Schräge Kostüme und Glitzerkonfetti - auf den ersten Blick herrscht Party pur beim Christopher Street Day in Berlin. Doch in diesem Jahr wurde es hochpolitisch: Vor allem Russlands Präsident Putin bekam sein Fett weg.
Glitzerkonfetti gegen Diskriminierung: Tausende Lesben und Schwule haben in Berlin auf der Parade zum Christopher Street Day für mehr Toleranz geworben. Teils exzentrisch verkleidet und mit lauter Musik zogen sie am Samstag unter dem Motto "Wissen schafft Akzeptanz" von Kreuzberg zur Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor.
Die Veranstalter hatten in diesem Jahr eine äußerst politische Route gewählt: Vorbei am Berliner Abgeordnetenhaus, am Mahnmal für die verfolgten Homosexuellen am Potsdamer Platz, am Reichstag sowie an der russischen Botschaft. Dort demonstrierten die Teilnehmer gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben in Russland.
Mit Konfettikanonen schossen die Demonstranten zentnerweise bunte Papierschnipsel in Richtung des Botschaftsgebäudes. Am Boulevard Unter den Linden zeigte ein Bild den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Ministerpräsident Dmitri Medwedew als Pärchen mit Hochzeitsstrauß. Russland sei ein "Hort" von Diskriminierung, Menschenrechtsverletzung und Verfolgung schwuler und lesbischer Menschen, hieß es.
Der CSD erinnert an einen Aufstand von Homosexuellen gegen Polizeirazzien 1969 in der Christopher Street in New York. Die größten Paraden in Deutschland gibt es in Berlin und in Köln, wo die Schwulen und Lesben am 8. Juli auf die Straße gehen.