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Fahrer rettet kleinen Hund vor Müllpresse

26. Februar 2013, 16:55 Uhr

Hätte der Fahrer des Müllwagens kein Geräusch gehört, wäre der Hund im Schredder gelandet. Der ausgesetzte Vierbeiner erholt sich in einer Tierklinik. Dem grausamen Besitzer droht eine hohe Strafe.

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Gefangen im Müllwagen: Ein kleiner Mischlingshund konnte in letzter Sekunde vor dem Schredder gerettet werden.©

Ein ausgesetzter Hund in Bremen ist nur ganz knapp einem grausigen Tod in der Müllpresse entronnen. In letzter Sekunde rettete ein Arbeiter das Tier. Der Mann hatte am Montag einen großen Abfallcontainer in seinem Müllwagen entladen und war schon weitergefahren, als er Kratzgeräusche hörte. Der Mann stoppte und fand den abgemagerten Hund in der Müllaufnahme des Lasters kauernd - kurz vor dem Schredder.

Das etwa 40 Zentimeter kleine Tier konnte sich nicht selbst befreien, weil es immer wieder abrutschte. "Er hatte nicht die Kraft", berichtete der Müllwerker Joachim Panneck am Dienstag geschockt. "Ich habe so etwas noch nie gesehen."

Das Tier zitterte am ganzen Körper und hatte nach Polizeiangaben vor Angst bereits Folien und andere Kunststoffe gefressen. Eine Streifenwagenbesatzung brachte den offensichtlich ausgesetzten Hund in eine tierärztliche Klinik. Dort erholt er sich inzwischen von den Strapazen.

Täter droht eine saftige Strafe

Etwas vorschnell tauften die Beamten das Tier auf den Namen Oskar - nach der Sesamstraßenfigur "Oskar aus der Mülltonne" - und wünschten ihm zukünftig ein besseres Leben. Nach Angaben von Wolfgang Apel vom Bremer Tierschutzverein ist Oskar jedoch ein Weibchen: "Sie hat schon etwas zugenommen und kommt durch. Vielleicht kann sie bald ins Tierheim gebracht und später an einen verantwortungsvollen Besitzer vermittelt werden", hofft Apel.

"Das war kein Kavaliersdelikt, sondern eine ganz fiese, außergewöhnliche Nummer", sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittler hoffen jetzt über eine Veröffentlichung des Hundefotos auf den Täter zu stoßen. Dem droht nach Angaben von Apel eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren wegen Tierquälerei oder eine Geldstrafe bis zu 25.000 Euro. Der Fall gehe über die übliche Brutalität weit hinaus, wenn Tiere etwa zur Ferienzeit ausgesetzt würden. Für Hinweise auf den Täter hat der Tierschutzverein eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt.

mlr/DPA

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