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Am Berliner Canisius-Kolleg sind wahrscheinlich weit mehr Schüler sexuell missbraucht worden als bisher angenommen. Der Rektor der Schule, Pater Klaus Mertes, hält inzwischen eine dreistellige Opferzahl für möglich. Inzwischen ist auch von Entschädigungszahlungen für die Betroffenen die Rede.
Wie kann es sein, dass der sexuelle Missbrauch am Berliner Canisius-Kolleg erst 30 Jahre später bekannt wurde? Und was hat die katholische Kirche damit zu tun? Über eine Schule im Schockzustand.
Ein neuer Missbrauchsskandal erschüttert die katholische Kirche: An dem von Jesuiten betriebenen Canisius-Kolleg in Berlin haben sich zwei Priester offenbar über Jahrzehnte hinweg an Schülern vergangen. Der Rektor zeigte sich von der "Wucht der Vorfälle erschlagen".
Der Skandal um sexuellen Missbrauch am Berliner Canisius-Kolleg und anderen Jesuitenschulen nimmt immer größere Ausmaße an. Über 100 Betroffene haben sich inzwischen gemeldet. Einigen reichen Entschuldigungen nicht aus. Sie fordern eine finanzielle Entschädigung.
Der Skandal um sexuellen Missbrauch von Schülern an Jesuiten-Schulen weitet sich aus: Jetzt hat ein dritter Pater Übergriffe auf Kinder zugegeben. Auch er unterrichtete früher am Berliner Canisius-Kolleg. Der heutige Schulleiter fürchtet, die bisher enthüllten Fälle seien nur die "Spitze des Eisbergs".
Bei den Jesuiten sind weit mehr Kinder Opfer von sexuellem Missbrauch und Misshandlungen geworden als bisher bekannt. Über 200 Betroffene haben sich bei der Beauftragten Ursula Raue gemeldet. Besonders schockierend: Jahrelang wurden die Täter gedeckt.
Nach dem Skandal am Berliner Canisius-Kolleg ist die Verjährungsfrist bei sexuellem Missbrauch in die Kritik geraten. Aktuell beträgt sie 20 Jahre nach Vollendung des 18. Lebensjahrs des Opfers. Das soll laut Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger auch in Zukunft so bleiben.
Der Kindesmissbrauchsskandal am Canisius-Kolleg in Berlin ist offenbar nur die Spitze des Eisbergs: In den vergangenen 15 Jahren gab es laut einer Umfrage mehr als 90 Verdachtsfälle in der katholischen Kirche, doch nur für wenige Geistliche hatte dies juristische Konsequenzen.
Die Affäre um den massenhaften sexuellen Missbrauch von Schülern am Berliner Elitegymnasium Canisius-Kolleg weitet sich aus. Ordensführung und Vatikan wurden angeblich schon vor Jahren informiert. Ein Pater gestand die Taten.
Im Missbrauchsskandal an Jesuiten-Schulen haben sich inzwischen 115 Betroffene gemeldet. Die zur Aufklärung eingesetzte Anwältin Ursula Raue sprach von einer Dimension, "die bisher nicht zu ahnen" gewesen sei. Unter den inzwischen zwölf Beschuldigten befinden sich offenbar auch Frauen.
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