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11. April 2007, 16:27 Uhr

Naziflagge wehte in Bundeswehrkaserne

Eine Hakenkreuzfahne in der Dresdner Offiziersschule sorgt für Wirbel. Die Flagge hing einen halben Tag lang am Fenster eines Lehrgebäudes mitten auf dem Kasernengelände. Zu Lehrzwecken, versichern die Verantwortlichen.

Den Lehrkräften der Offiziersschule geht es um einen möglichst realistischen Unterricht© Becker & Bredel/DPA

Wegen des Aufhängens einer Hakenkreuz-Fahne an der Heeres-Offiziersschule in Dresden hat die Staatsanwaltschaft nun eine Untersuchung eingeleitet. "Wir schauen uns an, ob die Sache einfach nur peinlich ist oder womöglich auch strafrechtlich relevant", sagte Oberstaatsanwalt Christian Avenarius. Bundeswehr-Sprecher Jürgen Ammann bestätigte auf Anfrage einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Laut Ammann war außerdem eine Reichskriegsflagge aufgehängt.

Die Flaggen seien im Rahmen der politischen Bildung verwendet worden. Dem Sprecher zufolge werden die Offiziersschüler in den Fächern Extremismus, Terrorismus und Nationalsozialismus unterrichtet. Dabei gehe es um die Vermittlung von Fakten und Wissen. Im Rahmen dieser Seminare seien auch die Fahnen aufgehängt worden. Das sei unglücklich gewesen. Der Heeres-Sprecher sagte, die Flaggen seien gezeigt worden, um die Symbolik der NS-Zeit zu verdeutlichen. Allerdings sei dies in dieser Form nicht gerade glücklich gelaufen, "das war ein Lapsus", fügte er hinzu.

Der Inspektionschef an der Offiziersschule, Jürgen Obstmayer, sagte der "Bild"-Zeitung, dass diese Fahnen beim Landesamt für Verfassungsschutz ausgeliehen würden. Es gehe im Rahmen der politischen Bildung um eine möglichst realistische Darstellung des Extremismus von links und von rechts.

Bilder der "Bild"-Zeitung zugespielt

Da sich der Vorfall in der Kaserne ereignete, habe die Öffentlichkeit nichts davon mitbekommen. Der Heeressprecher sagte, die Fahnen seien vermutlich mit einem Handy fotografiert worden. Die Aufnahmen seien dann der "Bild"-Zeitung zugespielt worden. Personelle Konsequenzen werde es aber nicht geben, sagte der Sprecher. Der Informant sei nicht ermittelt worden.

Der parlamentarische Geschäftsführer der sächsischen Linksfraktion, André Hahn, forderte personelle Konsequenzen. Das Aufhängen von Nazi-Fahnen sei eine unerträgliche Provokation. Jedes Schulkind wisse aus dem Unterricht oder aus dem Fernsehen, wie eine Hakenkreuzfahne aussehe. Für ein Anbringen faschistischer Symbole in Schulungsräumen der Heeresschule bestehe daher keinerlei Veranlassung, kritisierte Hahn. An der Dresdner Offiziersschule bildet die Bundeswehr ihre Nachwuchsführungskräfte für das Heer aus.

AP/Reuters
 
 
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