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26. April 2011, 11:31 Uhr

Jetzt spricht das Opfer

Die Brutalität schockiert ganz Deutschland und das Opfer ist schwer gezeichnet von der Attacke in der Berliner U-Bahn. Nun hat sich der 29-Jährige in einem Interview geäußert - und bedankt sich bei seinem Lebensretter, einem mutigen Touristen aus Bayern.

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Die Bilder schockieren immer wieder: Mit großer Brutalität schlägt und tritt der 18-jährige Täter auf sein am Boden liegendes Opfer ein© DPA

Sein Gesicht ist gezeichnet von der brutalen Tat: Eine tiefe Wunde zieht sich über seine Wange, die Augen sind noch geschwollen, er ist grün und blau geschlagen. Geprelltes Jochbein, Nasenscheidewand gerissen, Schädel-Hirn-Trauma dritten Grades, so lautet die Diagnose der Ärzte. Markus P., der Gas- und Wasserinstallateur aus Berlin, der am Ostersamstag von eínem 18-jährigen in der U-Bahnstation Friedrichstraße brutal zusammengetreten wurde, hatte noch mal Glück im Unglück: "Die Ärztin sagte, wenn er nicht auf dem Gesicht gelegen hätte, wären die Verletzungen noch schlimmer gewesen", verriet die Mutter des 29-Jährigen dem Berliner Kurier.

"Ich kann mich selbst an nichts erinnern", sagte P, der am Ostermontag aus dem Krankenhaus entlassen wurde, der Zeitung. "Nur daran, dass ich im Krankenhaus wach wurde und nicht mehr wusste warum." Das Video der Überwachungskamera, in dem zu sehen ist, wie er am Boden liegend mit Schlägen und Tritten traktiert wird und das ganz Deutschland schockierte, hat er sich nur ein einziges Mal angeschaut: "Ein zweites Mal konnte ich mir das nicht ansehen", so P.

"Er hat mir das Leben gerettet"

Dankbar ist er Georg B., dem Touristen aus Ederheim im bayrischen Donau-Ries-Kreis. Im Überwachungsvideo ist zu sehen, wie der 21-Jährige Berlin-Besucher versuchte, bei der brutalen Attacke zu schlichten und den Täter immer wieder zurückhielt. "Er hat mir das Leben gerettet", sagt P. über seinen Schutzengel. Der gab sich gegenüber der Berliner Zeitung bescheiden: "Ich hoffe, die Leute da draußen zu erreichen, die einfach wegschauen. Ein Leben retten kann einfach sein, wenn man hilft."

Die Täter, die sich am Ostersonntag selbst gestellt hatten, sind inzwischen wieder auf freien Fuß. Zwar wurden gegen den Haupttäter Haftbefehl wegen versuchten Totschlags gestellt, gegen Auflagen habe er jedoch Haftverschonung bis zum Prozess erhalten. Dreimal in der Woche müsse es sich jetzt bei der zuständigen Polizeiwache in Reinickendorf melden, betonte eine Polizeisprecherin. Der Komplize des 18-Jährigen wurde nach den Vernehmungen entlassen. Er muss sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Wenig Verständnis für die Freilassung der Täter

Die Mutter des Opfers zeigte am Montag wenig Verständnis für die Entscheidung, die beiden Männer frei zu lassen. "Wie kann es sein, dass solche Täter wieder n nach Hause dürfen, ein Steuersünder dagegen eingesperrt wird", sagte sie dem Berliner Kurier.

Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft begründete die Haftverschonung damit, dass keine Fluchtgefahr bestehe. Der junge Mann lebe noch bei den Eltern. "Wir gehen davon aus, dass er sich dem Verfahren stellt und sich an die Auflagen hält." Bis zu der brutalen Attacke war der Schüler bisher nicht bei der Polizei aufgefallen.

be/DPA
 
 
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