Quiz
. .
Panorama-Nachrichten
RSS Mobil Wetter stern.de Blogs Hefte
18. Juli 2007, 15:16 Uhr

Rund 200 Tote bei Flugzeugunglück

Bei einem schweren Flugzeugunglück in der brasilianischen Metropole São Paulo sind offenbar rund 200 Menschen ums Leben gekommen. Der Airbus der brasilianischen Fluggesellschaft TAM schoss nach der Landung über die regennasse Landebahn hinaus, krachte in eine Tankstelle und ging in Flammen auf.

Feuerwehrleute imn São Paulo versuchen, das brennende Flugzeugwrack zu löschen© EPA/PAULO PINTO

Bei dem wahrscheinlich bisher schwersten Flugzeugunglück in Brasilien sind nach Schätzungen der Feuerwehr in São Paulo etwa 200 Menschen ums Leben gekommen. Ein Airbus A320 der brasilianischen Fluggesellschaft TAM war am Dienstagabend nach einem Inlandsflug bei der Landung in São Paulo über die regennasse Landebahn hinausgeschossen, über eine stark befahrene Straße gerutscht und in eine Tankstelle und ein Geschäftsgebäude gerast. Die Maschine und mehrere Gebäude gingen in Flammen auf. Die Rettungskräfte gingen nicht davon aus, dass es unter den 176 Menschen an Bord des Flugzeugs Überlebende gab. Auch in den Gebäuden seien Menschen umgekommen, hieß es.

Bis zum frühen Morgen (Ortszeit) wurden nach offiziellen Angaben 40 Leichen geborgen. Das teilte das Sicherheitsministerium des Bundesstaates São Paulo mit. Staatspräsident Luiz Inàcio Lula da Silva ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Die Unglücksursache war zunächst nicht bekannt.

Präsident verspricht Untersuchung

"Da gibt es wohl rund 200 tote Menschen", meldete Feuerwehroberst Manuel Antonio da Silva Araújo vom Unfallort. Rund 400 Feuerwehrmänner sowie Dutzende Notärzte und Polizeibeamte waren im Einsatz. Die Flammen konnten den Medienberichten zufolge binnen weniger Stunden "fast völlig" unter Kontrolle gebracht werden. Das Feuer habe aber ein Gebäude der TAM-Luftfrachtabteilung, in das das Flugzeug gerast war, sowie ein weiteres Geschäftsgebäude und einige angrenzende Häuser weitgehend zerstört. Ein Gebäude sei eingestürzt. Auch mehrere Explosionen seien zu hören gewesen. Anwohner des Stadtteils Moema berichteten von Panikreaktionen.

Lula sei "tief betroffen" und verspreche den Opfern eine eingehende Untersuchung des Unfalls, sagte ein Regierungssprecher in Brasilia. Der Staatschef rief einige seiner Minister noch in der Nacht zu einem Krisentreffen in Brasilia zusammen. Erst im September vergangenen Jahres war Brasilien vom bis dato schlimmsten Flugzeugunfall seiner Geschichte erschüttert worden. Eine Maschine der Airline Gol stieß über dem Amazonas-Urwald mit einer kleineren Privatmaschine zusammen. Alle 155 Insassen des Gol-Flugzeugs starben, die Privatmaschine konnte notlanden. Seitdem sorgten die Fluglotsen des Landes mit Arbeitsniederlegungen und Dienst nach Vorschrift für eine Krise, die bis heute nicht gelöst ist. Die Lotsen fordern bessere Arbeitsbedingungen.

Der städtische Flughafen Congonhas wurde derweil für unbestimmte Zeit geschlossen. Eine längere Schließung sei nicht ausgeschlossen, sagte ein Regierungssprecher. Die Unglücksmaschine war aus der südbrasilianischen Provinzhauptstadt Porto Alegre gekommen. Zum Zeitpunkt des Unglücks regnete es stark, die Landebahn war nass.

Das Flugzeug kollidierte nach Medienberichten bei dem Unfall auch mit einigen Autos, als es über die an den Flughafen grenzende Straße rutschte. Vermutlich habe der Pilot nach gescheiterter Landung noch versucht, durchzustarten, meinten Experten. Die Fluggesellschaft TAM teilte mit, an Bord seien 155 Passagiere, 15 Mitarbeiter von TAM sowie sechs Besatzungsmitglieder gewesen.

Congonhas ist nach Guarulhos der zweitgrößte Flughafen der Wirtschaftsmetropole São Paulo. Erst am Montag war eine andere Maschine bei der Landung in Congonhas von der Landbahn abgekommen. Die Maschine kam erst auf einer Rasenfläche unweit des Absperrzauns um den Flughafen zum Stehen. Am 31. Oktober 1996 war eine Fokker der TAM kurz nach dem Start in Congonhas über Moema abgestürzt. Alle 90 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder sowie drei Menschen am Boden kamen damals ums Leben.

Schwere Flugzeugunglücke 2006 3. Mai 2006:Bei einem missglückten Landeanflug auf den russischen Badeort Sotschi werden alle 113 Insassen eines armenischen Passagierflugzeugs vom Typ A-320 in den Tod gerissen. 9. Juli 2006:Ein Airbus A310 mit mindestens 201 Menschen an Bord kommt am Flughafen der sibirischen Stadt Irkutsk von der regennassen Landebahn ab, durchbricht eine zwei Meter hohe Beton-Barriere, prallt gegen ein Gebäude und geht in Flammen auf. 22. August 2006:Bei dem Absturz einer Passagiermaschine im Osten der Ukraine kommen alle 170 Insassen ums Leben, darunter 45 Kinder. Die Tu-154 war auf dem Weg vom Badeort Anapa am Schwarzen Meer nach St. Petersburg. 29. September 2006:Nach der Kollision mit einem Privatjet stürzt eine Boeing 737-800 der Billigfluglinie Gol über dem brasilianischen Amazonas-Gebiet ab, dabei kommen alle 154 Insassen ums Leben. 29. Oktober 2006:Eine Boeing 737 der privaten Fluggesellschaft Aviation Development Company (ADC) stürzt kurz nach dem Start in der Nähe der Hauptstadt Abuja ab. 96 Menschen sterben. 5. Mai 2007:Eine Boeing 737-800 der Kenya Airways stürzt kurz nach dem Start in der Küstenstadt Douala in Kamerun auf den Weg nach Nairobi in Kenia in einen dichten Mangrovensumpf. Keiner der 114 Insassen überlebt.

Sao Paulo
Bedienungsanleitung für die Karte: Pfeilsymbole = Karte verschieben;
Plus- und Minussymbole = Kartenausschnitt vergrößern/verkleinern.
"Karte" = Straßen - kartenansicht;
"Satellit" = Luftbildaufnahme;
"Hybrid" = Luftbild mit eingezeichneten Straßen
AP/DPA
Schlagwörter powered by wefind WeFind
Congonhas Brasilien Lula
KOMMENTARE (4 von 4)
 
zipzapp (18.07.2007, 15:54 Uhr)
... aus wirtschaftlichen Gründen
es klingt sehr nüchtern, aber dafür das sich einige, wenige die Taschen vollstopfen, tragen unbeteiligte das Leid.
Das ist unsere Gesellschaft!!
Wenn mann sich vorstellt, das ein Gericht im Februar die Landung von größeren Maschinen auf diesem Flughafen untersagt hat, dieses Urteil aber aus kommerziellen Gründen revidiert wurde, was bleibt da noch zu sagen.
Das einzige was bleibt ist die leere bei den Hinterbliebenen und die unendliche Profitgier bei den Verantwortlichen.
Natürlich strebt jeder nach mehr, aber es sollte das Allgemeinwohl nicht davon berührt werden.
Wie oft werden Entscheidungen von den Mächtigen dieser Welt getroffen, die der Mopp ausbadet.
Aber ich denke, das ist meine rein subjektive Meinung, jeder trägt ein Stück Verantwortung und man kann nur hoffen, das auch die die so unnahbar sind irgendwann die Last tragen, von dem was Sie ausgelöst haben.
Es stimmt ein sehr nachdenklich, den schon morgen kann eine solche Katastrophe aufgrund von rational nicht nachvollziehbaren Entscheidungen von Dritten einen selber treffen.
Ich fühle mit denen, die Ihre Angehörigen verloren haben.
bernie-abg (18.07.2007, 11:28 Uhr)
It`s ...
...all about the money !!!
Kathrein (18.07.2007, 11:17 Uhr)
"tief betroffen".....
aber zu spät. Entsetzliche Bilder vom Unglücksort. Wenn die Landebahn tatsächlich zu kurz sein sollte, ist dies doch nicht erst seit heute bekannt. Warum muß immer erst eine Katastrophe passieren, bevor die Verantwortlichen reagieren. Es ist immer und überall das gleiche. Wie ich dem Bericht entnehme, ist erst kurz zuvor eine andere Maschine von der Landebahn abgekommen. Augen zu und durch, das soll noch einer verstehen.
Mansfield (18.07.2007, 08:13 Uhr)
Habe
bis 8.00 Uhr darauf gewartet das N24 mal was drüber berichtet.
Leider kam bis dahin nur die Nachricht im Laufband.
Dieser "Sender" tut mir nur noch leid.
MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
 
 
Aktuelle Extras
 
Adobe Flash Player

 
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Günther Jauch
sternTV - Information und Unterhaltung mit Günther Jauch

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...