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7. Mai 2009, 16:12 Uhr

Mehr als 30 Menschen sterben bei Hochwasser

Im Norden Brasiliens nimmt die Hochwasserkatastrophe immer drastischere Ausmaße an: Die Zahl der Toten steigt stetig, mehr als 200.000 Menschen sind obdachlos. Meteorologen sehen noch kein Ende der starken Niederschläge.

Brasilien, Hochwasser, Katastrophe, Sao Paulo

Im Nordosten Brasiliens verloren bisher 200.000 Menschen durch das Hochwasser ihr Zuhause© Paulo Whitaker/Reuters

Die von monatelangem Dauerregen verursachte Hochwasserkatastrophe im Norden Brasiliens nimmt immer dramatischere Ausmaße an. Nach Behördenangaben stieg die Zahl der Toten auf mindestens 33 und mehr als 200.000 Menschen wurden obdachlos. Weit mehr als hundert Städte riefen in dem Katastrophengebiet den Notstand aus, so dass es sich um eines der schlimmsten Hochwasser seit Jahrzehnten im Nordosten handelt.

Die Armee entsandte Soldaten in die Region, die Notunterkünfte errichten und Hilfslieferungen verteilen. Allerdings gestalten sich die Rettungsarbeiten in den teils schwer zugänglichen Gebieten als sehr schwierig, denn zahlreiche Straßen stehen unter Wasser. Auch die Pegelstände einiger Flüsse stiegen aufgrund der riesigen Wassermengen um einige Meter über das Normalmaß. Dabei sind die Bundesstaaten Cearà, Maranhão und Amazonas am stärksten betroffen. Allein in diesen drei Staaten starben 19 Menschen. Zusätzlich werden nun auch aus mehreren von der Außenwelt abgeschnittenen Dörfern Plünderungen gemeldet.

Weil es aus vielen Gegenden seit Tagen keine Informationen gibt, fürchten die Behörden, dass die Zahl der Opfer weiter steigen könnte. In einigen Orten stehe das Wasser so hoch, dass die Menschen selbst in Booten nicht erreicht werden könnten, erklärten die Streitkräfte am Mittwoch. Auf Fernsehbildern ist zu sehen, wie sich Hunderte Menschen mit Haustieren und Hühnern in einem verlassenen Krankenhaus drängen, das nur über eine funktionsfähige Toilette verfügt. Mehrfach wurden Klagen laut, dass die Menschen nicht rasch genug Hilfe bekämen. In der 70.000-Einwohner-Stadt Bacabel fehlten dringend Trinkwasser, Decken und Hygieneprodukte, erklärten die Behörden. In Altamira im Dschungelstaat Para wurden nach Angaben des Bürgermeisters rund 5000 Gebäude beschädigt, fast ein Drittel aller Einwohner mussten ihre Wohnungen verlassen.

Die Katastrophe nimmt kein Ende

Doch wie es scheint, findet die Naturkatastrophe auch in naher Zukunft kein Ende. Meteorologen befürchten, dass die starken Niederschläge in dem riesigen Gebiet zwischen dem Amazonasdschungel und der Atlantikküste im Nordosten des Landes noch Wochen andauern. In der Stadt Altamira fiel binnen drei Stunden mehr Regen als sonst in zwei Monaten. Und in der Hauptstadt Maranhãos, einem der ärmsten Bundesstaaten Brasiliens, wurde vorigen Monat der höchste Niederschlag in einem April seit 24 Jahren gemessen.

Präsident Luiz Inacio Lula da Silva hatte nach einem Rundflug über das Katastrophengebiet erklärt, es müsse geprüft werden, ob der Klimawandel bei dem ungewöhnlich heftigen Regen und der Zerstörung eine Rolle spiele. "Etwas verändert sich und wir haben immer noch Zeit, das in Ordnung zu bringen", sagte er. Erst im Dezember waren in Süd-Brasilien bei Überschwemmungen mehr als 120 Menschen ums Leben gekommen.

DPA/AP
 
 
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