Bundesregierung will Sex mit Tieren verbieten

25. November 2012, 19:15 Uhr

Der Bundestag beschäftigt sich mit sogenannten Zoophilen: Sex mit Tieren soll laut einem Bericht bald wieder verboten sein. Experten gehen demnach von einem erheblichem Ausmaß an Missbrauch aus.

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Zoophil, Sex, Tiere, Bußgeld

Protest mit Maske: Mitglieder des Bundes gegen Missbrauch der Tiere (BMT) demonstrieren vor dem Bundeskanzleramt©

Sex mit Tieren soll nach einem Medienbericht bald wieder verboten sein. Eine Novelle des Tierschutzgesetzes sehe vor, die sogenannte Zoophilie mit Bußgeldern von bis zu 25.000 Euro unter Strafe zu stellen, berichtet die Berliner Tageszeitung "taz". Die Novelle des Tierschutzgesetzes solle am Mittwoch im Agrarausschuss beraten werden. Mitte Dezember sei der Beschluss des Gesetzes im Plenum des Bundestags vorgesehen.

Nach Expertenangaben werden Tiere in Deutschland in erheblichem Ausmaß sexuell missbraucht. In speziellen Internet-Foren tauschten sich tausende Mitglieder über diverse Techniken aus, kritisiert der Bundesverband praktizierender Tierärzte. Es gebe Bauernhöfe in Deutschland, die Tiere speziell für solche Praktiken vermieteten.

Der Vorsitzende des Agrarausschusses im Bundestag, Hans-Michael Goldmann (FDP), sagte der Zeitung, die Koalition wolle konkret verbieten, ein Tier "für eigene sexuelle Handlungen zu nutzen". Auch solle unter Strafe gestellt werden, Tiere für sexuelle Handlungen Dritter abzurichten oder zur Verfügung zu stellen und dadurch zu artwidrigem Verhalten zu zwingen.

Verein ZETA will gegen das Gesetz klagen

Tierschützer fordern seit langem, Tiere vor vermeidbaren Schäden oder Missbrauch zu schützen. Bisher sei Sex mit Tieren nur verboten, wenn er zu erheblichen Verletzungen des Tieres führt. Rechtlich seien Tiere in dieser Hinsicht ungeschützt, denn die Strafbarkeit sexueller Kontakte zwischen Mensch und Tier sei im Jahr 1969 durch die Strafrechtsreform aufgehoben worden.

Der Verein ZETA (Zoophiles Engagement für Toleranz und Aufklärung), der sich für die Rechte von Zoophilen einsetzt, will gegen das Gesetz klagen. "Bloße Moralvorstellungen haben im Recht nichts zu suchen", sagte ZETA-Vorsitzender Michael Kiok der "taz".

jar/DPA
 
 
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