wie eine musteraufgabe aus einem polizeibuch an :)ich denke mal, dass polizisten fast tagtäglich mit solchen rabauken zu schaffen haben oder irre ich mich da daniel24? du meintest, das lehrbuch schreibt vor, in so einer situation diese personen direkt zu stellen ... aber auch wenn es 3 betrunkene erwachsene männliche zu gewalt bereite personen sind? ist es da nicht besser zu warten, bis verstärkung kommt? verwunderlich finde ich es auch, dass über den ganzen fall so viel geschwiegen wird ...
Skillet4 (02.02.2007, 16:38 Uhr)
Einfach so wie so nicht !
Wieso ( @Daniel als Mann vom Fach ) kann man eine solche Situation nicht nachstellen ?
Und weil die Situation gerade nicht einfach war: hier wäre es unbedingt notwendig gewesen, die Situation z u vereinfachen. Ich habe mit voller Absicht von einem gebührenden Abstand zum Delinquenten gesprochen. Der Mensch bewegt sich im Allgemeinen auch nicht
auf „allen vieren“, sondern auf zwei unteren Gliedmaßen fort. Es ergibt sich aus der Körperhöhe m. E. sehr wohl eine Zielauswahl.
Sicher darf man die Faktoren Stress / Panik nicht ausser Acht lassen.
Aber unbestritten ist wohl, dass verschiedene Charaktere zu unterschiedlichem Verhalten neigen. Ob das in der Polizeiausbildung ausreichend berücksichtigt wird ?
Daniel24 (02.02.2007, 15:52 Uhr)
nicht so einfach
Das lässt sich alles so einfach schreiben....
Aber wenn du in so einer Situation bist stehst du mit ziemlicher Sicherheit unter enormem Stress. Es kann sein, dass man einfach nicht mehr in der Lage ist genau zu zielen, oder das alles viel zu schnell geht, um noch gezielt zu schießen. Eine Sitution wie diese kann man auch nicht in der Ausbildung nachstellen.
Skillet4 (02.02.2007, 15:30 Uhr)
Entnervt
Wenn ich versuche, mich in die Situation des ( mit einer Schusswaffe ! ) bewaffneten Ordnungshüters in der beschriebenen Situation zu versetzen, so hätte ich wohl auch die Waffe gezogen, und zwar zunächst, um abzuschrecken ( HÄNDE HOCH ! ) Hätten die Burschen, oder auch nur einer von denen Anstalten gemacht, mich zu attackieren, so hätte ich zunächst in die Luft geschossen. Gegebenenfalls erst danach hätte ich auf Unter- und Oberschenkel gezielt ( wohlgemerkt aus g e b ü h r e n d e m Abstand ). Eine zerfetzte Beinarterie kann zwar zum Verbluten führen, jedoch dürften Ordnungshüter in erster Hilfe hinreichend ausgebildet sein. Der Faktor Dunkelheit / schlechte Sicht zwingt erst Recht, sich beim Schuss auf die unteren Gliedmaßen zu beschränken, ebenso bei Delinquenten unter anzunehmendem Drogeneinfluss muss besonnen vorgegangen werden.
So weit mir bekannt, werden Polizisten auch so an der Schusswaffe ausgebildet, dass nicht gleich auf Kopf, Brustkorb oder Unterleib geballert wird.
Kommentare à la warbird und sternleser83 sprechen für sich, und sollten einfach ignoriert werden. Solche Leute gibt es immer, und man sollte sich von diesem Sumpf nicht provozieren lassen.
Daniel24 (02.02.2007, 14:50 Uhr)
Ich bin schockiert...
Ich bin ebenfalls ein 24-jähriger Polizeikommissar und ich bin zutiefst schockiert, wenn ich lese was hier alles einem Kollegen unterstellt wird und welche sinnfreien Äußerungen hier getätigt werden.
Wir waren alle bei diesem Vorfall nicht dabei und es kann einfach nicht sein, dass dann hier von Rambo-Verhalten oder ähnlichem geschrieben wird. Der Polizist fuhr nach dem Dienst im öffentlichen Nahverkehr nach Hause. Er hatte mit Sicherheit seine Uniform an und war auch aus diesem Grund natürlich bewaffnet. Wenn er dann sieht, wie die Personen die Nothämmer aus der Bahn mitgehen lassen, dann hat er einen Diebstahl beobachtet. Es ist doch ganz selbstverständlich, dass man als Polizist in Uniform diese Männer nun anspricht, sicherlich mit dem Ziel deren Personalien zu bekommen. Man ist sogar verpflichtet der Sache nachzugehen, man kann und darf dann nicht einfach die Augen zudrücken oder wegsehen. Was dann passiert ist weiß noch keiner, nur jeder Polizist hat eine natürliche Hemmschwelle die Dienstwaffe in die Hand zu nehmen und erst Recht fällt es niemandem leicht auf einen Menschen zu zielen und auch auf diesen zu schießen. Ich bin mir sicher, dass es einen ganz entscheidenen Grund für die Schussabgabe gegeben haben muss. Zum Pfefferspray kann ich nur sagen, dass man mit einem Pfefferspray niemals drei Personen stoppen kann. Je nachdem wie der Polizist angegriffen oder bedroht wurde ist er auch berechtigt direkt die Schußwaffe zum Einsatz zu bringen. Ich hoffe nur, dass jedem klar ist, dass man nicht einfach mal aus Spass eine geladene Waffe zieht und einen Menschen erschießt. Diese Unterstellungen finde ich schrecklich und auch dumm.
derdickemann (02.02.2007, 02:16 Uhr)
"Untödliche Schüsse"
@davehaasters:
Zu der Theorie, ein Schuss ins Knie sei "untödlich": Die Gefahr, dass jemand stirbt existiert in jedem Falle, egal wo man sich eine Kugel fängt. Die Hauptschlagadern der Beine sind recht schnell ausgeblutet, wenn sie erstr mal zerstört sind und selbst ein weggeschossenes Ohrläppchen taugt noch dazu, einen am Schock sterben zu lassen, wenn dieser nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird.
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